Kia Stinger (2017): Vorstellung und Fahrbericht

Kia Stinger (2017): Vorstellung und Fahrbericht

Kia Stinger (2017): Infos und Tests

— 19.06.2017

So scharf ist der Kia Stinger

Kia macht mit dem Stinger auf sportlich. Die imposante Limousine leistet bis zu 370 PS und sieht dank couphafter Linie edel aus. AUTO BILD ist den Stinger bereits gefahren!

➤ Vorstellung: Der Stinger ist eine beeindruckende Sport-Limousine
➤ Interieur: Im Innenraum soll man sich wie in einem Kokon fhlen
➤ Fahren: Kraftvoller Antritt und ausgewogene Balance (Update!)
➤ Ausstattung: Serienmig mit Achtgang-Automatik
➤ Motoren:
Diesel fr Europa besttigt
➤Technische Daten: Bis zu 370 PS im Stinger

Vorstellung: Ein Auto, das es von Kia noch nicht gegeben hat

Kia kann auch sportlich das beweist der koreanische Hersteller mit diesem neuen Auto: Stinger heit die beeindruckende Sport-Limousine, Kia selbst spricht gern von einem Gran Turismo. Ein Auto, das es so von Kia noch nicht gegeben hat. Stattliche 4,83 Meter lang, 1,87 Meter breit und 1,40 Meter flach. Vorn mit dem inzwischen Kia-typischen "Tiger-Nose"-Grill, hier in einer besonders breiten, flachen Variante, groen Lufteinlssen und aufflligen LED-Scheinwerfern. Dann folgen eine laaange Motorhaube, eine eingezogene Flanke mit Luft-Auslssen, 19-Zoll-Rder und ein flacher, Coup-artiger Aufbau mit groer Heckklappe. Hinten gibt es einen erstaunlich langen berhang und ein wuchtiges Heck mit zwei fetten Doppel-Endrohren ein imposanter Auftritt. Der strkste Stinger ist gleichzeitig der schnellste Serien-Kia: Der 370 PS starke V6 soll die Limousine in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und bis zu 270 km/h schaffen.

Stinger kommt vom englischen Sting und bedeutet Stachel.

Auf der IAA 2011 hatte Kia den GT gezeigt, eine sehr hnlich aussehende Studie. "Auf den GT haben wir unglaublich viel positive Resonanz bekommen", sagt Kia-Designchef Peter Schreyer, "fr die Serie wollten wir so nah wie mglich am Showcar bleiben." Gut, die gegenlufig ffnenden Tren sind weg, aber sonst: Gelungen! Stinger kommt von Sting, englisch fr Stachel. Und zum Stachel im Fleisch der Etablierten, wie Audi A5 Sportback und BMW 4er Gran Coup, knnte er in dieser Form tatschlich werden. Die Produktion startet in der zweiten Jahreshlfte 2017 und der Verkauf gegen Ende des Jahres. Preislich wird der GT bei rund 35.000 Euro liegen.

Interieur: Man soll sich wie in einem Kokon fhlen

Das hohe Armaturenbrett verluft streng horizontal und wird nur vom mittigen Touchscreen unterbrochen.

Die Idee hinter der Gestaltung des tiefliegenden Innenraums ist, dass man sich wie in einem Kokon fhlen soll. Das hohe Armaturenbrett verluft streng horizontal und wird nur vom mittigen Touchscreen unterbrochen. Das schmale Dreispeichen-Lenkrad mit Schaltwippen greift wieder den sportlichen Aspekt auf, fr den Komfort ist es allerdings mit verschiedenen Funktionstasten belegt. Die Mittelkonsole teilt sich in zwei Bereiche: Der obere Teil dient der Steuerung des Infotainments, darunter sind die Knpfe fr die Klimaanlage und die Lftungseinstellung angebracht.

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Fahren: Kraftvoller Antritt, ausgewogene Balance

Warum findet die erste Fahrt auf der Nordschleife statt? Ganz einfach, der sportlichste Kia hat hier das Schnellfahren gelernt. Schlielich teilen sich Hyundai und Kia ein Entwicklungszentrum direkt am Nrburgring. Also starten wir zu einer Runde Nordschleife, die viel ber den Stinger verrt. Beim ersten kurzen Sprint aus der Boxengasse am alten Fahrerlager macht der Stinger deutlich, dass die angegebenen 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h realistisch sind. Die Kraftentfaltung des 370 PS starken V6-Biturbos ist gleichmig, der Antritt kraftvoll, aber vergleichsweise unspektakulr der Stinger schnellt dank Allrad effizient nach vorne. Erstes Kurvengeschlngel am Hatzenbach: Der Stinger lenkt przise ein. Auffllig ist, wie gut ausbalanciert der Stinger die Wechselkurven in Angriff nimmt, obwohl die Federung im "Comfort"-Modus deutliche Karosseriebewegungen zulsst. Das ist aber auch schon alles, ins Taumeln gert die 4,83-Meter-Limo auch bei schneller Kurvenfahrt nicht.

Der V6 klingt kernig und sonor und macht mchtig Betrieb. Das Auto fhlt sich agil, aber nicht nervs an.

Weiter geht es im "Sport"-Modus. Das Gefhl, einen harten Sportwagen zu fahren, kommt auch hier nicht auf. Der Restkomfort ist hoch trifft man die Rattersteine am Streckenrand, werden selbst diese groben Ste weitestgehend weggedmpft. Langsam ist der Stinger dennoch nicht. Tiefster Punkt der Strecke und die Reifeprfung fr jede Bremsanlage: Breitscheid. Die Brembo-Bremse des Stinger kommt hier nicht an die Belastungsgrenze es muss jedoch erwhnt werden, dass unser Fhrungsfahrzeug nicht aufs Ganze geht. Wir schrauben uns in Richtung Karussell das Torque Vectoring des Allradantriebs lsst den Stinger am Limit um Kurven carven, regelt hier, schiebt Drehmoment zwischen den Rdern hin und her, zieht den Viertrer frmlich in die Kurven und zaubert dem Fahrer ein Grinsen ins Gesicht.
Hinterm Karussell geht's runter zum Streckenabschnitt Schwalbenschwanz. Im kurvigen Geluf ums Brnnchen vermittelt der Stinger Gelassenheit. Der mechanische Grip ist tadellos, so eilt der Stinger auf unserer Testfahrt jederzeit berechenbar durch die Grne Hlle. Letzter Sprint auf die Dttinger Hhe: Die Achtgang-Automatik ldt die Gnge rasant durch, im Head-up-Display stehen 220 km/h dann bremst uns der vorausfahrende Instruktor ein. 250 km/h wren hier allemal drin gewesen. Rsum: Der Stinger wird auf der Rennstrecke keine Rekorde einfahren, dafr wurde er aber auch nicht entwickelt. Aber: Die Testfahrt auf der Nordschleife zeigt, dass der Stinger stets die Contenance wahrt und sich problemlos an die Grenzen fhren lsst. 

Ausstattung: Automatik ist serienmig

Hinterradantrieb ist serienmig, auf Wunsch gibt es den Kia Stinger sogar mit Allradantrieb.

Die Technik des Stinger stammt dabei in den Grundzgen vom G80 einer bei uns nicht verkauften Luxuslimousine der Hyundai-Edelmarke Genesis. Dazu gehrt der lngs eingebaute Frontmotor, Hinterradantrieb und ein Fahrwerk mit Mc-Pherson-Federbeinen vorn und Mehrlenkerachse hinten. Beim Stinger wird es auf Wunsch auch Allradantrieb (von Magna) mit elektronisch gesteuertem Torque Vectoring geben und erstmalig bei Kia auch elektronisch verstellbare Dmpfer bei dem sich die Dmpfer vorn und hinten getrennt abstimmen lassen. Das geschieht ber die verschiedenen Fahrmodi Eco, Sport, Sport+, Komfort und Smart. Die regeln auch das Ansprechverhalten der Lenkung und die serienmige Achtgang-Automatik-Schaltung mit Schaltwippen am Lenkrad. Bei der Topmotorisierung, dem V6, kommen die Bremsen von Brembo, je nach Leistung steht der Stinger auf 17-, 18- oder 19-Zoll-Rdern. 

Serienmig kommt der Stinger mit Stabilittskontrolle, optional hat Kia noch einiges an Assistenten im Angebot: einen Kollisionswarner mit Notbremssystem und Fugngererkennung, einen Geschwindigkeitsregler, einen Spurthalteassistent, einen Querverkehrassistent, Fernlichtassistent und einen Toter-Winkel-Assistent, auerdem lsst sich bei langsamen Tempo die Umgebung berwachen. Zum ersten Mal bietet Kia in dem Coup einen Mdigkeitswarner an.

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Das Head-up-Display zeigt neben der Geschwindigkeit noch verschiedene weitere Informationen wie die Lautstrke des Infotainments oder die Navigationsanweisungen an. Per Bluetooth lsst sich das Smartphone koppeln und whrend der Fahrt induktiv in der Mittelkonsole aufladen.

Motoren: Drei Motoren besttigt

Fr Europa hat Kia bereits drei Motoren besttigt. Der einzige Diesel hat 2,2 Liter Hubraum, leistet 200 PS und 440 Nm maximales Drehmoment. 8,5 Sekunden soll der Stinger-Diesel fr den Sprint auf Tempo 100 brauchen, bei 225 km/h ist Schluss. Auerdem gibt es zwei Benziner: einen turbogeladenen Zweiliter-Vierzylinder mit 225 PS und 353 Nm maximalem Drehmoment sowie die Topmotorisierung einen V6. Der 3,3-Liter-Twinturbo bringt es auf 370 PS und 510 Nm maximales Drehmoment. Der strkste Stinger ist gleichzeitig das schnellste Serienmodell von Kia: Er soll in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 sprinten und bis zu 270 km/h schnell sein. Achtgangautomatik und optionaler Allradantrieb sind serienmig. In Zukunft will Kia die Motorenpalette auch um einen Plug-in-Hybrid erweitern. Eine vollelektrische Variante ist auf der neuen Plattform zwar umsetzbar, aktuell aber nicht in Planung. Schon eher denkbar ist ein potentieller BMW M3-Gegner.

Kia Stinger (2017): Vorstellung und Fahrbericht

Technische Daten: Bis zu 370 PS im Stinger

Kia Stinger 2.2 CRDiMotor: 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit Turbolader ● Hubraum: 2199 ccm ● Leistung: 147 kW (200 PS) bei 3800 U/min ● max. Drehmoment: 440 Nm bei 1750 bis 2750 U/min ● Beschleunigung: 0-100 km/h in 8,5 s.

Kia Stinger 2.0 T-GDI ● Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Turbolader ● Hubraum: 1998 ccm ● Leistung: 188 kW (255 PS) bei 6200 U/min ● max. Drehmoment: 353 Nm bei 1400 bis 4000 U/min.

Kia Stinger 3.3 T-GDI V6 ● Motor: 3,3-Liter-V6-Benziner mit Twin-Turbolader ● Hubraum: 3342 ccm ● Leistung: 276 kW (370 PS) bei 600 U/min ● max. Drehmoment: 510 Nm bei 1300 bis 4500 U/min ● Beschleunigung: 0-100 km/h in 5,1 s.

Autoren: Peter R. Fischer, Katharina Berndt

Stichworte:

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