Kia Opirus

Kia Opirus Kia Opirus

Kia Opirus

— 07.07.2003

Koreaner für Aufsteiger

Gut kopiert, Kia: Der Opirus ist eine Kreuzung aus Mercedes-Benz E-Klasse, Jaguar S-Type und Lancia Thesis. Ergebnis: der beste Kia, den es je gab.

Ausstattung und Preis

Jetzt greift Kia nach den Sternen. Vollleder-Ausstattung, Zweizonen-Klimaautomatik, acht Airbags, Navigations-Radio, elektrisch verstellbares Lenkrad, Xenon-Licht, elektronische Stoßdämpferverstellung, ESP. Dazu ein 3,5 Liter-V6 mit Fünfgangautomatik.

Bei deutschen Premiumherstellern kostet so was locker über 40.000 Euro. Mindestens. Nicht so bei Kia. Die Koreaner bieten uns den fast fünf Meter langen Opirus ab Ende August für sagenhafte 36.600 Euro. Nur Metalliclack (400 Euro) und das Becker-Online-Pro-Navradio (600 Euro, Serie Traffic Pro) kosten extra.

Zweite große Überraschung: Das Luxus-Schiff fährt richtig gut, ist der beste Kia, den es zu kaufen gibt. Der Opirus rollt ausgesprochen satt und ansehnlich über die Straße. Das Vieraugengesicht gleicht dem der alten E-Klasse. Auch Sitzverstellung in den Türen, Feststellbremse per Pedal und Rückleuchten schmecken stark (und sicherlich nicht rein zufällig) nach Mercedes-Benz.

Komfort und Sicherheit

Genau wie der Komforteindruck. Kaum hörbar zieht der Flüster-V6 die 1,8 Tonnen souverän nach vorn. Die Automatik – auch per Hand bedienbar – schaltet sanft und nahezu ruckfrei. Nur bei vollem Leistungseinsatz wirkt der 203-PS-Motor angestrengt und der Gangwechsel etwas zäh. Ganz klar: Der Opirus ist ein Gleiter.

Daran ändert auch das elektronische Kontrollsystem für die Dämpfer (ECS-Taste auf der Mittelkonsole) nichts. Eine Sportlimousine wird der Opirus damit sicher nicht.

Das Fahrwerk – bislang ein Kia-Schwachpunkt – ist weich, aber sicher abgestimmt. Schlechte Straßen meistert der Opirus fast so souverän wie die etablierten Mitbewerber. Nur grobe Straßenfugen bringen den Wagen zum Zittern und dürften noch eleganter geschluckt werden.

Fahrleistungen und Verbrauch

Im Grenzbereich schiebt der kopflastige Fronttriebler gut beherrschbar über die Vorderräder. Erst bei extremen Manövern wird ein sanfter Einsatz des ESP spürbar. Klares Indiz für ein ausgesprochen gutmütiges Eigenlenkverhalten.

Diesen Kia zu kritisieren fällt schwer. Ansätze bieten höchstens Details wie fehlende Leselampen hinten. Die Verarbeitung ist von beeindruckender Qualität und weit entfernt vom einstigen Korea-Standard.

Und der Verbrauch? Da haben wir ihn: Wer den Opirus voll beschleunigt (9,2 s bis 100 km/h) und die Spitze von Tempo 220 ausreizt, ist mit 17 Litern und mehr unterwegs. Der Durchschnittsverbrauch soll laut Werk bei 11,4 Litern liegen, ein Diesel ist für den Opirus nicht in Sicht. Verdient hätte er ihn allemal.

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