Kia Rio 1.3 LS

Kia Rio 1.3 LS Kia Rio 1.3 LS

Kia Rio 1.3 LS

— 21.01.2003

Einmal Rio – alles inklusive

Kia lädt uns zwar nicht zum Urlaub an die Copacabana ein, macht uns aber ein verlockendes Angebot: Beim Kauf des kompakten Rio übernehmen die Koreaner fünf Jahre lang fast alles, was Autofahren teuer macht.

Sorgenfrei-Paket zum Nulltarif

Normalerweise gibt es so ein Angebot nur im Reisebüro. Dort bezahlt man einmal, düst in die Karibik, bekommt im Hotel ein buntes Bändchen umgeschnallt und braucht sich danach um nichts mehr zu kümmern. Jedenfalls nicht ums Geld, denn alles ist bereits bezahlt.

Kia macht es jetzt so ähnlich: Beim Kauf eines neuen Rio übernehmen die Koreaner für fünf Jahre oder 75.000 Kilometer die Kosten für Steuern, Service und Wartung. Nur tanken muss man noch selbst sowie Versicherung und TÜV bezahlen. Im Preis enthalten sind die Inspektionen (alle15.000 Kilometer) einschließlich der fälligen Verschleißteile von B wie Bremsklötze bis Z wie Zündkerzen. Sogar ein Satz neuer Sommerreifen gehört dazu – einschließlich Montage. Alles inklusive.

Dieses Sorgenfrei-Paket zum Nulltarif macht den Rio endgültig zum Last-Minute-Angebot: Man spart am Preis, bekommt aber das volle Programm. Die Rio-Reise startet ja sowieso bei bescheidenen 10.990 Euro (1.3 RS), unser Testwagen war ein 1.3 LS für 11.900 Euro. Wahrlich nicht viel für ein 4,22 Meter langes Auto mit vier Airbags, ABS, Servolenkung, elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln sowie Zentralverriegelung.

Nüchternes Interieur, gute Funktionalität

Zumal die zweite Auflage des Rio ansehnlicher daherkommt als die seit August 2000 bei uns verkaufte erste Variante. Makellos wie die Schönheiten am Strand von Ipanema wird der Koreaner in diesem Leben allerdings nicht mehr. Aber er steht jetzt selbstbewusster auf den 14-Zoll-Rädern (vorher 13 Zoll), blickt freundlicher aus großen Scheinwerfern und hat am Heck mit der Mischung aus Schrägheck, Kombi und Coupé sogar eine eigene Note.

Innen fehlt die jedoch noch total. Das Abteil ist nüchtern eingerichtet, schmucklos wie die Kabine der Seilbahn auf den Zuckerhut. Immerhin, die Kunststoffe haben nun ein wenig von ihrem Grauschleier verloren und wirken freundlicher. An der Funktionaliät gibt es sowieso nichts auszusetzen. Sogar den Softlack haben die Koreaner entdeckt und – wenn auch sparsam – verwendet. An den Tür-Armlehnen zum Beispiel.

Vorn gibt es erstaunlich viel Platz, auch Große sitzen hier recht angenehm. Im Fond ist der Kia dann nicht ganz so geräumig, wie man es angesichts des ausladenden Hecks vermutet. Schön aber, dass die Koreaner es nicht bei Kosmetik beließen, sondern auch die Technik überarbeiteten. Der immer noch rau laufende 1,3-Liter hat jetzt 82 PS, durchaus Temperament und lärmt auch nicht mehr ganz so notorisch wie früher. Allerdings ist sein Durst nicht gerade bescheiden: 8,3 Liter Normal waren es im Test-Durchschnitt.

Deutlich bessere Bremswerte

Besonders nötig hatten die Bremsen eine Überarbeitung. Beim letzten Test bremste der Kia noch wie ein maroder Buggy am Strand: 48,7/47,8 Meter (kalt/warm). Jetzt wurde das Simpel-ABS durch ein elektronisches System ersetzt, die Scheiben (vorn) und die Trommeln (hinten) vergrößert. Ergebnis: 45,2/43,4 Meter. Deutlich besser, aber immer noch nicht wirklich gut. Der Skoda Fabia 1.4 16 V etwa, den wir zu einem Kostenvergleich herangezogen haben, stand beim letzten Test nach 40,2/41,7 Metern.

Die Vergleichsrechnung mit dem ähnlich großen und preiswerten Fabia zeigt dann, was man beim Rio im Unterhalt effektiv sparen kann: In den fünf Jahren knapp 1800 Euro. Das bedeutet: Trotz seines erheblich größeren Wertverlusts verschafft sich der Kia gegenüber dem Skoda über die fünf Jahre hinweg einen Vorteil von rund 800 Euro.

Technische Daten im Überblick

Der 1,3-Liter-Motor des Kia Rio leistet jetzt 82 statt vorher 75 PS. Für den Sprint von null auf hundert benötigt der Koreaner 13,8 Sekunden. Beim Durchzug im Fünften geht ihm etwas die Luft aus.

Fazit, Kosten und Ausstattungen

Fazit Den Alles-inklusive-Urlaub muss man mögen, mein Fall ist er nicht. Beim Auto könnte ich mich daran gewöhnen. Irgendein Haken dabei? Höchstens der, dass es sich beim Rio nicht um die neueste Technik handelt. Klar, Kia will verkaufen, nichts dagegen. Der Rio ist kein Überflieger, aber ein ordentliches Auto zum Discount-Preis. Mit dem Sorglos-Paket für fünf Jahre wird er endgültig zum Schnäppchen. Vom eingesparten Geld kann man sich dann einen schönen Urlaub leisten.

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