Gefährliche Kältemittel in Autos

Killer-Kältemittel für Klimaanlagen

Die Angst geht um

Autohersteller versuchen offenbar, die Einführung des Killer-Kältemittels HFO-1234yf für Klimaanlagen zu verzögern. Für das alte Mittel gab es möglicherweise Zulassungen "auf Vorrat".
Autohersteller haben offenbar Angst vor dem neuen Killer-Kältemittel HFO-1234yf, für das sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) eingesetzt hat. Mit Tricks würden die Hersteller versuchen, dessen Einführung zu verzögern, so Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). So seien zwischen Januar und Mitte August 2011 in Europa nur zwei Typgenehmigungen für neue Modelle beantragt und erteilt worden.

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Für Modelle mit dem alten Kältemittel R134a hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im ersten Halbjahr 2010 laut DUH 30 Typgenehmigungen vergeben, im letzten Quartal sogar 47. Möglicher Grund: In Autos, die ihre Typzulassung nach dem 1. Januar 2011 erhalten, darf das alte Kältemittel R134a nicht mehr eingesetzt werden.

Video: Killer-Kältemittel

Achtung, Lebensgefahr!

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Die Zahlen legen legen den Verdacht nahe, dass im Vorjahr Zulassungen "auf Vorrat" beantragt worden sind, um dem Problem aus dem Weg zu gehen. Angeblich hat Daimler beim KBA einen Ausnahmeantrag für 50.000 Neuwagen gestellt, um diese noch mit R134a ausliefern zu können. Daimler und KBA haben sich dazu bisher nicht geäußert.

Was ist das Kältemittel HFO-1234yf?

HFO-1234yf

HFO-1234yf (2,3,3,3 Tetrafluorpropen) wird als Nachfolger des Kältemittels R134a in Auto-Klimaanlagen eingesetzt. Der Vorteil von HFO-1234yf: Es hat ein geringeres Treibhauspotenzial.

Global Warming Potential

Das Global Warming Potential (GWP) oder auch Treibhauspotenzial gibt an, wie stark ein Gas zum Treibhauseffekt beiträgt. Das GWP von R134a beträgt 1300, das von HFO-1234yf liegt bei 4. Seit Anfang 2011 dürfen in Neuwagen nur noch Kältemittel mit einem GWP kleiner als 150 eingesetzt werden.

Universität von Ohio

HFO-1234yf wurde 1946 an der Universität von Ohio erstmals synthetisiert. Die Einzelsubstanz galt bis vor wenigen Jahren wegen ihrer Reaktivität als ungeeignet für Pkw-Klimaanlagen.

Patente

Die meisten Patente für HFO-1234yf liegen bei den US-Chemiekonzernen Honeywell und Dupont, die zurzeit gemeinsam in China eine Fabrik errichten. Diese wird ab dem vierten Quartal 2012 große Mengen des neuen Kältemittels herstellen – gut ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Alternativen

Mögliche Alternativen zu HFO-1234yf sind CO2 (R744), Propan (R290) und Butan (R600).

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