Kfz-Steuer

Wenn Euro 4 eigentlich Euro 3 ist Wenn Euro 4 eigentlich Euro 3 ist

Kfz-Steuer

— 25.04.2006

Wenn EU4 in Wahrheit EU3 ist

Norm ist Norm? Von wegen! Das Kfz-Steuerrecht bietet so manche Überraschung. Vor allem, wenn es sich um ältere Schwergewichte handelt.

EU-Normen in drei Kategorien unterteilt

Zehn Steuersätze, Dutzende von Schlüsselnummern, diverse Emissionsgruppen, Fußnoten und verwirrende Abkürzungen in den Papieren – das deutsche Kfz-Steuerrecht ist wahrlich ein Bürokratie-Dschungel. Doch für Fahrer von schweren Dieseln schlängeln sich durch diesen Urwald noch ganz besondere Schlingpflanzen. Denn bei vielen SUV, Bussen und Vans gilt die Euro-Norm gar nicht – jedenfalls nicht für das Finanzamt.

Schon in AUTO BILD 6/06 hatte Leser Thomas Orlowski geklagt, daß sein X5 3.0d laut BMW mit Euro 3 eingestuft ist, steuerlich aber nach Euro 2 abgerechnet wird. Doch Orlowskis X5 ist alles andere als ein Einzelfall. Denn dieses Problem haben alle Diesel-Pkw mit mehr als 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

Es ist kaum bekannt, daß Euro-Normen noch einmal in drei Kategorien gesplittet sind. Die Diesel über 2,5 Tonnen nutzen Kategorie drei der Norm, die schlechteste, um zulassungsfähig zu sein. Und diese Kategorie ist deckungsgleich mit der jeweils schlechteren Norm. Bedeutet fürs Finanzamt: Euro 4 ist Euro 3, Euro 3 ist Euro 2, Euro 2 ist Euro 1. Und das heißt im schlechtesten Fall: mehr zahlen.

Die Pkw-Steuersätze im Überblick

Alle, die ihren neuen Diesel jetzt mit Euro 4 zulassen (Beispiele siehe Bildergalerie), merken davon zwar nichts. Denn der Steuersatz für Euro 4 und Euro 3 ist gleich (Tabelle unten). Zumindest noch. Wer jetzt ein neues SUV, einen Geländewagen oder Bus mit Euro 3 kauft (mit Ausnahmegenehmigung sind die weiter zahlreich auf dem Markt), zahlt nach Euro 2 genau 61 Cent pro 100 Kubik Hubraum mehr. Kein Drama zwar, aber auch hierfür gilt: noch.

Ganz scharf aufpassen aber müssen Käufer von Gebrauchten schweren Kalibers. Sie dürfen nicht alten Prospekten oder Eintragungen glauben – sondern nur dem Steuerbescheid des Vorbesitzers. Denn wenn der Fiskus Euro 2 als Euro 1 abkassiert, wird es richtig teuer: 11,30 Euro mehr pro 100 Kubik. Macht bei einem Dreiliter-Diesel insgesamt 820 Euro Kfz-Steuer im Jahr. Das sind satte 339 Euro mehr, als es die Norm auf den ersten Blick verspricht.

Autor: Roland Bunke

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