Kia Carnival 2.9 HPDi EX

Test Kia Carnival 2.9 HPDi EX Test Kia Carnival 2.9 HPDi EX

Kia Carnival 2.9 HPDi EX

— 13.02.2002

Dieses Angebot sitzt

Wo gibt es das sonst? Fünf Meter Van, bis zu sieben Sitzplätze und ein dicker Diesel zum Preis eines gut ausgestatteten Golf. Kia zeigt mit dem Carnival ein Herz für Großfamilien.

Viel Auto fürs Geld

"Freuen Sie sich, es werden Zwillinge!" Wenn der Doktor dramatischen Familienzuwachs ankündigt, landet manch einer nach den ersten Freudensprüngen schnell auf dem Boden der Tatsachen: Verkraftet die Haushaltskasse ein Auto, in das eine Großfamilie reinpasst? Mitsamt Dreirad, Mountainbike und Urlaubsgepäck? Erste Recherchen bestätigen schlimmste Befürchtungen: Die 60.807 Mark etwa für den Renault Grand Espace 2.2 dCi liegen nun wirklich nicht auf dem Sparbuch rum.

Da lohnt es sich, mal in eine andere Richtung zu denken. So wie die Amerikaner, die sich seit geraumer Zeit verschärft auf die koreanischen Sonderangebote stürzen. Kia schaffte dort sogar ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grund ist schlicht und einfach: Koreanische Autohersteller bieten eine Menge Auto fürs Geld.

Für den neuen Carnival, der wegen Lieferproblemen erst im Februar die deutschen Kunden erreicht, gilt das ganz besonders. Der 4,93 Meter lange Van mit zwei hinteren Schiebetüren und sieben Sitzplätzen kostet als Diesel nur 44.691 Mark in der Basisversion LX. Basis heißt in diesem Fall: ABS, zwei Airbags, Klimaanlage und Metalliclack. Der getestete EX kostet knapp 2200 Mark mehr und bietet Annehmlichkeiten wie Regensensor, Dachreling oder einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz.

Ausstattung und Komfort

Massenhaft Platz gibt es in jedem Fall. Wenn alle hinteren (schweren) Sitze herausgewuchtet worden sind, gähnt ein 3321 Liter großer Laderaum hinter der Heckklappe. Als Viersitzer bleiben noch bis zu 1604 Liter - gut dreimal so viel wie bei einer Mercedes S-Klasse. Nur wenn alle Sitze stehen bleiben, muss man sich mit 302 Litern begnügen. Zu knapp für eine Zwillingskarre. Die hintersten Einzelsitze bilden zusammen eine Bank und sollen für drei Personen gut sein - solange die im Vorschulalter sind, dürfte das vielleicht gut gehen. Eis essen die lieben Kleinen am besten draußen, um den sorgfältig verlegten, klecker-empfindlichen Teppich wäre es schade.

Auch das gut verarbeitete Armaturenbrett verbreitet wohnliche Atmosphäre. Sicher, es geht immer aufwendiger, moderner, aber wollen wir das wirklich? Dann lieber üppige 2,9 Liter Hubraum. Auch wenn dieser Diesel reichlich Steuern frisst: 870 Mark pro Jahr; es sei denn, man lässt ein Gesamtgewicht von 2810 Kilo eintragen. So kostet der Carnival nur 337 Mark, weil er dann als Laster gilt.

Motoren und Fahrleistungen

Durchaus passend dazu: der riesige Vierzylinder mit 144 PS und rauem Kaltlauf sowie Windgeräuschen ab 130 km/h auf der Autobahn, die tatsächlich an einen Kleinlaster erinnern. Dass dennoch kein VW-Transporter-Gefühl aufkommt, ist der weichen Fahrwerkabstimmung zu verdanken, die jedoch im Verein mit soliden Bremsen keine fahrdynamischen Rätsel aufgibt. Was dem Kia fehlt, sind Seitenairbags und ESP, doch scharf kalkulierte Preise haben nun mal ihren Preis.

Preise, kosten und Fazit

Fazit Kaum zu glauben, dass ein Hersteller so viel Auto für so wenig Geld bieten kann. Gewiss, es fehlt der letzte Feinschliff beim Komfort und bei der Sicherheitsausstattung. Doch das ist sicher nur noch eine Frage der Zeit. Und: Koreaner lernen schnell.

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