R1234yf: EU fordert weitere Tierversuche

Killer-Kältemittel R1234yf

— 26.04.2012

EU verschiebt Kältemittel-Start

Das umstrittene Kältemittel R1234yf für Klimaanlagen wird nun doch später verbindlich. Die Ursache ist nicht Einsicht, sondern findet sich in China. Mercedes hat beim neuen SL entsprechend reagiert.

Die EU-Kommission hat die Einführung des umstrittenen Klima-Kältemittels R1234yf (oder HFO-1234yf) verschoben. Bis Ende 2012 dürfen neue Automodelle noch mit dem alten Kältemittel R134a ausgeliefert werden – entgegen der EU-Richtlinie 2006/40/EC.

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Damit beseitigt die EU eine Rechtsunsicherheit, ausgelöst durch Lieferengpässe. Die Fertigstellung der R1234yf-Fabrik in Changshu City (China) verzögert sich seit Ende 2011, weil die Produzenten Honeywell und Dupont Auflagen chinesischer Behörden erfüllen müssen.

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Mit dem neuen SL erschien im März nach der B-Klasse das zweite Mercedes-Modell, das anstelle von R1234yf noch mit R134a ausgerüstet ist. Erstes Auto, das schon mit R1234yf kühlt, ist der Subaru XV. Anders als Mercedes hat Subaru Lieferverträge mit Honeywell abgeschlossen. Der Konzern besitzt begrenzte Produktionskapazitäten in seiner Versuchsanlage in den USA.

Das Kältemittel R1234yf soll nach dem Willen der Autoindustrie R134a in Pkw-Klimaanlagen ersetzen. Hintergrund: Die EU-Richtlinie 2006/40/EC verbietet in Automodellen mit Typzulassung nach dem 1. Januar 2011 Kältemittel mit zu großem Treibhauseffekt in der Atmosphäre (Global Warning Potential, GWP). In solchen Autos dürfen nur noch Kältemittel kühlen, deren GWP kleiner als 150 ist (GWP von R134a: 1400). Obwohl es Alternativen gibt, entschieden sich die Autohersteller 2009 für die patentierte Fluor-Chemikalie R1234yf. Diese hat zwar nur ein GWP von vier, kann sich aber unter Hitzeeinwirkung zu giftiger und ätzender Flusssäure zersetzen. Wegen Lieferschwierigkeiten von R1234yf hatte die EU im April 2012 eine Übergangsfrist erlassen: Autohersteller durften längstens bis 31. Dezember 2012 noch das klimaschädliche R134a auch in Modellen mit Typzulassung nach dem 1. Januar 2011 einsetzen.

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