Wendelin Wiedeking

KfW-Antrag von Porsche

— 22.06.2009

Porsche bessert nach

Nachdem die Förderbank KfW den Porsche-Antrag auf einen Milliardenkredit zunächst abgelehnt hatte, nimmt der Sportwagenhersteller nun einen zweiten Anlauf. Eine Entscheidung wird bis Anfang Juli erwartet.

(dpa) Porsche gibt nicht auf: Der hoch verschuldete Autobauer will seinen Antrag für einen Milliardenkredit durch die staatliche Förderbank KfW nachbessern. "Das werden wir schnell tun", sagte ein Porsche-Sprecher am Montag (22. Juni) in Stuttgart. Die KfW habe die Nachbesserung verlangt. Porsche hatte Anfang Juni bei der KfW ein Darlehen über 1,75 Milliarden Euro beantragt. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Förderbank diesen Antrag zunächst abgelehnt hat. Eine endgültige Entscheidung des Lenkungsausschusses könnte bis Anfang Juli erfolgen.

Unterdessen wurden Zweifel laut, dass sich Daimler bei Porsche beteiligen wird. "Ich weiß nicht, wo das Geld herkommen soll", sagte Autoexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen unter Verweis auf die roten Zahlen, die Daimler im ersten Quartal geschrieben hat. Diez sieht auch "ein riesiges Kartellproblem" auf die Unternehmen zukommen. Denn ein Einstieg beim VW-Mehrheitseigner Porsche wäre für Daimler auch ein Einstieg bei Volkswagen. "Daimler ist Marktführer bei Nutzfahrzeugen, und zu VW gehören MAN und Scania." Ein Engagement der Mercedes-Mutter hält Diez angesichts der schwierigen Gemengelage und der Interessenkonflikte bei Porsche und Volkswagen aber auch nicht für sinnvoll. Sprecher von Porsche und Daimler sprachen am 22. Juni erneut von Spekulationen, dementierten aber nicht ausdrücklich, dass die Konzernbosse Wendelin Wiedeking (Porsche) und Dieter Zetsche (Daimler) miteinander gesprochen hätten. "In dieser Branche redet jeder mit jedem", sagte ein Daimler-Sprecher.

Laut Porsche verlaufen die Gespräche mit Katar als Investor sehr konstruktiv. Einzelheiten wollte ein Porsche-Sprecher am 22. Juni nicht nennen. Das Magazin "Focus" hatte berichtet, dass der Staatsfonds des Emirat Katar sogar 29,9 Prozent an Porsche halten könne. In Porsche-Kreisen hieß es dazu, dass dies möglich sein könnte. Knapp 30 Prozent an Porsche (ab 30 Prozent muss ein Übernahmeangebot gemacht werden) dürften nach Schätzungen bei einem derzeitigen Unternehmenswert von rund acht Milliarden Euro an die 2,4 Milliarden Euro ausmachen. Dies basiert auf dem bekannten Börsenkurs für die Vorzugsaktien und der Annahme, dass die nicht gehandelten Stammaktien in etwa ähnlich viel wert sind.

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