Kfz-Versicherung: Sonderkündigungsrecht

Kfz-Versicherung kündigen

— 10.11.2016

So kündigen Sie Ihre Versicherung richtig

Wann kann ich die Kfz-Versicherung kündigen, und was muss ich bei der Kündigung beachten? Die wichtigsten Infos und ein Muster für die Kündigung.

Der 30. November ist der Stichtag für eine Kündigung der Kfz-Versicherung. Was muss ich beachten, damit dabei nichts schief geht? AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen.

Kündigungsfrist und Stichtag

Zu welchem Termin ist eine reguläre Kündigung der Kfz-Versicherung möglich? Gekündigt werden kann zum Ablauf des Versicherungsjahres mit Frist von einem Monat. Wird nicht gekündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Bei der Autoversicherung läuft das Versicherungsjahr bei den meisten Verträgen bis zum 31. Dezember – mit dem 1. Januar beginnt das neue Versicherungsjahr. Auch wenn der Vertrag etwa zum 1. August abgeschlossen wurde, läuft er zunächst nur bis zum 31. Dezember desselben Jahres und verlängert sich dann um ein ganzes Jahr. Stichtag für eine Kündigung des Vertrags ist der 30. November. An diesem Tag muss die Kündigung der Versicherung spätestens vorliegen, damit sie wirksam werden kann. Der Tag der Absendung (Poststempel) spielt keine Rolle!

Zu beachten: Einige Versicherungen bieten Verträge mit unterjähriger Laufzeit an. Bei solchen Verträgen beträgt die Laufzeit unabhängig vom Kalenderjahr zwölf Monate, also zum Beispiel vom 1. August bis zum 31. Juli des folgenden Jahres. Die Kündigung müsste dann bis zum 30. Juni erfolgt sein. Der Nachteil bei unterjährigen Verträgen: Da die Versicherten nicht zum Jahresende kündigen können, können sie auch nicht vom Preiskampf unter den Versicherungen profitieren. Denn zur Haupt-Wechselsaison im November werben die Versicherungsgesellschaften oft mit besonders günstigen Tarif-Angeboten um Neukunden.

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Sonderkündigungsrecht

Wann kann ich die Kfz-Versicherung außerdem kündigen? Neben der regulären Kündigung zum Ablauf des Versicherungsjahres gibt es verschiedene Anlässe, die mit einem Sonderkündigungsrecht verbunden sind:
Beitragserhöhung: Erhöhen sich die Beiträge für Ihre Kfz-Versicherung, haben Sie das Recht zu kündigen. Häufig steigen die Beiträge zum Beispiel, weil Ihr Fahrzeugtyp aufgrund der Schadensstatistik in eine andere Typklasse gerutscht ist oder sich die Risiko-Einstufung Ihres Zulassungsbezirks geändert hat (Stichwort Regionalklasse). In jedem Fall muss die Versicherung Sie über eine Erhöhung der Beiträge schriftlich informieren. In der Regel geschieht das mit der jährlichen Beitragsrechnung. Lesen Sie sich die Rechnung genau durch und vergleichen Sie sie mit der vom Vorjahr. Mitunter kann es auch zu einer verdeckten Beitragserhöhung kommen: Die Beiträge wurden erhöht, unterm Strich zahlen Sie aber weniger als im Vorjahr, weil sich auch Ihr Schadenfreiheitsrabatt erhöht hat. Sie haben in diesem Fall trotzdem das Recht zur außerordentlichen Kündigung des Vertrags. Die Frist für die Kündigung beträgt mit Erhalt der Benachrichtigung vier Wochen.
Nach einem Schadensfall: Nach jedem Schadensfall, den Sie der Versicherung melden, haben Sie das Recht zu kündigen und die Versicherung zu wechseln. Unabhängig davon, ob die Versicherung den Schaden übernimmt oder nicht. Sie können jedoch erst dann kündigen, wenn die Versicherung die Leistungspflicht in der Haftpflicht anerkannt oder abgelehnt hat, bzw. die Verhandlungen über die Leistung abgeschlossen sind. Ab dann haben Sie einen Monat Zeit, den Vertrag zu kündigen.

Was passiert beim Fahrzeugwechsel? Wenn Sie ein anderes Auto kaufen, müssen Sie dieses nicht bei Ihrer bisherigen Versicherung versichern, sondern können sich einen neuen Anbieter suchen. Die Versicherung Ihres alten Autos geht beim Verkauf auf den Käufer über. Sobald dieser bei der Zulassungsstelle die Versicherungsbescheinigung eines anderen Versicherers vorlegt, gilt der alte Vertrag als gekündigt. Sie müssen den Verkauf trotzdem Ihrer bisherigen Versicherung mitteilen.

Kündigung auch per Fax und eMail möglich?

Wie sollte das Kündigungsschreiben formuliert sein? Die Betreff-Zeile sollte "Kündigung der Kfz-Versicherung" lauten. Darunter sollten die Nummer des Versicherungsscheins und das amtliche Kfz-kennzeichen angegeben werden. Wichtig ist auch die Angabe des Kündigungsgrundes – zum Beispiel "fristgerechte Kündigung zum Ablauf des Versicherungsjahres", "Sonderkündigungsrecht wegen Beitragserhöhung" oder "Sonderkündigungsrecht wegen Schadenfall". Bitten Sie zudem immer um eine Bestätigung der Kündigung. Datum und Unterschrift nicht vergessen!
Vorlage: Hier finden Sie eine Muster-Kündigung

Muss die Kündigung per Brief erfolgen oder geht auch Fax oder eMail? Beachten Sie dazu die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Versicherungsgesellschaft. Dort steht, ob die Kündigung schriftlich erfolgen muss (Brief) oder auch in Textform möglich ist (Fax, E-Mail). Wer auf Nummer sicher gehen will, verschickt die Kündigung als Einschreiben mit Rückschein. Kommt es zu Unstimmigkeiten, kann man so problemlos nachweisen, dass das Schreiben bei der Versicherung angekommen ist. Dabei ist jedoch zu beachten, dass für die Einhaltung der Kündigungsfrist das Eingangsdatum bei der Versicherung entscheidend ist, nicht der Poststempel auf dem Brief. Schicken Sie das Schreiben besser schon etwa vier Tage vor Ablauf der Frist ab (gegebenenfalls auch Sonn- und Feiertage beachten).

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