Gebrauchtwagen-Test Kia Sorento II

Kia Sorento II Kia Sorento II Kia Sorento II

Kia Sorento II: Gebrauchtwagen-Test

— 06.03.2016

Viel dazugelernt

Die mechanischen Schwächen des Vorgängers hat Kia mit der zweiten Generation des Sorento weitgehend ausgemerzt. AUTO BILD macht den Secondhand-Check.

Der erste Sorento war der erste erfolgreiche Versuch der koreanischen Marke, den deutschen Kunden einen Kia in der Über-30.000-Euro-Klasse zu verkaufen. Das klappte, weil der von 2002 bis 2009 angebotene Sorento I reichlich Auto und viel robuste Geländewagentechnik zum günstigen Preis bot. Doch die Zeiten von Starrachse, Geländeuntersetzung und Leiterrahmen wähnten die Koreaner vorbei, weshalb sie Generation II konstruktiv völlig anders anlegten. Die technische Basis des zweiten Sorento ist eine selbsttragende Frontantriebs-Bodengruppe mit Quermotor, ohne Raum für Untersetzung oder traktionsstarken, starren Durchtrieb. Dieser bis 2015 gebaute Sorento II ist ein geräumiges SUV wie viele andere auch, verkaufte sich in Mitteleuropa zwar nicht so berauschend gut wie der Vorgänger, aber doch immerhin recht ordentlich.

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Kia Sorento II: Gebrauchtwagen-Test

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Mitten in der Bauzeit gab's tiefgreifende Änderungen

Mit dem Facelift 2012 kam auch der neue, hochwertiger aussehende Armaturenträger.

Mehr als 90 Prozent der heute auf dem Gebrauchtmarkt angebotenen Sorento II haben den 197 PS starken 2,2-Liter-Turbodieselmotor unter der Haube, eine Eigenentwicklung der ehrgeizigen Koreaner. Nur wenige Interessenten haben den mangels Drehmoment etwas blutarm antretenden 2,4-Liter-Saugbenziner beim Neukauf bevorzugt, weshalb er auch heute als Gebrauchter schwer zu finden ist. Ein Kuriosum: Mitten in der Bauzeit des Sorento II (intern Typ XM) gönnte Kia seinem großen SUV zum Herbst 2012 eine optisch dezente Modellpflege. Doch unter dem Blech gab es tiefgreifende Änderungen. Das kam daher, weil der Sorento aus Gründen der Produktions- und Entwicklungsvereinfachung die Bodengruppe des Santa Fe III von Kia-Mutter Hyundai erhielt. Fast könnte man von einem neuen Modell sprechen. Aber die Antriebstechnik blieb die alte, ebenso die obere Struktur der Karosserie. Bei der Bestellung von Ersatzteilen muss man also genau wissen, mit welcher Ausführung des Sorento II man es zu tun hat.

Als Zugmaschine nur bedingt geeignet

Bei allen Ausführungen gibt es ein Dilemma mit der Anhängelast: Allen Versionen mit der von Kia selbst produzierten Wandlerautomatik traut der Hersteller nur eine Anhängelast von 2,0 Tonnen zu. Enttäuschend vor allem für die vielen Umsteiger vom Sorento I, der es auf bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast brachte. Ausweg beim Sorento II: die Schaltgetriebeversion, die immerhin 500 kg mehr ziehen darf. Das Problem liegt aber dann bei der nur mäßig belastbaren Kupplung. Schlimm genug beim Neuwagen, aber fatal bei einem gebrauchten Exemplar, weil man ja nicht weiß, wie der Vorbesitzer mit Auto und Kupplung umgegangen ist. Überdurchschnittlich viele Sorento II stranden jedenfalls mit defekter Kupplung. Eine andere Pannenursache liegt in einem verstopften Kraftstoffsystem bei den Diesel-Sorento. Eigenartigerweise gibt es nicht wenige verstopfte Diesel-Kraftstofffilter, obwohl die Besitzer Stein und Bein schwören, sich korrekt an die Wartungsintervalle gehalten zu haben. Vorsichtige Naturen lassen deshalb den Filter doppelt so oft wie vorgeschrieben wechseln.

Trotz guter Haltbarkeit: Sorento-Fahrer sind mäßig markentreu

Große Schäden an der teuren Technik sind selten: Motor, Getriebe, Fahrwerk und Allradantrieb halten meist 200.000 und mehr Kilometer durch.

Insgesamt können die Sorento-II-Besitzer mit der Haltbarkeit zufrieden sein. Schließlich gibt es nur sehr selten grobe Schäden an der teuren Technik. Motor, Getriebe, Fahrwerk und auch der von Haus aus etwas verhalten zupackende Allradantrieb halten bei zahlreichen Exemplaren bereits 200.000 und mehr Kilometer durch. Kritisiert wird jedoch auffällig häufig der erhöhte Reifenverschleiß, vor allem an der Vorderachse. Das scheint mit der Modellpflege vom Herbst 2012 besser geworden zu ein; jedenfalls nehmen ab diesem Zeitpunkt die Beschwerden ab. Gute Noten verdienen sich auch die Kia-Vertragswerkstätten. Vier von fünf Sorento-II-Besitzern sind zufrieden mit deren Arbeitsleistung. Als Preis für eine große Inspektion werden durchschnittlich 580 Euro genannt. Auch damit sind die Sorento-Besitzer zufrieden. Was Ihnen weniger gefällt, ist das Thema Garantie. Denn die meisten wissen, dass Kia heute fette sieben Jahre Garantie (oder 150.000 Kilometer) auf Neuwagen gibt, doch das gilt erst seit 2010. Wer also einen 2009er Sorento besitzt oder gebraucht kauft, hat das Nachsehen, denn mittlerweile ist die damalige Garantiefrist abgelaufen.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Was Kia bei der Frage nach der Wahl des nächsten Autos zu denken geben sollte: Trotz Sieben-Jahres-Garantie und sichtlichem Fortschritt der Autos in puncto Design und Technik ist die Markentreue eher mäßig. Nur ein Drittel der Sorento-II-Besitzer will auf den aktuellen Sorento der dritten Generation umsteigen. Ein weiteres Drittel ist sich jetzt schon sicher, die Marke wechseln zu wollen. Doch nicht Toyota oder Mitsubishi sind gefragt, sondern Audi, BMW, Ford und Mercedes – trotz dort nur zweijähriger Garantie.
Ersatzteilkosten: Kia Sorento 2.2 CRDi (Automatikgetriebe, Baujahr 2010)
Kotflügel vorn 242 Euro
Scheinwerfer 388 Euro
Bremsscheiben vorn (ein Satz) 235 Euro
Bremsbeläge vorn (ein Satz) 111 Euro
Automatikgetriebe (neu) 8954 Euro
Motor ohne Anbauteile (neu) 18.606 Euro
Generator (neu) 746 Euro
Anlasser (neu) 450 Euro
Wasserpumpe (neu) 169 Euro
Auspuff ohne Kat 1266 Euro
Alle Bilder zum Test finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kia Sorento II als Gebrauchter

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Kia Sorento II 4WD (Gebrauchtwagentest).

Veröffentlicht:

08.01.2016

Preis:

1,00 €

Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Der Sorento II hat zahlreiche Problemzonen seines Vorgängers ausgemerzt, lässt sich aber nicht so vielseitig einsetzen wie jener. Wegen teurer Aggregate ist man auf eine Werkstatt angewiesen, die noch reparieren kann statt Teile zu tauschen.

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