Killer-Kältemittel R1234yf: Daimler testet Alternative
— 26.02.2013
Der Kältemittel-Cocktail
R1234yf-Boykotteur Daimler sucht nach einer Alternative zum umstrittenen Killer-Kältemittel. Derzeit im Labortest: der Chemie-Cocktail AC-6. Doch Experten warnen vor vielen Nachteilen.
Der Streit um das zukünftige Kältemittel in Pkw-Klimaanlagen spitzt sich weiter zu. Während Hersteller Honeywell nicht müde wird, die vermeintlichen Vorzüge seines
Kältemittels R1234yf zu betonen, experimentieren die Autohersteller wieder mit Alternativen aus der Fluorchemie. Wie AUTO BILD aus Daimler-Kreisen erfuhr, untersucht der
wegen seines R1234yf-Boykotts unter Druck stehende Autohersteller zurzeit ein Kältemittel-Gemisch namens "AC-6". Dieses soll gegenüber dem
brandgefährlichen R1234yf zwei entscheidende Vorteile haben: weniger brennbar und billiger in der Herstellung. Hauptbestandteil mit 84 Prozent ist der Stoff R1234ze, ein naher Verwandter des
Killer-Kältemittels.
Das Kältemittel R1234yf soll nach dem Willen der Autoindustrie R134a in Pkw-Klimaanlagen ersetzen. Hintergrund: Die EU-Richtlinie 2006/40/EC verbietet in Automodellen mit Typzulassung nach dem 1. Januar 2011 ...
... Kältemittel mit zu großem Treibhauseffekt in der Atmosphäre (Global Warning Potential, GWP). In solchen Autos dürfen nur noch Kältemittel kühlen, deren GWP kleiner als 150 ist (GWP von R134a: 1400). Obwohl es Alternativen gibt, entschieden sich die Autohersteller 2009 für die patentierte ....
... Fluor-Chemikalie R1234yf. Diese hat zwar nur ein GWP von vier, kann sich aber unter Hitzeeinwirkung zu giftiger und ätzender Flusssäure zersetzen. Wegen Lieferschwierigkeiten von R1234yf hatte die EU ...
... im April 2012 eine Übergangsfrist erlassen: Autohersteller durften längstens bis 31. Dezember 2012 noch das klimaschädliche R134a auch in Modellen mit Typzulassung nach dem 1. Januar 2011 einsetzen.
"AC-6 dürfte für den Verbraucher noch teurer werden als R1234yf", prophezeit Prof. Andreas Kornath von der Uni München.
Der Chemie-Cocktail AC-6 als Wundermittel? Mitnichten, meint Chemieprofessor Andreas Kornath von der Uni München: "Möglich, dass AC-6 in der Herstellung billiger ist als R1234yf. Allerdings verursachen Kältemittel-Gemische durch teure Wartung langfristig höhere Kosten." Auch die angeblich verbesserte Brandsicherheit sieht Kornath kritisch, der vom Hersteller angegebene Zündpunkt liege zwar 100 Grad höher als bei
R1234yf, aber immer noch zu niedrig.
Eine weitere Gefahr bei Chemie-Cocktails wie AC-6: Die Einzelkomponenten können sich entmischen, leicht flüchtige Bestandteile (hier: CO2) durch Dichtungen entweichen. Übrig bleibt ein Gemisch unbekannter Zusammensetzung, das beim Klimaservice teuer analysiert und mit Einzelkomponenten ergänzt werden muss. Wegen schlechterer Effizienz von AC-6 müssten zudem die Wärmetauscher der Klimaanlage geändert werden. Das kostet Geld – und Zeit.
Zum
natürlichen Kältemittel CO2 will sich bislang kein Hersteller bekennen. In die Diskussion hat sich nun das Umweltbundesamt (UBA) eingeschaltet: Präsident Jochen Flasbarth fordert eine dreijährige Übergangsfrist für Autohersteller, die sich auf CO2 festlegen – das bei weitem ökologischste und günstigste Kältemittel.
Kommentare zum Artikel (1)
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Es ist nur zu hoffen, dass AUTOBILD dran bleibt, damit nicht die großen Konzerne dann doch wieder -erpresst von der EU-Kommission, die wiederum "lobbyiert" von Honeywell-DuPont - sich dem Killerkältmittel R1234yf zuwenden.
Es ist klar, dass nur CO2 eine wirkliche Alternative darstellt. Technischen Aufwand hin oder her. Noch besser aber wäre es, man bliebe bei dem bewährten R134a, das niemanden beschädigt. Auch nicht das so genannte Klima. Bisher beruhen ja alle Behauptungen, das Klima würde durch Spurengase und Fluor-ckw erwärmt, auf Hypothesen, die nie durch Labor-Experimente bewiesen wurden. Außerdem wird es nachweislich seit 15 Jahren kälter und nicht wärmer. Selbst der sogenannte Weltklimarat (IPCC) hat das jetzt zugegeben. Der ganze Klima-Alarmismus ist ja nur ein Geschäftsmodell;-)