Kia Sorento im Gebrauchtwagentest

Rücklicht gebrauchter Kia Sorento Gebrauchter Kia Sorento

Kia Sorento im Gebrauchtwagentest

— 19.02.2010

Südkoreas M-Klasse

Neu günstig, als Grauimport spottbillig, gebraucht relativ teuer: So etwa lässt sich Kias SUV charakterisieren. Der Checker klärt, ob sich der Kauf des getesteten Kia Sorento 2.5 CRDi EX Automatik dennoch lohnt.

Als der Kia Sorento im Sommer 2002 debütierte, war Kia in Deutschland noch ein Nobody. Das änderte sich praktisch über Nacht, als die Kunden merkten, dass die Fernostler nicht nur eine extrem günstige, sondern vor allem eine todschicke, qualitativ erstaunlich hochwertige Alternative zur Mercedes M-Klasse auf die Räder gestellt hatten. Im Handumdrehen avancierte der Sorento zum Modell mit den längsten Lieferzeiten – als Koreaner. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Gebrauchtwagenbörse: Gebrauchte Kia Sorento im Überblick

Elegantes Ambiente im Kia Sorento: gelungenes Interieurdesign, komplettes EX-Paket.

Heute, sieben Jahre und im Einzelfall 200.000 Kilometer später, hat sich am Zuspruch nichts geändert. Zumal der Sorento inzwischen echte Langzeitqualitäten offenbart. Typische Mängel? Lassen sich an einer halben Hand abzählen. Motorschäden beim 140-PS-Diesel durch sabbernde Einspritzdüsen: selten. Havarierende Vario-Turbolader beim 170-PS-Erben (ab 8/06): kann passieren. Die spätere Fünfstufenautomatik: kann (mutmaßlich durch rasanten Autobahnbetrieb) vorzeitig verenden.

Sechs harte Jahre als Familienkutsche

Unterm Strich aber ein grundsolides Auto, das seinen vormals identitätsarmen Hersteller zur Marke machte. Dass das privat angebotene Ersthand-Exemplar, das ich in gediegenem Hamburger Einzelhausambiente besichtige, dennoch deutliche Spuren der Jahre trägt, hat mit alledem nichts zu tun. Gut sechs Jahre harter Alltag als Familienfrachter: Davon zeugen außen kleine Dellen und Schrammen – und innen maßgeblich die Bodenbeläge im Fahrerfußraum, die von Muttis Pfennigabsätzen perforiert sind. Mal abgesehen davon, dass ich den Anbieter im knappen Zeitfenster zwischen Blockflötenkurs-Bringdienst und Wochenendeinkauf kalt erwische.

Keine Verschleißerscheinungen

"Tut mir leid, aber ich habe es einfach nicht geschafft, den Wagen zu waschen und auszusaugen", bittet er um Entschuldigung. Ist verziehen. Solange ich erahnen kann, wie es unter der Kruste aussieht. Die Lederbezüge der feinen EX-Ausstattung zeigen sich von dem Dauerbeschuss der Speisereste tatsächlich so unbeeindruckt wie die Kunststoffverkleidungen; eine sorgfältige Reinigung reicht. Ausnahmslos alles funktioniert perfekt, die Probefahrt offenbart null Verschleiß, die einzigen artfremden Geräusche rühren von zwei umher kullernden Saftflaschen. 78.000 unfallfreie Kilometer gelaufen, scheckheftgepflegt – diesen Kia Sorento 2.5 CRDi EX Automatik kann man getrost kaufen.

Gebrauchter oder Grauimport?

Mit knapp 80 noch flott unterwegs: Die geringe Laufleistung lässt langes Leben in zweiter Hand erwarten.

Wobei der eh schon günstige Aufruf von 10.500 Euro auch noch verhandelbar zu sein scheint. Aber sollte man ihn auch kaufen? Immerhin ist es geboten, dieses interessante Angebot zu relativieren. Weniger mit Gebrauchten der späteren 170-PS-Version (Rußpartikelfilter serienmäßig) – die sind empfindlich teurer. Aber allemal mit frischen Grauimporten, die per Tageszulassung auf die erste Hand warten. Jetzt, zum Modellwechsel, winken da echte Schnäppchen: Für gut 19.000 Euro lässt sich die Basisvariante LX schießen, das EX-Paket ist für 1500 bis 2000 Euro Aufpreis zu haben. Wer da noch zum Gebrauchten greift, ist selbst schuld, könnte man meinen.

Bessere Angebote sind rar

Wer diese Graumarktkurse zu Grunde legt, wird also feststellen, dass das getestete Stück – nach Jahren zehrenden Vorlebens noch immer zum "halben Preis" – reichlich teuer ist. Andererseits: Finde erst mal einen günstigeren EX Automatik mit geringer Laufleistung. Ist halt noch immer ein berechtigtermaßen begehrtes Modell, der Kia Sorento. Fazit: Gebrauchtkauf von privat, ergo gewährleistungslos? Kein Risiko, wenn's ein Kia Sorento sein soll. Mit rund 95 Prozent Marktanteil spielt der Diesel die einsame Hauptrolle. Nachrüst-Partikelfilter gibt es mit ABE und grüner Plakette ab 565 Euro – weshalb der schicke Koreaner noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Autor: Wolfgang Blaube

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