Kaufberatung Kia Picanto

Kia Picanto: Kaufberatung

Gesucht: der beste Picanto

Mit Einführung der offroadmäßig angehauchten X-Line und des 101-PS Dreizylinders ist die Picanto-Bande komplett. Zeit für eine Kaufberatung.
Wenn Sie ein Auto für 10.000 Euro suchen, bekommen Sie heutzutage beispielsweise einen 16 Jahre alte Porsche Boxster mit annähernd 200.000 Kilometern; oder einen älteren, rund zwei Tonnen schweren BMW 7er mit V12 unter der Haube; oder einen neuen, praktischen und sparsamen Kia Picanto mit sieben Jahren Garantie. Mit ein paar Abstrichen beim Fahrspaß. Der Reihe nach: Der Picanto ist Kias kleinstes Modell und in der dritten Generation bereits seit April 2017 auf dem Markt. Aber erst mit der zum Jahreswechsel vorgestellten X-Line und dem Turbo-Dreizylinder mit 101 PS ist die Picanto-Bande vollständig.

Gebrauchtwagensuche: Kia Picanto

Der Picanto überrascht mit seinem Raumangebot

Das Platzangebot ist nicht üppig, aber in Anbetracht der Kleinstwagendimensionen ganz ordentlich, insbesondere nach oben und zur Seite.

Dass der Picanto praktischer veranlagt ist als ein Porsche Boxster, dürfte niemanden überraschen. Überraschend ist aber, wie viel Raum Kia in dem 3,60 Meter (X Line: 3,67 m) kurzen Kleinstwagen verpackt: In der ersten Reihe können sich auch Fahrer jenseits der Zwei-Meter-Marke kommod einrichten. Unter nicht gar so extremen Vorzeichen hält es im Fond auch ein 1,85-m-Mann auf mittleren Strecken aus. Zudem ist der ausschließlich fünftürig gefertigte Picanto als Fünfsitzer zugelassen. Der Kofferraum fasst – zunächst bescheidene – 255 Liter. Aber im Knirps-Segment kann das derzeit kein Konkurrent besser. Wird dann die Rückbank umgeklappt, stehen 1010 Liter zur Verfügung. Ab der Linie Edition 7 (1600 Euro) entfällt dank des doppelten Ladebodens die lästige Schwelle auf der Innenseite. Sinnvoll ergänzt wird das üppige Raumangebot von einem Zuladungsmaximum knapp über 500 Kilogramm.
Überblick: Alles zum Kia Picanto

Sparsamkeit ist nicht die Spezialität des Kia

Die Fahrwerksabstimmung des Picanto tendiert generell in Richtung Komfort.

Dass der Picanto weniger Sprit braucht als ein BMW 750i, dürfte ebenso wenig überraschen wie der Praxisvorteil gegenüber dem Porsche. Aber bloß, dass er sparsamer ist, heißt noch nicht, dass er auch sparsam ist: Auf unserer Testrunde genehmigte sich der ebenfalls neu eingeführte Turbo-Dreizylinder mit 101 PS 6,2 Liter Super, im etwas höheren und stämmigeren X-Line sogar 6,5 Liter. Beide Verbrauchswerte sind alles andere als rekordverdächtig und weichen zudem deutlich von der Werksangabe mit 4,5 Liter ab. Dafür ist das 101-PS-Aggregat ein Spaßgarant, der im Normalbetrieb unauffällig leise bleibt, unter Last aber motiviert knurrt. Die beiden anderen Motoren in der Picanto-Palette sind Saugbenziner. Die Basis bildet der Dreizylinder, der 67 PS leistet. Er ist seiner Charakteristik nach zwar recht gelungen, aber selbst im 900 Kilo leichten Picanto kommt mit dem Motor kaum Fahrfreude auf. Der nur wenig hubraumstärkere 1,2-Liter-Vierzylinder mit immerhin 84 PS macht da schon eine bessere Figur. Er ist direkt in der Gasannahme, die Leistungsabgabe erfolgt linear, und er bietet gegenüber dem Turbomotor einen deutlichen, teils ausstattungsbedingten, Preisvorteil.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Alle Motoren sind an ein manuelles Fünfganggetriebe gekoppelt, für das mittlere Aggregat steht eine Wandlerautomatik mit vier Fahrstufen zur Wahl. Ab der Ausstattungslinie Spirit verfügen alle Handschalter zudem über eine Start-Stopp-Automatik. Der sich daraus ergebende Verbrauchsvorteil beträgt aber nur 0,1 bis 0,2 Liter. Weitere Infos zum Kia Picanto sowie die konkreten Kaufempfehlungen der Redaktion finden Sie in der Bildergalerie.

Kaufberatung Kia Picanto

Kia PicantoKia PicantoKia Picanto

Modellpalette 1.0 1.2 1.0 T-GDI
Motor / Hubraum R3 / 998 cm3 R4 / 1248 cm3 R3, Turbo / 998 cm3
Getriebe (man. | autom.) 5-Gang | – 5-Gang | 4-Stufen-Wandler 5-Gang | –
kW (PS) bei 1/min 49 (67) / 5500 62 (84) / 6000 74 (101) / 4500
Nm bei 1/min 96 / 3500 122 / 4000 172 / 1500-4000
Höchstgeschwindigkeit 161 km/h 173 | 161 km/h 180 km/h
0–100 km/h 14,3 s 12,0 | 13,7 s 10,1 s
Verbrauch (ECE-Mix) 4,4 l S 4,6 | 5,4 l S 4,5 l S
Abgas CO2• Norm 101 g/km • Euro 6b (6d-Temp*) 106 | 124 g/km • Euro 6b (6d-Temp*) 104 g/km • Euro 6b (6d-Temp*)
Ottopartikelfilter
Grundpreis 9990 Euro 12.150 | 15.550 Euro 16.090 Euro
Fazit Heißer Preis, lauer Antrieb: Diesen Kompromiss können Sie aber, allein mit Blick auf Kias Garantie, durchaus eingehen. Insbesondere bei geringen Kilometerleistungen. Der Vierzylinder ist eine gute Wahl für den Picanto; direkt in der Gasannahme und mit genügend Kraft für alle Kleinstwagen-Aufgaben. Nur für ihn steht ein Automatikgetriebe zur Wahl. Mit dem Turbo-Dreizylinder wird der Picanto zum munteren Kerlchen. Der Motor dreht ohne einzuknicken aus, klingt kernig und bereitet tatsächlich Freude. Leider teuer.
Ökotrend-Wertung 2- 3+ 2-
*Modelle ab Produktionsmonat Juni 2018

Attila Langhammer

Fazit

Pikant ist am Picanto der selbstbewusste Auftritt. Und auch der mögliche Ausstattungsumfang lässt manchen Kleinstwagen-Konkurrenten pikiert zur Seite schauen. Aber an entscheidender Stelle wurde leider die Chance verpasst, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen: Die sportlich herausgeputzte GT Line muss mit dem wenig sportlichen Serienfahrwerk auskommen. Warum? Mit tieferem Schwerpunkt und etwas strafferer Abstimmung wäre aus dem quirligen Knirps ein echter Quirl geworden. Die Lenkung jedenfalls hätte dem nicht im Wege gestanden. Umgekehrt ging es bei der X Line ja auch, den Kleinen etwas anzuheben, um die SUV-Optik zu betonen. Unabhängig davon passt sich der Picanto gut in den Alltag ein: wendig in der Stadt, als Fünftürer mit maximalem Praxisnutzen auf kleiner Fläche und dennoch genug Reserven, den einen oder anderen Autobahnkilometer zu meistern.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.