Killer-Kältemittel R1234yf
— 14.02.2013
Steigen BMW und Audi aus?
Der Rückhalt für das umstrittene Kältemittel R1234yf schwindet immer mehr. BMW will wie Daimler eigene Test forcieren, um die Gefährlichkeit zu überprüfen. Und auch Audi zeigt sich abwartend.
Mit seinen an die Realität angelehnten Tests an einer Mercedes B-Klasse (Bild oben) zeigte Daimler, dass das "Killer-Kältemittel" R1234yf einen Brand auslösen kann und dabei giftige Flusssäure freisetzt. Deshalb
boykottiert Daimler das neue Kältemittel – und bekommt jetzt auch Unterstützung von
Audi und
BMW. Beide
verlassen eine Expertengruppe mit 13 internationalen Autoherstellern, welche die Sicherheit von R1234yf erneut übeprüfen soll. Der US-Ingenieurverband SAE hatte die Hersteller zu der Arbeitsgruppe eingeladen. In bisherigen Untersuchungen hatte der SAE R1234yf stets für sicher erklärt.
HFO-1234yf (2,3,3,3 Tetrafluorpropen) wird als Nachfolger des Kältemittels R134a in Auto-Klimaanlagen eingesetzt. Der Vorteil von HFO-1234yf: Es hat ein geringeres Treibhauspotenzial.
Das Global Warming Potential (GWP) oder auch Treibhauspotenzial gibt an, wie stark ein Gas zum Treibhauseffekt beiträgt. Das GWP von R134a beträgt 1300, das von HFO-1234yf liegt bei 4. Seit Anfang 2011 dürfen in Neuwagen nur noch Kältemittel mit einem GWP kleiner als 150 eingesetzt werden.
HFO-1234yf wurde 1946 an der Universität von Ohio erstmals synthetisiert. Die Einzelsubstanz galt bis vor wenigen Jahren wegen ihrer Reaktivität als ungeeignet für Pkw-Klimaanlagen.
Die meisten Patente für HFO-1234yf liegen bei den US-Chemiekonzernen Honeywell und Dupont, die zurzeit gemeinsam in China eine Fabrik errichten. Diese wird ab dem vierten Quartal 2012 große Mengen des neuen Kältemittels herstellen – gut ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Mögliche Alternativen zu HFO-1234yf sind CO2 (R744), Propan (R290) und Butan (R600).
Kältemittel HFO-1234yf 1 von 5
Ein Prototyp des BMW i3 brannte im Juni 2012 ab. Ob der i3 mit R1234yf kühlen wird, verrät BMW nicht.
Dabei stützt sich der SAE hauptsächlich auf Statistiken und sogenannte Fehlerbaumanalysen – nicht aber auf praktische Versuche mit Autos. Ein BMW-Sprecher erklärte gegenüber AUTO BILD, dass man die Methoden des SAE "nicht für hinreichend" halte, um die Sicherheit von R1234yf vollständig beurteilen zu können. BMW werde stattdessen eigene Tests weiter vorantreiben, diese seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Man könne sich langfristig auch CO2 als Kältemittel vorstellen. Mit welchem Kältemittel das Elektroauto
i3 kommen wird, wollte der Sprecher "aus wettbewerbsrechtlichen Gründen" nicht verraten.
Audi betonte, dass man zwar als eigenständige Marke an der SAE-Arbeitsgruppe teilgenommen habe, es jedoch für das zukünftige Kältemittel grundsätzlich nur eine technische Lösung innerhalb des VW-Konzerns geben werde. Für CO2 als Kältemittel der Zukunft hatte sich bereits VW-Patriarch Ferdinand Piëch öffentlich starkgemacht.
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Man muss nur die FAZ vom 13.02. lesen (S.13), um in dem scheinbar neutralen Text das Erpresserische am Vorgehen der EU-Kommission zu erkennen. Es wird von Brandgefahr bei Daimler-Tests berichtet, als ob so etwas ein überschaubares Risiko wäre. Nichts aber über die schon in kleinen Mengen tödliche Verätzungen (u.a. der Lunge) verursachende Flusssäure, die bei den Bränden frei wird. ADAC und VDA schweigen unter dem Druck der US Konzerne Honeywell-DuPont auf bewährte Weise. Und das KBA windet sich.
Autofahrer wissen durch AutoBild: keine Neufahrzeuge mit R1234yf kaufen. Und die deutschen Hersteller Daimler, VW, Audi, BMW unterstützen, die sich gegen das verfassungswidrige (Unversehrtheit des Menschen) Brüsseler Diktat sperren.