Weniger Kfz-Steuer zahlen

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Kfz-Steuer

— 18.02.2002

Steuern sparen mit dem Auto

Mehr als 15 Millionen Pkw könnten niedriger besteuert werden. Wir stellen fünf Wege vor, mit denen die Kfz-Steuer gesenkt werden kann.

Jeder Dritte zahlt zu viel

15 Millionen Pkw – eine gewaltige Zahl, mehr als ein Drittel des Gesamtbestandes von 44.306.745 (Stand 1. 7. 2001). Hinter jedem steckt ein Halter, der mehr Kfz-Steuer bezahlt, als er eigentlich müsste. Ob aus Schicksalsergebenheit oder Unkenntnis, sei dahingestellt. Viele wiegen sich auch noch in Sicherheit vor der Steuererhöhung vom 1. 1. 2001, weil in ihren Fahrzeugpapieren der Vermerk "schadstoffarm E2" eingetragen ist.

Doch Vorsicht: E2 bedeutet eben nicht Euro 2, sondern entspricht nur Euro 1 - der Abgasnorm also, deren Steuersätze (jeweils pro 100 Kubikzentimeter) zum Jahresbeginn auf 21,20 Mark für Benziner und 45,10 Mark für Diesel angehoben wurden. Und die nächste Anhebung ist bereits beschlossen: Am 1. 1. 2005 steigen die Sätze auf 29,60 und 53,50 Mark. Dagegen lässt sich etwas unternehmen: eine Umrüstung auf Euro 2 mittels der unten vorgestellten Methoden oder das Ausnutzen von Vergünstigungen, welche die Steuergesetzgebung bereithält.

Doch Vorsicht: Der Umbau vom Pkw zum Lkw wird von den Finanzämtern heute kaum noch akzeptiert, und auch die Besteuerung nach Gewicht dürfte dann hinfällig werden, wenn in einem neu erdachten Ozon-Programm alle Fahrzeuge nach ihrem Schadstoffausstoß besteuert werden. Dann lieber der Umwelt tatsächlich etwas Gutes tun und die Abgasbilanz mit einem Kaltlaufregler oder einem Nachrüstkat verbessern. Wenn 15 Millionen Halter diesen Entschluss fassen, müsste man es an unserer Luft feststellen können.

Klassische Methode: Nachrüst-Kat

Kat-Einbau Die klassische Methode, um die Steuern zu senken: einen Nachrüst-Kat installieren. Für endlos viele Modelle – Benziner wie Diesel – stehen so genannte Upgrade-Kits zur Verfügung, um den serienmäßigen Euro-1-Kat gegen einen wirksameren für Euro 2 oder in Ausnahmefällen auch Euro 3 auszutauschen. Kosten: ab 650 Mark. Doch im Bestreben, die strengeren Normen zu erfüllen, wird oft übersehen, dass noch eine ganze Reihe von Fahrzeugen aus den frühen Achtzigern unterwegs ist, die gar keinen Kat haben. Für diese Modelle hält der Handel nach wie vor Katalysatoren bereit, die wenigstens Euro 1 erfüllen. Das ist immer noch billiger als gar keine Norm, und der Zeitraum bis zum Erteilen des Oldtimer-Kennzeichens nach 30 Jahren lässt sich so zumindest einigermaßen preiswert überbrücken.

HJS Elektronik Eines vorweg: Die Redaktion ist vom HJS Euro TR2 nicht überzeugt. Denn im Gegensatz zum Kaltlaufregler von Twin-Tec, der tatsächlich für saubere Abgase sorgt und bei zahlreichen Fahrzeugtypen sogar eine Umschlüsselung auf Euro 3 ermöglicht, nutzt der elektronische Regelbaustein von HJS lediglich ein Schlupfloch in den Prüfbedingungen, um eine Umstufung von Euro 1 auf Euro 2 zu erzielen. Der Kniff liegt in den Bedingungen des Prüfzyklus nach Euro 2: Zwischen dem Anlassen des Motors und dem Losfahren auf dem Rollenprüfstand vergehen 40 Sekunden im Leerlauf. Diese Zeit reicht nicht aus, um den Kat bis auf die Betriebstemperatur zu bringen, bei der er mit der Schadstoffumwandlung beginnt. Hier greift Euro TR2 ein: Die Regelelektronik gibt einfach tüchtig Gas, erhöht die Leerlaufdrehzahl je nach Modell auf bis zu 3000/min. Wenn die Messung beginnt, ist der Kat schon warm. Aber die erhöhte Menge der vorher rausgeblasenen Abgase fällt so unter den Tisch.

Lkw-Umbau und Auflasten

Lkw-Umbau In den Achtzigern und den frühen Neunzigern war der Umbau vom Pkw zum Lkw ein Renner. Voraussetzung: große Heckklappe. Dann raus mit Rücksitzen sowie zugehörigen Gurten und ab zum TÜV. Der strich in den Papieren Pkw durch und schrieb Lkw rein, fortan wurde das Auto wie ein kleiner Laster besteuert und versichert, was vor allem beim Diesel billiger kam. Im Frühjahr 1994 entschied dann der Bundesgerichtshof, dass die Finanzämter selbst bestimmen dürfen, was ein Lkw ist. Das tun sie auch, nur selten zugunsten der Antragsteller. Wer heute noch so einen Umbau plant, sollte vorher unbedingt mit einem zuständigen Finanzbeamten reden, ob eine Aussicht auf Anerkennung besteht. Uns sind aber kaum Erfolge bekannt.

Auflastung Für Fahrzeuge der schweren Fraktion hat der Bundesfinanzhof ein Schlupfloch offen gelassen: Im Rahmen eines Prozesses um einen Lkw-Umbau hat er entschieden, dass Pkw-Kombis mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 2,8 Tonnen nach ihrem Gewicht besteuert werden. Dazu ist ein formloser Antrag ans Finanzamt zu richten, etwa in dem Stil: "Hiermit beantrage ich für meinen Pkw ABC, Kennzeichen XYZ, Steuernummer 123, die Besteuerung nach dem zulässigen Gesamtgewicht." Und natürlich eine Kopie des Fahrzeugscheins beifügen. Manchmal fehlen ein paar Kilo, um die 2,8 Tonnen zu erreichen. Dann hat entweder der Hersteller Unterlagen zur Anhebung des Gesamtgewichts – Auflastung genannt –, oder die Unternehmen aus der untenstehenden Adressen-Liste können helfen. Kosten: 1000 bis 2000 Mark, je nach Aufwand.

ACHTUNG! Die Rechtslage hat sich geändert, Auflasten ist nicht mehr so einfach möglich – siehe Steuer 2005!

Sorgt für saubere Luft: Kaltlaufregler

Kaltlaufregler Vor rund einem Jahr stellte Twin-Tec den Kaltlaufregler auf der Automechanica in Frankfurt vor, und die ganze Fachwelt war sich einig: Dem Motor beim Kaltstart noch zusätzliche Luft zuführen – das kann nicht funktionieren. Klappt aber doch, wie wir selbst mit einem alten Golf (siehe nächste Seite) ausprobiert haben. Das einzige Problem, das im vergangenen Jahr auftrat, betraf die Lieferfähigkeit. Viele Kunden mussten teilweise monatelang auf ihren KLR warten, weil die kleine Firma einfach vom Ansturm überfordert war. Doch als Auspuff-Profi Eberspächer den Vertrieb übernahm, war auch dieses Manko beseitigt.

Heute ist der KLR für 250 verschiedene Modelle lieferbar, die im Gesamtbestand allein rund 15 Millionen Fahrzeuge ausmachen. Die deutschen Marken sind bis auf Porsche vertreten, dazu Honda, Mazda, Nissan, Renault und Seat. Erweiterungen sind nicht mehr geplant, trotzdem können sich Interessenten für andere Hersteller bei Twin-Tec melden: Die Anpassung des KLR an einen Fahrzeug-Typ kostet etwa 100.000 Mark. Bedingung ist natürlich das Vorhandensein eines G-Kats. Bei genügend Nachfrage, etwa seitens Markenclubs, könnten weitere Serien aufgelegt werden – allerdings dann nicht mehr zum üblichen Preis von 377 Mark zuzüglich Einbau.

Mit etwas Glück bekommen Sie die Steuerersparnis sogar geschenkt: Zusammen mit unserem Premium-Partner 1a autoservice verlosen wir drei Kaltlaufregler von Twin-Tec inklusive Einbau.

Erfahrungen mit einem nachgerüsteten Golf

Die Meldung eines deutschen Automobilclubs brachte uns fast aus der Fassung. Sinngemäß stand in der Mitgliederzeitschrift vom August, der Kaltlaufregler von Twin-Tec sei in Verbindung mit älteren Katalysatoren wirkungslos. Dabei hatte ein zehn Jahre alter Golf II mit 90 PS aus dem Umfeld der Redaktion nach Einbau des KLR mit Bravour die strenge D3-Norm erfüllt und nur um Haaresbreite D4 verfehlt – so gemessen am 9. Januar 2001 vom TÜV Hessen bei km-Stand 128.717.

Allerdings haben wir die Einbauvorschriften exakt beachtet, vorher eine Abgasuntersuchung und eine Kontrolle aller abgasrelevanten Bauteile vorgenommen. Dabei fiel eine außerhalb der Toleranz regelnde Lambdasonde auf, die erneuert werden musste. Heute, rund neun Monate und 9600 Kilometer später, schnurrt der Golf immer noch wie gewohnt. Nur der Verbrauch hat sich seit dem KLR-Einbau um einen Viertelliter reduziert – Lohn der erneuerten Lambdasonde.

Aber auch von anderen Nutzern des KLR haben uns nur wenig Klagen erreicht. Zwei beanstandeten verringerte Heizwirkung, weil die Werkstatt nach Einbau des zum KLR gehörenden Temperaturfühlers den Heizungskreis nicht entlüftete. Und einer meinte, sein Mercedes 190 würde ruckeln – das gab sich nach dem korrekten Anschluss aller Schläuche. Man muss eben die Einbauanleitung ganz durchlesen. Das gilt auch für Automobilclubs.

Adressen und Bezugsquellen

Kaltlaufregler Twin-Tec GmbH, Telefon 0 18 05-70 90 27 (24Pf/Min), www.twintec.de

Euro TR2 HJS Fahrzeugtechnik GmbH&Co, Telefon 0 18 05-25 41 44 (24Pf/Min), www.hjs.com

Katalysatoren Vitkus Vertrieb, Telefon 0 91 03-13 33, www.katalysator.com - Oberland Mangold GmbH, Telefon 0 88 21-93 38-0, www.oberland-mangold.de - LRT Fleck GmbH, Telefon 08 00-006 36 92, www.lrt-fleck.de - GAT Abgastechnik GmbH, Telefon 0 20 43-940 00, www.gat-kat.de - Gutmann Messtechnik GmbH, Telefon 0 76 68-990 00, www.gutmann-messtechnik.com - Fakt GmbH, Telefon 0 83 35-98 62 00

Auflastungen No Limits GmbH, Telefon 05 71-942 45 03, www.auflastung.de - Bernd Jäger, Telefon 0 56 74-47 96, www.syncro-bernd-jaeger.de - Extrem Motorsport GmbH, Telefon 02 02-270 65-0, www.extrem-motorsport.de - DM-Land-Rover-Service, Telefon 0 42 05-31 93 19, www.dm-land-rover-service.de - Scholz Auflastungsservice, Telefon 0 57 33-41 55, www.fahrzeugauflastung.de

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