Kfz-Versicherung

Kfz-Versicherung

— 26.07.2002

Versicherungen ab Werk?

Steigen die Autohersteller knftig voll ins Versicherungsgeschft ein? Das knnte kleineren Assekuranzen das Leben schwer machen.

Vor dem Hintergrund der neuen Gruppen-Freistellungs-Verordnung (GVO) wird sich der Kostendruck auch bei den Autoherstellern verschrfen. Die Analyse der Mnchener Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton fhrt zu dem Ergebnis, dass ein Engagement groer Autokonzerne kleinen und mittelgroen Kfz-Versicherungen die Bilanz verhageln knnte. Nur groe und preiswerte Versicherer knnen in dem dann neu entstehenden Preisgefge bestehen. Schon heute betreut beispielsweise der Volkswagen Versicherungs-Service (VVD) mehr als eine Million Autokunden. Der Toyota Versicherungsdienst kooperiert bereits mit Partnern wie ARAG, Wstenrot und Vereinte und bietet darber Kranken- und Rechtsschutzversicherungen sowie Bausparvertrge an.

Versicherungsvertrge als Mittel zur Kundenbindung? So absurd ist das nicht. Vor allem dann nicht, wenn durch die GVO das bisher lukrative Geschft mit Originalersatzteilen nachlsst und zunehmende Konkurrenz durch freie Werksttten die Margen zum Schmilzen bringt. "Wir rechnen damit, dass Kfz-Hersteller in den nchsten vier bis fnf Jahren einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen knnen", sagte Christoph Ler, Analyst bei Booz Allen Hamilton. Rdiger Huly, Geschftsfhrer des AMC Assekuranz Marketing Circle, Dsseldorf, hlt diese Einschtzung allerdings fr fraglich. "Um diesen Bereich effizient zu beherrschen, mssten die Kunden entsprechend dem Modell der franzsischen Direktregulierung an den eigenen Versicherer, sprich den Hersteller gebunden werden", sagte er AUTOHAUS Online. Fr den ersten in diese Richtung zielenden Versuch bei der Einfhrung des Mercedes Vaneo seien DaimlerChrysler und die Allianz abgemahnt worden.

Gut gerstet fr ein Tarif-Preisgefecht sind laut Booz Allen Hamilton Versicherer, die entweder einen Zugang zu den Herstellern htten etwa die Allianz oder preiswerte Assekuranzen wie die HUK Coburg. Bereits im Mai hatte die VW-Tochter Financial Services ein knftiges Versicherungs-Engagement angedeutet. "Wir werden uns in den kommenden Jahren mit diesem Thema befassen", sagte Norbert M. Massfeller, Vorstandsvorsitzende der VW Financial Services AG. Zwar nannte er die eigene Versicherungsgesellschaft eine letztrangige Mglichkeit (ultima ratio). Doch man wolle mit Partnern aus der Versicherungsbranche europaweit "intelligente Geschftsmodelle" entwickeln.

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