Kfz-Versicherung: Haftpflicht-Regionalklassen — 22.09.2010
Die schlechtesten Autofahrer Deutschlands?
Der GDV hat die neuen Haftpflicht-Regionalklassen veröffentlicht. Erkenntnis: Im Osten passieren die wenigsten Unfälle, im Süden dagegen kracht's überdurchschnittlich oft.
Wohnen die schlechtesten Autofahrer Deutschlands im bayerischen Kaufbeuren? Zumindest liegt die Schadenbilanz hier gut 40 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Das ist ein Ergebnis der jährlichen Regionalklassen-Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Auf Platz zwei der Liste mit den teuersten Haftpflicht-Gebieten der Republik folgen die Passauer. Sie liegen mit ihren verursachten Schäden 24,2 Prozent über dem Durchschnitt. Erst dann kommt mit Berlin die erste Großstadt mit 23,9 Prozent. Die absoluten Streber unter den Autofahrern kommen hingegen aus der Region Elbe-Elster in Brandenburg. Die Schadenbilanz liegt hier stolze 31,7 Prozent unter dem Durchschnitt. Generell scheint der Osten Deutschlands ein Sammelbecken mustergültiger Autofahrer zu sein. Auf Platz zwei und drei der Streberliste finden sich die Region Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern mit 30 Prozent und die Region Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg mit 28 Prozent.
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An diesem Ost-Süd-Gefälle hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Von allen zugelassenen Autos bleiben 2010 rund 70 Prozent in derselben Regionaleinstufung – im Jahr zuvor waren es gut 67 Prozent. Vielleicht sollten die süddeutschen Autofahrer zur Nachschulung in den Osten geschickt werden. Okay, das ist gemein. Ganz unkommentiert kann man die obigen Zahlen natürlich nicht stehen lassen. Zwar erklärt der GDV, dass die Regionalklassen, die zur Beitragsberechnung der
Kfz-Versicherung herangezogen werden, vom Fahrverhalten der Autofahrer beeinflusst werden. Er zählt als weitere Kriterien aber auch die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge sowie örtlichen Straßen- und Wetterverhältnisse auf. So relativieren sich die vermeintliche Looser- und Streberliste ganz schnell wieder.
Die teuersten und günstigsten Regionen sehen Sie in der Bildergalerie!
Kommentare zum Artikel (3)
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Ich bin aus Ostdeutschland und kann Eisenbär nur zustimmen! Da ein Hauptteil der Berechnungsgrundlage der Regionalklassen die Schadenshöhe ist, ist der ursprüngliche Fahrzeugwert maßgeblich für die Schadenshöhe.
Und es ist Fakt, dass in Ostdeutschland, und gerade in Brandenburg / MeckPom, durchschnittlich die Fahrzeuge mit dem geringsten Anschaffungspreis genutzt werden. Ist doch in jeder Grafik / jedem Bericht über die Kaufkraft in Deutschland nachzulesen.
Im Süden wo ich wohne werden im Gegensatz zum Osten amtlicherseits Ampelabstimmungen extrem auf Kraftstoffabsatzmaximerung gepolt. "Rote Welle maximal" - Fährt wer (im Konvoi) auf Ampeln zu, schalten sie generell kurz zuvor Rot - auf allen Trassen! Insbesondere Hauptverkehrsadern = Stauschürungswahn d Behörden != Absichtliche boshafte Methodik - Verschleiß + Auffahrunfälle ! Bin ich unterwegs, so stelle ich dass immer wieder fest, mutmaßliche Ampelfehlabstimmungen erzeugen Zeitdruck. Stop and Go Programme sind extrem unnötig+ärgerlich, eine System-Masche!
Tja, und wenn es nun damit zusammenhängt, dass die Bevölkerung im Osten einfach nur preiswertere Fahrzeuge fährt? Fahrzeuge deren Wert gering(er) ist verursachen auch weniger hohe Schäden an den Fahrzeugen.
Eine ganz simple Rechnung. Sollten selbst BILD-Reporter drauf kommen können... ;-))