Kaufberatung Kia Sportage

Kia Sportage Kia Sportage Kia Sportage

Kia Sportage: Kaufberatung

— 08.07.2016

Gesucht: Der beste Kia Sportage

Mit wuchtiger Front, günstigen Preisen und langer Garantie beeindruckt der Kia Sportage auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick wird es schon etwas komplizierter – wenn es um die klassische AUTO TEST-Frage geht: Welcher ist der Beste?

Tigernase nennt Kia die oben eingeschnürte Form des Markengrills. Nun, wir wissen nicht, ob ein Tiger Familienähnlichkeit erkennen könnte, wenn ihm so etwas wichtig wäre. Doch jedes Kind braucht einen Namen, und so arbeiten bei Kia eben Gamma-Motoren hinter einer Tigernase. Uns wären Tiger-Motoren hinter einer Gamma-Nase genauso recht; wir freuen uns erst einmal, dass in Kias Kalkulationsabteilung offensichtlich keine Raubtiere arbeiten: Die Liste nennt einen Preis von 19.990 Euro für den günstigsten Sportage. Theoretisch. Dass diese Theorie so grau ist, wie es Katzen angeblich nachts sein sollen, wissen wir alle. Denn einerseits ist ein Basismodell nicht immer das beste einer Baureihe und andererseits gibt es da noch diese Rabatte. Zwanzig Prozent seien möglich, versprechen Auto-Rabatt-Portale im Internet für den doch recht frischen Sportage. Das ist respektabel und lässt vielleicht Luft für das ein oder andere Extra mehr. Denn unverhofft kommt oft genug ein ungeplanter Wunsch angeschlichen und lässt sich ebenso schwer abschütteln wie ein anhänglich gewordener Stubentiger.
Überblick: Alles News und Tests zum Kia Sportage

Sportage mag keinen Sport: In Kurven greift das ESP humorlos ein

Video: Kia Sportage (2016)

Eisfahrt im neuen Sportage

Schärfen wir also die Bleistifte und rechnen, nachdem wir ausführlich durch die Gegend fuhren und dabei intensiv über so wichtige Dinge wie die Farbwahl nachdachten: kühles Carraraweiß oder schickes Bronze-Metallic? Was auch eine finanzielle Frage ist – wenn auch keine von Bedeutung: 150 Euro kostet das Uni-Weiß, 550 Euro der Metallicton. Sofern es sich nicht um das Topmodell Platinum handelt, das darüber hinaus drei Farben für die belüft- und beheizbaren Ledersitze offeriert. Mit seiner Vollausstattung befreit Sie dieses Topmodell zum Preis von 42.190 Euro von allen Ausstattungsfragen. Was mehr Zeit ließe für die Lösung der Farbenfrage. Wir machen es uns jedoch schwer, was die Ausstattung angeht: Wir nennen Aufpreise und Umfänge und sagen, was Ihnen kein Verkäufer sagt, ohne im Hintergrund seine Provision zu berechnen.

Beim Fahren fiel ganz schnell auf: Kia hat den Sportage spürbar verbessert. Die längere Karosserie bietet mehr Platz, das Fahrwerk profitiert nicht nur beim Ausbügeln von Bodenwellen von dem längeren Radstand, sondern verdaut auch kurze Stöße besser. Die Dämpfung unterdrückt wirksamer als bisher Karosseriebewegungen, die Lenkung arbeitet erheblich präziser; etwas gefühllos und rückmeldungsarm ist sie weiterhin. Wer zu schnell in eine Kurve fährt, den rettet recht einfach zu beherrschendes Untersteuern, die Vorderräder wollen den Kurvenradius vergrößern. Bevor es richtig ernst wird, greift das ESP ein. Ein spaßiges Gerät zum Kurvenkratzen ist der Sportage also weiterhin nicht. Auch legen Fahrleistungen nahe, dass mit dem Sport im Namen eher das Gerät im Kofferraum gemeint sein könnte. Das dort übrigens mehr Platz hat, weil der Sportage messbar an Größe gewonnen hat.

Mehr Platz: Im Fond geht's jetzt entspannter zu

Im Kofferraum kommt die gewachsene Außenlänge eins zu eins an: Er fasst nun 38 Liter mehr, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es 139 Liter.

Mit dem Modellwechsel hat der Sportage nicht nur optisch an Statur gewonnen, sondern auch in Zentimetern. Die Karosserie ist vier Zentimeter länger, die Achsen stehen drei Zentimeter weiter auseinander. Auf der Rückbank kommt davon ein Zentimeter mehr Beinfreiheit an. Weil außerdem der Boden vor der Rückbank um dreieinhalb Zentimeter abgesenkt wurde, sitzen die Fondpassagiere im neuen Modell entspannter. Die Kopffreiheit ist praktisch gleich geblieben. Gewachsen ist der Kofferraum, er fasst nun 38 Liter mehr. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen stieg das Volumen um 139 Liter. Das ist vor allem der drei bis vier Zentimeter größeren Einladelänge zu verdanken – hier kommt die gewachsene Außenlänge eins zu eins an. Da der Sportage nicht nur länger, sondern auch einen Zentimeter flacher wurde, steht er etwas bulliger da. Diesen Eindruck sollen der breitere Kühlergrill und die hochgesetzten Scheinwerfer verstärken. Während der Testfahrten konnten wir feststellen, dass der Kia mit seiner Präsenz beeindruckt, die Gestaltung der Front jedoch nicht jedem gefällt.

Das Cockpit wirkt wuchtig wie das ganze Auto, Kunststoffnähte sollen Hochwertigkeit versprechen. Das löst der Kia im Großen und Ganzen auch ein, Knarzen und Klappern gehört nicht zu seinem Handwerk. Die Bedienung ist übersichtlich – abgesehen von den vielen Lenkradtasten. Doch das verknopfte Lenkrad ist ausstattungsabhängig und inzwischen ein übliches Phänomen. Wichtiger sind die Primärtugenden: Vorn sitzt man gut im Sportage und hat genügend Platz nach allen Seiten. Wegen seiner Breite ist das SUV jedoch gar nicht so kompakt, sondern beim Einparken und in engen Gassen eher etwas sperrig. Die miese Übersicht nach hinten legt mindestens die Anschaffung von Parkpiepsern nahe. Sehr hilfreich ist auch die Rückfahrkamera. Beides ist ab dem dritten Ausstattungsniveau Vision serienmäßig, die Piepser gibt es für die Edition 7 im Paket mit Lenkrad- und Sitzheizung. Beheizbar sind dann auch die beiden äußeren Plätze der Rückbank, was in dieser Klasse ungewöhnlich ist und kälteempfindliche Mitfahrer freuen dürfte. Praktisch ist der Kia außerdem: Die Lehnen der Rücksitzbank sind neigbar, das Gepäckrollo hat einen eigenen Platz unter dem Ladeboden. Die Heckklappe öffnet bei der Topversion Platinum, sobald sich der Schlüssel in der Nähe der Heckklappe befindet. Dieses Gimmick gibt es auch im 1440 Euro teuren Technologie-Paket für den Spirit (GT Line: 1190 Euro).

Motoren: Neuer 1,6-Liter-Turbobenziner im Portfolio

Sauger: Der 1.6-Benziner muss mangels Drehmoment drehen. Auf der Autobahn muss schon mal der dritte Gang ran.

Mit dem Modellwechsel wurde der Sportage subtil stärker: 1 PS gewann der stärkste Diesel hinzu. Viel wichtiger: Das Drehmoment stieg auf 400 Newtonmeter. Neu im Programm ist der 1,6-Liter-Turbobenziner. Der darf im Kleid der GT-Line den wilden Hund geben, stand aber für Testfahrten nicht zur Verfügung. Genauso wenig wie der Basisdiesel. Wir gehen davon aus, dass die meisten Kunden einen Zweiliter-Diesel kaufen werden. Da bleiben immer noch eine Menge Fragen: 136 oder 185 PS? Allrad oder nicht? Schalter oder Automatik? 1.6 GDI: Bei dem Basismotor handelt es sich um einen selten gewordenen Saugmotor. Im Sportage ist das ein echter Nachteil: Erst bei 4950/min versammeln sich 161 Newtonmeter. Das ist zu wenig für ein SUV dieser Größe – auch wenn das Leergewicht mit knapp 1,4 Tonnen gar nicht so erschreckend hoch liegt. Doch allein die Stirnfläche erzeugt reichlich Widerstand; auf der Autobahn muss schon mal der dritte Gang ran. Zum Glück läuft der Motor leise und kultiviert. Die Leistung gibt er gleichmäßig ab, reagiert fein aufs Gas. 1.6 T-GDI AWD: Den Motor aus der Gamma-Baureihe bringt ein Turbolader auf 177 PS, das Drehmoment liegt in anständiger Höhe vor. Auf Wunsch auch mit Doppelkupplungsgetriebe und stets nur mit Allradantrieb zu haben. Einzige Ausstattungslinie ist die GT Line. Das macht den Turbo teuer. Auch das halbierte Wartungsintervall kostet Geld. Doch da gibt es immerhin eine Alternative: Wer beim Neuwagenkauf auf einen Rabatt verzichtet, bekommt ein Wartungspaket für die ersten sieben Jahre. Das kann sich lohnen, sollte jedoch genau verhandelt und verglichen werden.
Preise Kia Sportage: Benziner-Varianten
1.6 GDI 2WD 1.6 T-GDI AWD
Attract (Schalter) 19.990 Euro
Edition 7 (Schalter) 21.390 Euro
Vision (Schalter|Automatik) 24.990 Euro|–
Spirit (Schalter|Automatik)
GT Line (Schalter|Automatik) 34.190|33.240 Euro
Platinum (Schalter|Automatik)

Der kleine Diesel soll Sparfüchse glücklich machen, die beim Kaufen und Tanken wenig Geld ausgeben möchten.

1.7 CRDi 2WD: Vom kleinen Diesel wissen wir, dass er einen Optima anständig, wenn auch nicht temperamentvoll motorisiert. Nach einer Anfahrschwäche, die einen gefühlvollen Einsatz von Kupplung und Gas erfordert, legt der kleine Diesel motiviert los. Doch so recht einleuchten will uns seine Existenz nicht, bietet doch der Zweiliter erheblich mehr Drehmoment – und damit Souveränität – bei fast identischem Normverbrauch. Einziger Vorteil des kleinen Diesels: Ihn gibt es auch als günstige Edition 7. Damit ist seine Rolle klar: Er macht Sparfüchse glücklich, die beim Kaufen und Tanken wenig Geld ausgeben möchten. Mithin genau die Zielgruppe von Kia. Für Menschen, die Ausgaben gern planen, empfehlen wir dazu das Wartungspaket. Die Garantie für sieben Jahre oder 150.000 Kilometer ist ohnehin schon dabei. 2.0 CRDi 136 2WD/4WD: Die Vierzylinder-Diesel der "R"-Baureihe hat Kia im Prinzip aus dem Vorgänger übernommen, nicht ohne an Gewicht und Verbrauch zu feilen. Auch das Drehmoment stieg an, speziell in Verbindung mit Schaltgetriebe ist der Diesel nun zugkräftiger. Mit 373 Newtonmetern steht fast die maximale Zugkraft der 184-PS-Maschine des Vorgängers zur Verfügung. Entsprechend verbessern sich auch die Fahrleistungen. Im Grunde genügt dieser Motor für die meisten Anwendungen. Er läuft für einen Vierzylinder-Diesel ruhig, leugnet sein druckvolles Selbstzünderwesen jedoch nie. Vibrationen sind gut gedämmt. Es gibt ihn mit Allrad oder Automatik. Die Frage, ob ein SUV Allradantrieb braucht oder nicht, können Sie ganz entspannt selbst entscheiden: Wer viel in schneereichen Gegenden umherfährt oder häufig Anhänger zieht, freut sich über die Extra-Traktion.
Preise Kia Sportage: Diesel-Varianten
1.7 CRDi 2WD 2.0 CRDi 136 2WD 2.0 CRDi 136 4WD 2.0 CRDi 185 AWD
Attract (Schalter)
Edition 7 (Schalter) 23.390 Euro
Vision (Schalter|Automatik) 26.990 Euro|– 29.190|30.990 Euro 31.190|32.990 Euro
Spirit (Schalter|Automatik) 31.390 Euro|– 33.590|35.390 Euro 35.290|37.090 Euro 36.290|38.090 Euro
GT Line (Schalter|Automatik) 37.390|39.290 Euro
Platinum (Schalter|Automatik) 42.190|43.990 Euro
2.0 CRDi 185 4WD: Wer sich für Allradantrieb entschieden hat, den lockt der 185-PS-Diesel für 1000 Euro mehr. Nehmen Sie ihn, wenn Sie ohnehin Wert auf eine gute Ausstattung legen. Denn die fast schon festlich ausstaffierte Linie Spirit ist Mindestvoraussetzung für den Erwerb des 2.0 CRDi 185 AWD, was den Einstieg schon mal um 5100 Euro verteuert. Billiger wird es auch im Lauf der Zeit nicht, denn 19 statt 17 Zoll große Reifen wollen bezahlt sein, wenn sie sich der Verschleißgrenze nähern, und die Versicherung verlangt ebenfalls mehr Geld. Auch an der Tankstelle fällt die Rechnung höher aus, der einen Liter höhere Normverbrauch gegenüber dem 136-PS-Fronttriebler deutet es an. Als Platinum erklimmt der stärkste Sportage schließlich den höchsten Punkt der Preisliste: Das Gipfelkreuz steckt bei 42.190 Euro. Da schnauft der Kia-Kunde.

Ausstattung: Extras versammeln sich in Linien und Paketen

Das schicke und bediensichere Cockpit ist solide zusammengebaut. Die Materialien sind teils von einfacher Qualität.

Einzelextras beim Sportage betreffen einzig Getriebe und Lack. Einzeln bestellbar ist auch Zubehör wie eine Anhängerkupplung oder eine induktive Ladestation für Smartphones. Alles andere fasst Kia in Linien und Paketen zusammen. Diese zu verstehen, erfordert die Geduld eines Esels; wir wollen es etwas einfacher machen. Beginnen wir mit Attract. Die Basisausstattung scheint gar nicht so schlecht zu sein, auch der Preis ist attraktiv, kostet doch der günstigste Sportage 19.990 Euro. Außer Metalliclack und Zubehör gibt es dann jedoch nichts, was sich dazubestellen ließe. Auch einen anderen Motor als den Basisbenziner gibt es hier nicht. Alles zum Fahren Nötige ist also versammelt, doch Freude kommt vermutlich nur beim Bezahlen auf. Die zweite Ausstattungslinie heißt Edition 7. Für 1400 Euro mehr sind im Wesentlichen Bluetooth-Freisprechen, Multifunktionslenkrad und Tempomat dabei. Als zweite Antriebsoption kommt mit Edition 7 der 1,7-Liter-Diesel ins Spiel. Das Emotion-Paket für 900 Euro ist die einzige Option, mit der sich so ein Edition 7 mutwillig verteuern ließe. Es enthält so unemotionale wie praktische Dinge: Sitz- und Lenkradheizung sowie Parkpiepser am Heck. Unser Rat: Kaufen Sie es, und denken Sie nicht weiter über den Namen des Pakets nach.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Ab Edition 7 ist die Freisprecheinrichtung an Bord, dann in Verbindung mit einem CD-Radio. Vision hat ein 7-Zoll-Navi, ab Spirit ist der Bildschirm 8 Zoll groß.

Schauen wir uns das nächste Niveau an: Vision kostet weitere 3600 Euro mehr. Für dieses Geld kommen wir das erste Mal an Assistenzsysteme im Sportage. Denn dies ist tatsächlich die erste Generation seit 1994, die mehr bietet als ABS und Airbags. Vision warnt also vor dem Verlassen der Fahrspur und blendet Tempolimits in die Schwarz-Anzeige im Cockpit. Sitzheizung und Parkpiepser am Heck kennen wir schon vom Emotion-Paket der vorhergehenden Stufe Edition 7. Dazu kommen Navi und Rückfahrkamera. Eine feine Sache, auch weil hier der empfehlenswerte Zweiliterdiesel ins Spiel kommt. Drei Pakete entlocken dem Vision-Käufer weiteres Geld: Assistenz mit Notbremsassistent und Totwinkelwarner (1350 Euro), Komfort-Paket (990 Euro) mit Klimaautomatik, beheizbarem Lenkrad, vorderen Parksensoren und Regensensor. Wir würden beide nehmen, das macht 2340 Euro. Wer mag, kann noch das Panoramadach für 900 Euro bestellen. Eine Möglichkeit, die auch bei den nächsten beiden Linien Spirit und GT Line besteht.

Spirit, 3900 Euro teurer als Vision, ist die Basis für den starken Diesel. Unter anderem bietet das Navi nun einen 8- statt eines 7- Zoll-Bildschirms, einen Notbremsassistenten sowie einige optische Verfeinerungen. Diese Linie kann, je nach Motor und Getriebe, mit einem Technologie-Paket für 950, 1440 oder 1740 Euro ausgestattet werden. Dann sind außer DAB-Digitalradio und sensorgesteuerter Heckklappe im Grunde alle lieferbaren Assistenzsysteme an Bord: Park-, Totwinkel- und Querverkehrswarner. Wir würden es eher wählen als die belüftbaren und elektrisch einstellbaren Ledersitze (1490 Euro). Die sind in der Toplinie Platinum serienmäßig, für den GT Line kosten sie 890 Euro extra. Platinum kann lediglich mit den 200 Euro für Deluxeweiß Metallic weiter verteuert werden. Unbedingt nötig ist das nicht. Genauso wenig wie die Sportoptik der GT Line.

Weitere Infos zum Kia Sportage sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie.

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Autor: Andreas Of

Stichworte:

SUV

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