Kfz-Versicherung: connected

Kfz-Versicherung wertet Fahrverhalten aus

— 17.04.2013

Der gläserne Fahrer kommt

Der Mobilfunkbetreiber Telefónica will noch 2013 die Autos mit der Versicherung vernetzen. So lassen sich die Prämien dem Fahrverhalten anpassen.

Wer häufig zu schnell unterwegs ist, wird bald wohl höhere Versicherungsprämien zahlen.

(dpa) Der Mobilfunkbetreiber Telefónica will bis Ende 2013 eine neue Technik in Deutschland einführen, die das Fahrverhalten von Autofahrern erfasst und flexiblere Versicherungstarife ermöglichen soll. Nach der Einführung des Systems in Spanien mit der Versicherungsgruppe Generali würden nun Gespräche mit mehreren Versicherern in Deutschland geführt, sagte Markus Haas, Strategie-Vorstand von Telefónica Deutschland der Nachrichtenagentur dpa.

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'Darf die Versicherung Ihr Fahrverhalten auswerten?'

Im Zentrum des Systems mit der Bezeichnung Telefónica Insurance Telematic steht ein Modul, das in das Auto eingebaut wird und Fahrinformationen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Bremsverhalten oder Nachtfahrten erfasst. Diese Daten werden über Mobilfunk an die Versicherungsgesellschaft übertragen. Diese lassen sich dann in Form von Punkten bewertet, die auf unterschiedliche Weise für die Berechnung der Versicherungsprämie herangezogen werden. Haas: "So können Risikogruppen besser eintarifiert werden." Umgekehrt sei es auch denkbar, dass positive Punkte gesammelt werden, um die Höhe der Versicherungsprämie zu reduzieren. Wann das System in Deutschland eingeführt wird, stehe noch nicht fest, so Haas weiter. Er gehe aber davon aus, dass es bis Ende des ersten Jahres erste Angebote geben werde.
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Big Brother Blackbox: Ähnlich wie in Flugzeugen kann eine Blackbox im Kofferraum Fahrtdaten mitschreiben.

Auf die Frage nach dem Datenschutz sagte der Telefónica-Manager: "Das ist ein sehr transparenter Prozess." Der Kunde müsse jedem Schritt ausdrücklich zustimmen. Eine Erfassung von Bewegungsprofilen sei ausgeschlossen. Das Telefónica-System sieht auch eine Smartphone-App vor, die den Versicherten die aktuelle Auswertung ihres Fahrverhaltens anzeigt. Der  Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sieht solche Modelle aber dennoch sehr kritisch. Vor allem, wenn ein Auto von mehreren Nutzern gefahren werde, sei eine solche Datenspeicherung problematisch, weil der Halter (Versicherungsnehmer) die anderen dann kontrollieren könne. Außerdem befürchtet er, dass  die Freiwilligkeit künftig zu einem "ökonomischen Zwang" werden könnte – "hier sollte der Gesetzgeber einen Riegel vorschieben".

Autor: Maike Schade

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