Kia cee'd im Test

— 07.12.2006

Ein waschechter Europäer

Der Korea-Golf! Entwickelt bei uns, gebaut in der Slowakei: So europäisch getrimmt soll der cee'd Golf-Kunden ködern.
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Von Margret Hucko Kia hat mit dem cee'd einen echten Schlüssel zum Erfolg gefunden. Einen ziemlich simplen: schwarzer Kunststoff, ausklappbarer Bart. Dieser Zündschlüssel ist ein Türöffner in eine chancenreiche Zukunft, das kann man jetzt schon sagen. Denn er ist der gleiche wie im meistverkauften Modell in Deutschland – dem VW Golf. Kias neuer Kompaktwagen kommt nicht mehr aus Korea, sondern aus Europa. Entwickelt im Kia-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, gebaut in der Slowakei. Das spürt man auch beim Fahren. Designer und Ingenieure stimmten den 4,24 Meter langen Wagen ganz auf den europäischen Massengeschmack ab. Der steht, was die Motorenauswahl betrifft, vor allem auf Diesel. Zwei Vierzylinder mit jeweils 1,6 Liter Hubraum (90, 115 PS) gibt es ab Verkaufsstart (20. Januar), später soll noch der 2.0 CRDi aus dem Carens folgen. Außerdem ergänzen drei Benziner das Angebot (109, 122, 143 PS).
Überblick: News und Tests zum Kia cee'd
Die Schlüsselrolle bei den Dieseln spielt der 115-PS-Vierzylinder. Zwischen 1900 und 2750 Touren erreicht er sein maximales Drehmoment von 255 Nm. Für den Fahrer bedeutet das schaltfaule Fortbewegung. Anfahren im ersten Gang, ab 60 km/h in den fünften Gang wechseln und dort bis Tempo 188 bleiben. Was fehlt, ist ein sechster Gang für die Autobahn. In puncto Abgasreinigung müssen sich Kunden ein wenig gedulden. Es gibt zwar zu Beginn einen Rußfilter, allerdings mit einem wenig effektiven offenen System. Das geschlossene System für den 115-PS-Diesel kommt erst im Mai.

Genügsam und gut: Das Fahrwerk wird den Europäern gefallen.
Genügsam und gut: Das Fahrwerk wird den Europäern gefallen.
Bei der Abstimmung des Fahrwerks bewiesen die Ingenieure überraschend viel Feingefühl. Die Feder-Dämpfer-Kombination besitzt die Harmonie eines "Guten-Morgen-Tees" – belebend, aber nicht aufwühlend. Das gilt auch für den Innenraum. Schnörkellose Rundinstrumente zeigen Drehzahl, Tempo und den Tankinhalt an. Das Armaturenbrett ist aus weichem Kunststoff sauber gearbeitet. Wie die schützende Außenhaut eines Taucheranzugs fühlt sich das Material an – gummiert, schwarz und elastisch. Kia scheint von der Qualität des eigenen Kompakten so überzeugt, dass sie ihn mit Lebensversicherung an den Kunden liefern: Sieben Jahre Garantie gibt es auf den cee'd. Mehr als dreimal so lange wie auf einen VW Golf. Und das zu einem Knüller- Preis. Rund 14.800 Euro wird der kleinste Benziner (109 PS) kosten. Mit ordentlicher Ausstattung wie CD-Radio, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer und ESP. Ein vergleichbarer Golf (102 PS) kostet satte 3000 Euro mehr. Und das könnte zum wahren Schlüsselerlebnis werden. Zunächst für die Kunden – und dann vielleicht auch für VW?
Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko
Margret Hucko
Margret Hucko
Der cee'd passt nicht nur aufgrund seiner Größe perfekt ins europäische Lager der Kompakten. Allroundtalent im praktischen Umgang, ein emsiger Dieselmotor, das ordentliche Fahrverhalten und die gute Sicherheitsausstattung rücken den Kia dicht an den Golf & Co heran.

Technische Daten cee'd 1.6 CRDi Vierzylinder Turbodiesel, vorn quer eingebaut • vier Ventile je Zylinder • Hubraum 1582 cm³ • Leistung 85 kW (115 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 255 Nm bei 1900–2750/min • Vorderradantrieb • Fünfgang-Schaltgetriebe • Scheibenbremsen v./h. • L/B/H 4235/1700/1480 mm • Radstand 2650 mm • Leergewicht 1468 kg • Kofferraumvolumen 340–1300 Liter • Tankinhalt 53 Liter • Höchstgeschwindigkeit 188 km/h • Verbrauch 4,7 l Diesel (EU-Mix) Preis: circa 18.000 Euro.
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