Gebrauchter Kia Sorento I im Test

Kia Sorento 2.5 CRDi Kia Sorento 2.5 CRDi Kia Sorento 2.5 CRDi

Kia Sorento I: Gebrauchtwagen-Test

— 25.06.2016

Kraftstoffanlage mit Tücken

Manche haben es bereut, die meisten nicht. Der Sorento I war für viele 4x4-Fans ihr erstes Auto der Marke Kia. AUTO BILD ALLRAD macht den Gebrauchtwagen-Test.

Manchem Allradfan lief das Wasser im Munde zusammen, als der Sorento 2002 auf den Markt kam. Obwohl damals kaum jemand die südkoreanische Marke Kia kannte. Der Sorento gefiel, weil er überzeugende Technik mit ansprechendem Design verband, das entfernt an die damals heiß begehrte Mercedes M-Klasse erinnerte. Doch während ein ML 270 CDI knapp 40.000 Euro kostete, war der Kia Sorento 2.5 CRDi für 24.720 Euro zu haben. Ein Ansturm auf die Kia-Händler war die Folge, monatelange Lieferzeiten – und Preiserhöhungen der Kia-Zentrale beinahe im Quartalsrhythmus. Innerhalb von nur zwei Jahren stieg der Grundpreis um zehn Prozent, bis zum Ende seiner Laufbahn sogar um über 25 Prozent. Der Beliebtheit des Koreaners tat das keinen Abbruch. Zudem konnte Kia von Anfang an beliebte Extras wie Automatikgetriebe und Ledersitze anbieten. Es wurden so viele Sorento verkauft, dass der Wagen bis heute – sieben Jahre nach Ablösung – zum Straßenbild gehört. In den Online-Autobörsen findet man aktuell rund 700 zum Verkauf stehende Exemplare. Und weil die meisten Besitzer eines Sorento I zufrieden mit ihrem zuverlässigen Allradler waren, blieben sie der Marke auch treu, die heute mit einem siebenjährigen Garantieversprechen lockt. Damals gab Kia allerdings nur drei Jahre.

Gebrauchtwagensuche: Kia Sorento

Unterbrochene Spritzufuhr: Motor aus in voller Fahrt

Unterwegs mit mulmigem Gefühl: Ein verstopftes Kraftstoffsystem kann den Sorento in den Streik zwingen.

Mancher Sorento-Besitzer von heute wäre froh, wenn die siebenjährige Garantie schon für sein Auto gegolten hätte. Denn einige Problemzonen kommen bei diesem Fahrzeugtyp erst nach längerer Laufzeit zum Vorschein. Dazu zählen vor allem die Tücken des Kraftstoffsystems. Bei manchen Exemplaren schaltet sich in voller Fahrt der Motor aus. Grund dafür ist eine unterbrochene Spritzufuhr. Der Kraftstoff kommt einfach nicht mehr beim Motor an. Oft springt der Motor nach einigen Minuten wieder an – um dann später wieder die Arbeit einzustellen, mal zehn Minuten später, mal zehn Tage, mal zehn Monate. Die Ursache liegt meist in einem verstopften Kraftstoffsystem. Oft liegt im Tank die eigentliche Ursache: Ablagerungen oder Beschichtungsteile, die Tankfilter, Dieselfilter, Leitungen und Druckregelventil verstopfen. Kenner bauen den unter der Rücksitzbank sitzenden Tankfilter aus, reinigen oder erneuern ihn, spülen die Kraftstoffleitungen bis zum Dieselfilter im Motorraum, erneuern auch diesen, wechseln Kraftstoffregelventil und Drucksensor der Common-Rail-Einspritzanlage. Und fahren danach wieder ungestört weiter – bis das Auto irgendwann erneut stehen bleibt. Doch woher kommen die Verstopfungen? Die einen verdächtigen eine vom heutigen Dieselsprit mit Biodieselanteil (seit 2007) angelöste Tankinnenbeschichtung. Die anderen geben durch den Biodieselanteil verursachte Ablagerungen an den Tankwänden die Schuld, die sich schwallartig ablösen und dann in das Leitungs- und Filtersystem gelangen. Manche Sorento-Besitzer schwören deshalb auf das Tanken von biodieselfreiem Ultimate-Diesel, andere auf die Beigabe von vollsynthetischem Zweitaktmotoröl in den Tank.

Die moderne Alternative zum Sorento heißt Mitsubishi Pajero

Weil die meisten Besitzer eines Sorento I zufrieden mit ihrem zuverlässigen Allradler waren, blieben sie der Marke treu.

Noch so ein Kapitel: Turbolader- oder sogar Motorschäden durch defekte Injektorendichtungen. Diese Kupferringe können Verbrennungsgase entweichen lassen, was zu Verkokung des Motoröls und dadurch zu Schäden an Lader und Motor mangels Schmierung führen kann. Das alles gibt es tatsächlich, aber man muss die Fallzahlen beachten. Insgesamt waren von den Problemen rund um Motor und Kraftstoffsystem nur 16 Prozent der Leser-Sorento betroffen; die aber klagen sehr. Die Kia-Werkstätten erhalten ein gutes Zeugnis. Vier von fünf Sorento-Besitzern sind zufrieden mit deren Arbeitsleistung. Aber sie ärgern sich über die kurzen Wartungsintervalle (15.000 km). Und welches Modell wollen die Sorento-I-Fahrer als nächstes kaufen? Auch sieben Jahre nach dem Ende des ersten Sorento schwenkt nur ein Viertel der Besitzer auf die Frontantriebs-basierten Nachfolger um. Wegen deren Anhängelast von nur 2,0 bzw. 2,5 Tonnen (Sorento I: bis zu 3,5 Tonnen) sind diese für viele keine Alternative. Deshalb wollen 27 Prozent auf den Mitsubishi Pajero umsteigen. Die meisten aber sind ratlos und fahren deshalb ihren Sorento I einfach weiter. Was beim gebrauchten Kia Sorento Ärger machen kann und auf welche Mängel man beim Kauf achten sollte, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchter Kia Sorento I im Test

Kia Sorento 2.5 CRDi Kia Sorento 2.5 CRDi Kia Sorento 2.5 CRDi
Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Einen gebrauchten Sorento kaufen? Bei den seltenen Benzinern muss man nur nach Rost und defektem Allrad suchen. Beim Diesel muss man einfach Optimist sein und Glück haben, dass nicht doch einmal die Probleme rund um den Motor beginnen.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.