Kfz-Versicherung wechseln — 27.10.2011
So viel Geld können Sie sparen
Bis zum 30. November können Autofahrer ihre Kfz-Versicherung kündigen und zum neuen Jahr zu einem anderen Anbieter wechseln. autobild.de zeigt an 33 Rechenbeispielen, wie viel Geld sich dabei sparen lässt.
Mit Beginn des Herbst startet die Wechselsaison bei der Kfz-Versicherung: Bis zum 30. November können Versicherte ihre Verträge regulär kündigen, um zum neuen Jahr zu einem anderen Anbieter zu wechseln. autobild.de hat nachgerechnet, wie viel sich dabei tatsächlich sparen lässt. Dazu haben wir mit unserem
Vergleichsrechner die Versicherungsbeiträge für 33 Modelle aus allen Fahrzeugklassen ermittelt. Der Unterschied zwischen günstigstem und teuerstem Tarif betrug zum Teil mehrere Hundert Euro. Spitzenreiter aus unseren Rechenbeispielen war ein Mercedes der S-Klasse, für den beim günstigsten Anbieter für Haftpflicht und Vollkasko 660,44 Euro anfielen, beim teuersten Anbieter dagegen 1290,99 Euro – eine Differenz von 630,55 Euro.
Ihre passende Kfz-Versicherung!
Auch wenn dieser Fall nur ein Beispiel ist – nach Angaben des Vergleichsportals Transparo lag bei der Auswertung von fast 20.000 Vergleichsberechnungen die durchschnittliche Differenz zwischen teuerstem und günstigstem Tarif bei mehr als 500 Euro. Doch ist das günstigste Angebot auch immer das beste? Sicher nicht. Hier gilt es, die Leistungen der Anbieter im Detail zu vergleichen. Wie hoch sind etwa die Deckungssummen, besteht der Versicherungsschutz auch bei grober Fahrlässigkeit und welche Schäden deckt eine Kaskoversicherung im Detail ab? Auch beim Vergleich der Leistungen helfen Vergleichsrechner, da sich mit ihnen einzelne Vertragsdetails verschiedener Anbieter übersichtlich gegenüberstellen lassen. Stichproben von autobild.de haben gezeigt: Sogar bei vergleichbaren Leistungen ergibt sich zwischen den Tarifen unterschiedlicher Versicherungen oftmals eine Differenz von mehr als hundert Euro.
Mitunter reicht es schon aus, auf einzelne Leistungen wie die Abdeckung von Schäden durch Marder oder die so genannte Mallorca-Police zu verzichten, um noch deutlich mehr herauszuholen. Es lohnt sich also, genau zu überprüfen, ob solche Leistungen wirklich benötigt werden. Wichtig: Achten Sie vor dem Wechsel des Anbieters darauf, dass der neue Tarif keine versteckte Verschlechterung mit sich bringt – etwa durch eine ungünstigere Staffelung beim Schadensfreiheitsrabatt.
1. Sie wollen Ihre Autoversicherung nicht wechseln? Lassen Sie dennoch Ihre Police nach dem Tarif für Neukunden kalkulieren. Denn oft zahlen die weniger als treue Altkunden. Doch Vorsicht: Beim Wechsel in einen neuen Tarif können eventuell Leistungen abweichen.
2. Wer Rabatte nutzt, sollte sie regelmäßig auf Aktualität überprüfen. Fahren Sie tatsächlich so viele Kilometer im Jahr, wie im Vertrag steht? Wenn nicht, die Kilometerleistung anpassen. Mit Glück geht es dann in die sparsamere Kilometerklasse.
3. Wer von Voll- auf Teilkasko umsteigt, spart am meisten. Oft sind es auf einen Schlag 50 Prozent des Beitrags und mehr. Aber, Achtung: Schäden aus eigener Schuld sowie durch Vandalismus sind dann nicht mehr gedeckt.
4. Wer die Vollkasko nicht gleich ganz streichen will, kann seinen Selbstbehalt (SB) erhöhen. Das spart, und gleichzeitig bleibt das Risiko auf den neu vereinbarten SB-Betrag begrenzt.
5. Ein Zweitwagen startet bei einem Beitragssatz von mehr als 100 Prozent. Doch viele Versicherer bieten mit der "besonderen Zweitwagenregelung" einen günstigeren Satz, wenn die Police für den Erstwagen einen bestimmten Schadenfreiheitsrabatt erreicht hat.
6. Fahranfänger können bei ihrem ersten eigenen Auto oft kräftig Beitrag sparen, wenn sie es bei der Gesellschaft der Eltern versichern. Voraussetzung: Die Police von Vater oder Mutter weist einen bestimmten Schadenfreiheitsrabatt auf.
7. Junge Leute können den Schadenfreiheitsrabatt von einem Verwandten übernehmen, wenn der darauf verzichtet. Wie viel Rabatt übernommen werden kann, hängt aber davon ab, wie lange der Übernehmende im Besitz eines Führerscheins ist.
8. Wenn der Sohn oder die Tochter im Rahmen des Führerscheins mit 17 am begleiteten Fahren teilnimmt, sollten die Eltern einen Versicherer suchen, der dies honoriert und den Beitrag wegen des weiteren, jungen Mitfahrers nur moderat anhebt.
9. Wenn es mal gekracht hat, kann es sich rechnen, den Schaden aus eigener Tasche zu begleichen. So bleibt der Schadenfreiheitsrabatt erhalten. Bei der Ermittlung der günstigeren Variante hilft die Versicherung üblicherweise.
10. Wer neben seinen Autoversicherungen weitere Policen hat (Rechtsschutz, Unfall), sollte auch deren Kosten einmal genau auf Sparpotenzial überprüfen.
Autoversicherung 1 von 10
Auch wer den Anbieter nicht wechseln möchte, kann eventuell sparen. Unser Tipp: Fragen Sie Ihre Versicherung (anonym) einmal nach den Beiträgen für Neukunden, denn die sind oftmals deutlich günstiger als die für treue Altkunden. Ist bei ähnlichen Leistungen eine Ersparnis drin, wechseln Sie in den neuen Tarif. Grundsätzlich könnten die Beiträge für Kfz-Versicherungen im kommenden Jahr übrigens steigen: Medienberichten zufolge werden die Autoversicherer ihre Tarife nach jahrelangen Preiskämpfen
deutlich anheben . Was Autofahrer wissen sollten: Erhöhen sich für einen laufenden Vertrag die Beiträge, hat der Versicherte das Recht zur
außerordentlichen Kündigung – auch über den 30. November hinaus.
In der Bildergalerie oben finden Sie unsere Rechenbeispiele* für 33 Modelle aus allen Fahrzeugklassen.*
Versicherungsprofil für alle Datensätze: Mann, 50 Jahre, verheiratet, Angestellter; Zulassung: Frankfurt/M. (PLZ 60311), keine Garage, kein Wohneigentum, Nutzung privat, Erstzulassung
und Versicherungsbeginn 1.11.2011, Führerschein seit 1981, Ehepartner (45) fährt mit, VK/TK 300/150 Euro SB, SF-Klasse 25 in KH und VK, 12.000 Kilometer pro Jahr, Fahrzeug eigenfinanziert.