Killer-Kältemittel R1234yf

Killer-Kältemittel R1234yf

— 08.09.2014

EU-Politiker fordert CO2 als Kältemittel

Die deutschen Autohersteller bekommen im Streit um das Kältemittel R1234yf Rückenwind aus dem EU-Parlament. Der Sprecher des Verkehrsausschusses fordert die Nutzung von CO2.

Umfrage

'Wer R1234yf einsetzt, muss seine Sicherheit garantieren'

(Reuters/brü) Im Streit mit der EU-Kommission über ein neues Klimaanlagenmittel bekommen die deutschen Autobauer Unterstützung aus dem EU-Parlament. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des EU-Gremiums, Michael Cramer, rief die Branche zur Nutzung des natürlichen Kältemittel CO2 anstelle der Chemikalie R1234yf auf. "Ich fordere die Autohersteller auf, das gefährliche R1234yf nicht einzusetzen und stattdessen schnell eine technische Lösung für CO2 auf den Markt zu bringen", sagte der Grünen-Politiker der "Frankfurter Rundschau" vom 5. September 2014.

In diesen Autos steckt das Killer-Kältemittel R1234yf

Cramer unterstützt damit die Linie der Autobauer Daimler, VW und BMW. Diese favorisieren CO2, weil das von den US-Chemiekonzernen Honeywell und Dupont entwickelte Mittel R1234yf bei - allerdings umstrittenen - Tests zur Bildung von gefährlicher Flusssäure und zu Bränden geführt hat. Die Hersteller argumentierten stets, ihr Mittel sei sicher. Es sei "längst überfällig", dass die Klimaanlagen aller Pkw mit einem sicheren und klimaschonenden Kältemittel ausgestattet werden, meinte Cramer. "CO2 leistet beides und ist deshalb das richtige Produkt." Das bisher übliche Kältemittel R134a wirkt als starkes Treibhausgas, wenn es in die Atmosphäre gelangt. Deswegen wird es verboten.

An einem Schweinekopf zeigt Chemiker Andreas Kornath von der Uni München die drastischen Verätzungen, die das R1234yf-Abbauprodukt Fluorwasserstoff verursachen kann.

CO2 ist als alternatives Kältemittel bereits erprobt, es wird bereits in Bussen benutzt. Allerdings müssen im Pkw-Bereich die Klimaanlagen erst noch für die Serienproduktion weiterentwickelt werden, was zeitaufwendig ist. Daimler und andere deutsche Autobauer arbeiten mit Hochdruck an einer neuen CO2-Klimaanlage, nachdem die Industrie noch vor Jahren dieses Kältemittel zugunsten von 1234yf verworfen hatte. Denn auch diese Technologie ist nicht unumstritten. So argumentiert Honeywell: "Nach mehr als zwei Jahrzehnten der Entwicklung treten bei Fahrzeugklimaanlagen auf CO2-Basis immer noch Probleme in puncto Leistung, Kosten, Sicherheit und Umwelteinflüsse auf." So sei etwa der Kraftstoffverbrauch mit CO2-Klimaanlagen höher. Der Grünen-Politiker forderte die EU-Kommission auf, notfalls auch die Übergangsfrist für die Umstellung auf weniger klimaschädliche Kältemittel zu verlängern, um die Serienproduktion der CO2-Anlagen zu ermöglichen. Nach bisheriger Rechtslage darf das bisher übliche Kältemittel ab dem 1. Januar 2017 generell nicht mehr eingesetzt werden. "Für eine Übergangzeit sollte das bisher übliche heutige Kältemittel R134a auch danach noch genutzt werden dürfen", sagte Cramer.

Stichworte:

Killer-Kältemittel

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.