Kaufberatung Kia Picanto

Kia Picanto Kia Picanto Kia Picanto

Kia Picanto: Kaufberatung

— 23.02.2016

Gesucht: Der beste Kia Picanto

Ein bisschen mehr Pfeffer durfte es sein für den Picanto. Kräftigere Schürzen, viel Komfort auf Wunsch, Euro-6-Motoren und ein wuseliger Charakter machen Kias Kleinsten seit dem Facelift noch appetitlicher.

Als Picanto Nummer eins 2004 auf den Markt kam, gewann er auf Anhieb etliche Vergleichstests, etwa gegen den Daihatsu Cuore, den Fiat Panda und den ein Jahr später folgenden Citroën C1. Sein Vorteil: Er bot serienmäßig fünf Türen, punktete mit netter Einrichtung und manierlichem Fahrverhalten bei einem Basispreis von 8700 Euro. Damit war er einer der günstigsten Minis seiner Zeit. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Aktuell steht bereits das Facelift von Generation zwei bei den Händlern, das in dreitüriger Ausführung bei 8990 Euro startet.
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Die Optik wandelt sich von niedlich zu angriffslustig

Der Beifahrersitz ist auf einen 1,80-Meter-Mann eingestellt, doch der Redakteurin bleibt mit ihren 1,67 Metern genug Luft.

An das niedliche Antlitz des ersten Picanto erinnert der deutlich gereifte Nachfolger in keiner Weise. Zuletzt haben die Designer kräftigere Schürzen angeflanscht, den Lufteinlass vergrößert, die Nase korrigiert, und die Einfassungen für die spotförmigen Nebelscheinwerfer beziehungsweise das Tagfahrlicht wechselten ins Hochformatige. Im Spitzenmodell Spirit strahlt es per LED, während die großen Rückleuchten zumindest so anmuten. Im Ergebnis wirkt der 3,60 Meter kurze Mini angriffslustiger, wobei sich der Dreitürer mit seiner steil abknickenden Fensterlinie noch frecher gibt als der 450 Euro teurere, aber auch praktischere Fünftürer. Letzterer lässt die Mitfahrer dank großem Türausschnitt und weitem Öffnungswinkel viel bequemer einsteigen. Zwar sind die Lehnen der straff gepolsterten Rückbank für unseren Geschmack etwas zu stark geneigt, doch dies bringt ein paar Millimeter mehr Beinfreiheit, weil man mit dem Allerwertesten einen Tick weiter nach hinten rutschen kann. Auch die leicht ausgeformten Vordersitzlehnen schaffen mehr Raum für die Knie. So fühlt sich die Redakteurin mit ihren knapp 1,70 Metern auch hinter einem 1,80- Mann nicht in die Enge getrieben. Unentspannt wird es erst, wenn sich noch jemand auf den Platz in der Mitte zwängt, denn praktisch füllen zwei durchschnittlich große Mitfahrer und eine Handtasche den Fond adäquat aus.

Autsch: Die Heckklappe öffnet nur 1,75 Meter hoch

Sitzfläche aufstellen, Lehne vorklappen, dann ist die Ladefläche eben, und der Kofferraum fasst maximal 870 Liter.

An die Grenzen stößt man auch beim 200 Liter kleinen Kofferraum, wenn mal mehr als zwei Getränkekisten zu transportieren sind. Umso besser, dass sich die Sitzfläche der asymmetrisch geteilten Rückbank aufstellen lässt und bei vorgeklappter Lehne eine ebene Gepäckraumfläche von 1,12 Meter Länge entsteht. Das ist top – ebenso wie die große Kofferraumöffnung und die vergleichsweise niedrige Ladekante, die das Beladen erleichtern. Daran hindert selbst die innere Bordkante von 21 Zentimetern nicht. Was jedoch stört, ist die lediglich 1,75 Meter hoch öffnende Heckklappe, an der man im Eifer des Gefechts schnell aneckt.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Wie im Kofferraum dominiert auch an Türverkleidungen und im Cockpit schwarz perforiertes Hartplastik, das einen robusten und wenig kratzempfindlichen Eindruck macht. Für den Aha-Effekt innen sorgt allenfalls etwas Chromzierrat, Spielereien sucht man vergebens. Der Picanto wirkt solide und ehrlich, überzeugt mit klar ablesbaren Instrumenten und simpler Bedienung – nicht zuletzt, weil es in den Basisversionen nicht viel zu bedienen gibt.

Die neue Linie bietet rudimentären Basiskomfort

Edition 7-Cockpit aufgerüstet mit Klimaanlage und Radio. Robustes Hartplastik dominiert, wobei die Chromapplikationen für den nötigen Chic sorgen.

Neu lanciert hat Kia Mitte 2015 das Ausstattungsniveau Start, das vor allem Fahranfängern und jungen Familien einen günstigen Einstieg bei einem gewissen Basiskomfort bieten soll. Den finden sie in Form von Klimaanlage und Zentralverriegelung, welche die seltsamerweise 560 teurere Linie Attract nicht mitbringt und damit völlig unattraktiv ist; zudem ist sie nur für den Dreitürer verfügbar. Abgesehen vom mangelnden Entertainment muss man bei Start aber auch damit leben, dass Fahrersitz und Sicherheitsgurte vorn nicht höheneinstellbar sind. Allein deswegen ist die 1000 Euro teurere Edition 7 die bessere Wahl, denn wer keine ordentliche Position hinterm Lenkrad findet, wird mit seinem neuen Picanto nur wenig Freude haben.

Kia Picanto: Kaufberatung

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Großgewachsene dürften damit generell hadern, denn obwohl sie genug Platz haben und die Sitze mit ihren langen Lehnen bequem sind, müssen sie aufgrund der fehlenden Weiteneinstellung des Lenkrads die Arme weit ausstrecken. Für die durchschnittlich große Redakteurin passt's dagegen perfekt. Zudem sind bei Edition 7 Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe lackiert, Wärmeschutzverglasung sowie 14- statt 13-Zoll-Stahlräder serienmäßig, und die Fensterkurbel ersetzt eine Taste. Radio und Klimaanlage müssen allerdings im 990 Euro teuren Emotion-Paket hinzugebucht werden, womit aber auch USB- und AUX-Anschluss sowie eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung Einzug halten. Weitere Optionen beschränken sich wie bei Start und Attract auf eine Metalliclackierung sowie das größere Audiosystem mit Bassverstärker und Bluetooth-Anbindung. Schade, denn elektrisch einstellbare Außenspiegel hätte Edition 7, die sowohl mit dem 1.0 als auch dem 1.0 LPG kombinierbar ist, noch gut vertragen.

Mit Spirit wird der Picanto zum Komfortbolzen

So aber muss, wer höhere Erwartungen hegt, das Topmodell Spirit wählen, für das noch mal 2700 Euro fällig werden. Rechnet man die 990 Euro für das Emotion-Paket raus, das hier serienmäßig ist, bleiben 1710 Euro, die Kia unter anderem mit aktiven Kopfstützen vorn, Alurädern, Ablagewanne im Gepäckraumboden, Multifunktionslederlenkrad, Bluetooth, zusätzlichen Lautsprechern, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Nebelscheinwerfern, LED-Tagfahrlicht und Chromelementen an der Karosserie rechtfertigt. Das lassen wir gelten. Nicht aber, dass die mit dem Facelift eingeführten Optionen wie beheizbares Lenkrad, Tempomat, Parksensoren hinten (nur in Verbindung mit Sportstoßfängern) und Touchscreen-Navigation samt Rückfahrkamera einzig bei Spirit den Komfort auf die Spitze treiben und ansonsten nicht zur Wahl stehen. Auch das komfortabel arbeitende Start-Stopp-System inklusive Rekuperation ist ausschließlich für Spirit verfügbar. Da Kia alles zudem in Paketen bündelt, blättert man für einen fünftürigen Picanto locker um die 15.000 Euro auf den Tisch, wofür es auch schon einen sinnvoll ausgestatteten Polo gibt. Aus diesem Grund empfehlen wir den Fünftürer als Edition 7 mit Emotion-Paket für verträgliche 11.430 Euro.

Der 1.2er agiert souverän – allerdings wird die Toplinie zur Pflicht

Der Picanto startet mit dem Einliter-Dreizylinder (69 PS) bei 8990 Euro.

Unter der Haube werkelt dann ein Einliter-Dreizylinder, der sich für 1200 Euro Aufpreis auch mit günstigem Autogas betreiben lässt. Im Stadtverkehr mischt er munter mit, wogegen es außerorts und an Steigungen zäh vorangeht, wenn man den kleinen Saugmotor nicht munter drehen lässt. So liegt denn auch erst bei 3500 Touren das magere Drehmoment von 95 Newtonmetern an. Das heißt, die Gänge bei Überholmanövern ausdrehen, damit man möglichst schnell wieder einscheren kann. Auf der Autobahn reist man bis maximal 130 km/h entspannt – darüber werden die Windgeräusche und das Arbeitsgeräusch des Motors zu dominant.
Preise Kia Picanto
1.0 CVVT 1.2 CVVT 1.0 LPG
Getriebe 5-Gang manuell|– 5-Gang manuell|4-Stufen-Automatik 5-Gang manuell|–
Preis (Euro) ab 8990 ab 13.090|ab 14.340 ab 11.190
Souveräner schlägt sich da der Vierzylinder mit 1,2 Liter Hubraum, der gut am Gas hängt und fast drei Sekunden schneller von 0 auf 100 km/h beschleunigt – dem Plus von 19 PS und 25 Newtonmetern sei Dank. Dabei ist der große Benziner mit dem leichtgängigen Handschalter nach Norm nur 0,2 Liter durstiger, lässt sich als Fünftürer aber auch mit einer klassischen Vierstufen-Wandlerautomatik (800 Euro) kombinieren, die den Verbrauch um nahezu einen Liter in die Höhe treibt. Generell zur Pflicht beim 1.2er wird die Toplinie Spirit – ein echtes Manko. Auch müssen wir die zu geringe Rückstellkraft der Lenkung beanstanden, die häufig eine Korrektur nötig macht. Dagegen freut es, dass sie direkter übersetzt ist und statt 4,3 Umdrehungen nur noch 2,9 von Anschlag zu Anschlag benötigt. Das macht den Picanto wendiger und verleiht ihm einen wuseligeren Charakter, bei gutem Federungskomfort. Und darauf kommt es bei einem Cityflitzer schließlich an.

Weitere Infos zum Kia Picanto und seinen wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: Kia Picanto

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel hadnelt vom Kia Picanto (Typ: TA) (Kaufberatung).

Veröffentlicht:

27.01.2016

Preis:

1,00 €

Autor:

Julia Winkler

Fazit

Mit der Modellüberarbeitung hat Kia den Picanto ein gutes Stück höher positioniert und bietet für ihn Komfortfeatures wie bei den Großen – allerdings nur optional in der höchsten Ausstattungslinie. Ein Schnäppchen ist der Mini aus Korea so nicht mehr; beschränkt man sich indes auf die wesentlichen Extras, bleibt der Preis moderat. In der Summe erfüllt der Picanto alle Ansprüche an ein Auto, das am liebsten durch die Stadt wuselt. So hält er auch in aktuellen Vergleichstests Peugeot 108, Seat Mii, Renault Twingo und Fiat Panda hinter sich.

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