Fahrbericht Kia Optima

Kia Optima: Test

— 16.11.2015

Erste Fahrt im Kia Optima

Mehr Raum, Komfort und Assistenten verspricht Kia mit dem neuen Optima. Bei der ersten Ausfahrt fanden wir vor allem mehr Ruhe.

Mehr Ruhe im neuen Kia Optima? Wie geht das denn? Der Diesel ist doch nahezu unverändert vom Vorgänger übernommen! Ganz einfach: Mit einer besseren Dämmung gelang es den Technikern, dem 1,7-Liter-Vierzylinder zeitgemäße Flüstertöne beizubringen. Wer mit 100 km/h über die Landstraße gleitet, hört Reifen rauschen, Winde um die Fenster zischeln – aber wenig vom Motor.

Der Kia Optima ist ein automobiles Entschleunigungsprogramm

Video: Kia Optima (2016)

Mehr Komfort im Koreaner

Beim zügigen Beschleunigen knurrt er zwar in dieseltypischer dunkler Tonlage, aber immer in der gebotenen Ruhe, die wir heute von einer Mittelklasse-Limousine erwarten. Dass es dabei nicht allzu stürmisch vorangeht, liegt schlicht und einfach an der nicht gerade überschäumenden Leistung. 141 PS (statt 136 PS) in einer 4,85-Meter-Limousine – damit lässt sich kein Sportwagen an der Ampel abhängen. Aber, ganz ehrlich, es reicht. Die Werksangaben versprechen, dass der Optima in zehn Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und 195 km/h Spitze schafft. Sehen wir es positiv: Optima fahren entschleunigt, die Hektik bleibt draußen, das automatische DSG-Getriebe trägt mit seinen sanften Schaltvorgängen dazu bei. Die großen, straff gepolsterten Sitze drücken selbst auf weiten Fahrten nicht, und im Fond können lange Kerls ihre Beine ausstrecken.
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Der Sportmodus des adaptiven Fahrwerks passt nicht zum Auto

In der weichsten Einstellung ist der Kia ein gemütlicher Gleiter – nur der Abrollkomfort bleibt hölzern.

Der neuen Ruhe fühlt sich auch das Fahrwerk verpflichtet. Per Knopfdruck in der Mittelkonsole kann der Fahrer zwischen sportlicher Härte – diese Abstimmung passt gar nicht zum großen Kia – und einer schmuseweichen Dämpfereinstellung wählen, in der der Optima beim Überfahren von Buckeln und Wellen gemütlich schaukelt und wippt. Nur gegen den etwas hölzernen Abrollkomfort bleibt die Dämpferverstellung hilflos. Querfugen, Absätze im Asphalt, Gullydeckel oder Kopfsteinpflaster bringen die große Limousine ins Stolpern. Was die Ruhe im Optima bisweilen ein wenig stört. Zur Sicherheit fährt ein ganzer Trupp an neuen Assistenten mit. Die sollen eingreifen, wenn es brenzlig wird: Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurhalte- und Spurwechselassistent, ein Querverkehrwarner. Ebenfalls an Bord sind adaptives Kurvenlicht, Fernlichtassistent und Verkehrszeichenerkennung. Beruhigend, wenn es funktioniert.

Genau wie die Preise inklusive sieben Jahren Garantie: Ab 24.998 Euro kostet der Optima, 41.500 Euro der mit Extras vollgestopfte Testwagen.

Technische Daten Kia Optima 1.7 CRDi • Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum: 1685 cm³ • Leistung: 104 kW (141 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment: 340 Nm bei 1750/min • Vmax: 195 km/h • 0–100 km/h: 11,0 s • Antrieb: Vorderradantrieb, Siebengang-Doppelkupplung • Tankinhalt: 70 l • L/B/H: 4855/1860/1465 mm • Kofferraum: 510 l • Leergewicht: 1605 kg • EU-Mix: 4,4 l Diesel/ 100 km • Abgas CO2: 116 g/km • Testwagenpreis 41.500 Euro.
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Der neue Kia Optima ist kein Wunderauto. Aber ein ordentlicher Typ, der nicht nervt. Wer einfach bequem von A nach B fahren möchte und dafür nicht so viel Geld ausgeben will, sitzt richtig im koreanischen Passat-Konkurrenten.

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