Kfz-Versicherungen

Kfz-Versicherungen

— 15.05.2002

VW will Engagement verstärken

Volkswagen denkt über ein stärkeres Engagement bei Kfz-Versicherungen nach.

"Wir werden uns in den kommenden ein bis zwei Jahren mit diesem Thema konzeptionell befassen", sagte der Vorstandsvorsitzende der VW Financial Services AG (Braunschweig), Norbert M. Massfeller. Es gehe weniger darum, eine eigene Versicherungsgesellschaft zu gründen. "Das ist nur die Ultima Ratio." Mit Partnern aus der Versicherungsbranche sollen auch europaweit "intelligente Geschäftsmodelle" entwickelt werden. Bisher habe der VW VersicherungsService keine Prämienhoheit. Daher gebe es für Kunden lediglich mit der "Prämie light" in Verbindung mit einer Auto-Finanzierung oder einem Leasingvertrag ein eigenes Angebot, das bei den Partnerversicherungen wie der Allianz AG nicht zu erhalten sei. Insgesamt habe der VW VersicherungsService rund eine Million Verträge im Bestand.

Massfeller verwies darauf, dass Autohersteller bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge auf günstige Reparaturkosten achten könnten. VW investiere dafür im Gegensatz zu anderen Produzenten erheblich. Zudem könne ein Hersteller mit Niederlassungen samt Werkstattnetz über die Kosten für Leihwagen und Reparatur selber "die Schadensquote positiv beeinflussen". Dies müsse sich auch in der VW-Kasse positiv bemerkbar machen und nicht allein bei den Versicherungen.

Der Chef der VW-Finanzdienstleistungstochter setzt auch auf eine europaweite Angleichung der Versicherungssysteme. Anders als in Deutschland mit seinen Kaskoklassen werde zum Beispiel in Frankreich die Kfz-Versicherung auf Grund des Neupreises eines Autos berechnet. Dies berücksichtige die tatsächlichen Reparaturkosten eines bestimmten Typs aber nicht. Damit "subventioniere" VW durch günstige Reparaturkosten indirekt andere Hersteller mit teureren Folgekosten bei Unfällen. "Diese Strukturen können in Europa nicht so bleiben wie sie sind." Es sei daher nicht auszuschließen, dass VW seinen Kunden im Ausland auf dem Kaskoklassen-Prinzip basierende günstigere Kfz-Versicherungen für seine Fahrzeuge anbiete. Dabei werde es zwar keine europaweit einheitlichen Prämien geben, aber immerhin angenäherte Systeme.

Laut Massfeller wird die VW-Bank wie angekündigt noch in diesem Jahr ihr Direktbankgeschäft in Europa ausbauen. Erste Ziele seien Italien, Frankreich und Spanien. In einem überschaubaren Zeitrahmen sollen Einlagen von zwei bis drei Milliarden Euro erzielt werden. Bei der VW Bank direct sind es in Deutschland derzeit rund fünf Milliarden Euro. Damit kann die VW-Bank ihre Autokredite günstig finanzieren. Etwa 18 bis 20 Prozent der Kreditsumme seien durch Einlagen bei der VW Bank gedeckt. (autobild.de/dpa)

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.