Kia in Seoul 2009

Kia Sorento (2010) Kia Sorento (2010)

Kia in Seoul 2009

— 09.04.2009

Doppeltes Heimspiel

Sieben Jahre nach dem Start bringt Kia den neuen Sorento. Premiere feiert das SUV – genau wie die Oberklasse-Studie Vision VG KND-5 – beim Heimspiel auf der Seoul Motor Show 2009.

Bisher galt der neue Kia Sorento als Geheimsache. Doch jetzt kommt Licht ins Dunkel, das Korea-SUV steht in ganzer Pracht auf der Seoul Motor Show (2. bis 12. April 2009). Mit 4,69 Meter Länge ist der Sorento nochmal größer als der Vorgänger (plus zehn Zentimter) und nimmt bis zu sieben Personen mit auf die Reise. Statt auf einen Leiterrahmen setzen die Koreaner jetzt auf eine selbsttragende Karosserie, die Maxime heißt also weg vom Offoader hin zum "Onroader" mit mehr Fahrkomfort. Chef-Designer Peter Schreyer hat ein Lächeln in die Front gezaubert, indem er in den geschwungenen Grill weit nach hinten gezogene Scheinwerfern integrierte. Dunkle Einfassungen für die Nebelscheinwerfer lassen den neuen Sorento noch sportlicher wirken. Dazu erscheint die Seitenlinie mit schmaleren Fenstern filigraner und dynamischer. Das Heck mit einer kleineren Scheibe und breiten C-Säulen geriet hingegen sehr massig und dürfte die Sicht nach hinten einschränken. Die Technik teilt sich der Sorento II mit dem Hyundai ix55, der in den USA bereits seit 2007 als Veracruz verkauft wird und jetzt auch bei uns um Kundschaft buhlt.

Allrad auf Wunsch

Die breite C-Säule dürfte die Sicht nach hinten erschweren.

Bei den Motoren legt Kia deutlich zu. Ob der Sorento auch den neu entwickelten 3.0 V6 CRDi mit 240 PS und Sechsgang-Automatik bekommt, ist unklar. Auf jeden Fall kündigt Kia einen 2,2-Liter-Diesel an, der 197 PS leisten soll, deftige 435 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt und die Euro 5-Abgasnorm erfüllt. Ein 2,4-Liter-Benziner mit 175 ist ebenso beschlossene Sache wie ein 2,7-Liter-Motor mit 165 PS, der auch Autogas verträgt. In einigen Märkten ist der neue Sorento mit einem 277 PS starken 3,5-Liter-V6-Benziner erhältlich, für Deutschland wird er wohl wegen seines Verbrauchs kein Thema sein. Bei den Getrieben hat der Kunde die Wahl zwischen manuellen Fünf- und Sechsgang-Getrieben oder einer neuen Sechsstufen-Automatik, die entweder nur die Vorderräder oder beide Achsen antreibt. Als Allradler darf der Sorento 2500 Kilo an den Haken nehmen und kommt mit einem Berganfahrassistenten, der das Rückwärtsrutschen verhindert sowie einem Bergabfahrassistenten.

Innen wird der Sorento deutlich nobler als Generation Nummer Eins. Die Sechsgang-Automatik ist neu.

Innen gibt sich der Sorento luxuriöser als bisher, je nach Markt sollen Technik-Schmankerl wie ein schlüsselloses Zugangssystem (Keyless Entry), Starterknopf, Rückfahrkamera, integrierte Satelliten-Navigation oder ein Panorama-Glasdach erhältlich sein. Wegen des nach vorn gerückten Armaturenträgers soll der Koreaner deutlich mehr Platz haben als die erste Sorento-Generation. Ein Dreispeichenlenkrad mit Bedienelementen für das Audio-System soll ebenso wie die Instrumenteneinheit mit drei Anzeigen in sportlicher Röhren-Optik zum Kia-Markenzeichen werden, die sich in ähnlicher Form bereits im Magentis und im Soul wiederfindet. Die dritte Sitzreihe ist wie im Hyundai ix55 Serie und klappt mit einem Handgriff weg, so wird der Sorento zum echten Lademeister. 15 Prozent mehr Kofferraumvolumen versprechen die Koreaner ohne konkrete Zahlen zu nennen. Fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest sind fest anvisiert, ESP und sechs Airbags sind Serie. Wann der neue Sorento nach Deutschland kommt, verrät Kia noch nicht.

Oberklasse nicht für Europa

Dass Kia auch die Oberklasse nicht vergessen hat, beweist die Studie "VG". Bereits Ende 2009 soll die 4,95 Meter lange Limousine den Heimatmarkt erobern, ein Export nach Europa ist derzeit nicht angedacht. Kein Wunder, denn der aktueller Oberklasse-Vertreter Opirus ist hierzulande ein echter Ladenhüter. In Seoul steht die neue Business-Class noch mit dem geheimnisvollen Kürzel KND-5 und laut Kia mit "dem Gesichtsausdruck eines fauchenden Tigers". Trotz der Länge und des langen Radstandes von 2,85 Metern ist das neue Flaggschiff nur 1,48 Meter hoch, bei der Studie betonen fette 20-Zöller die sportliche Erscheinung. Auffällig sind die LED-Frontscheinwerfer und das große Panorama-Glasdach, das nahtlos an die Winschutzscheibe anschließt. Standesgemäß fällt auch der Antrieb aus: Unter der langen Haube sitzt ein 3,5-Liter-V6, der seine Kräfte an eine Sechsgang-Automatik schickt. Zum Innenleben des futuristisch anmutenden "VG" macht Kia keine Angaben, auffällig sind die wenigen Bedieneinheiten und der prominent platzierte Starterknopf in der Mitte des Armaturenträgers.

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