Das sind die Autos von Nordkorea

Kim Jong Un: Die Autos von Nordkorea

So fährt Nordkorea

Kim Jong Un fährt Mercedes S600 Pullman. Und der Rest seines abgeschotteten Landes? AUTO BILD hat verfügbare Infos über die Autos auf Nordkoreas Straßen gesammelt.

Zu offiziellen Anlässen reist der nordkoreanische Diktator im Luxuswagen aus Stuttgart. 

Beim Treffen mit US-Präsident Trump in Singapur hat die Welt die Staatskarosse von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un gesehen, einen Mercedes S600 Pullmann. Zu offiziellen Gelegenheiten ist "Marschall Kim" mit diesem oder nahezu baugleichen Fahrzeugen zu sehen. Darüber hinaus soll ihm eine große Sammlung westlicher Luxuskarossen gehören, viele davon hat sein Vater Kim Jong Il am internationalem Embargo vorbei ins Land gebracht. Jedoch existieren davon keine Bilder. Und was fährt der Rest von Nordkorea? Gibt es eigene Autohersteller?

Moderne Autos in der Hauptstadt Pjöngjang

Das Straßenbild in Pjöngjang ist in den vergangenen Jahren deutlich moderner geworden.

Zuerst muss ein Unterschied zwischen Land und Hauptstadt gemacht werden. Während die Mehrheit der Nordkoreaner zu Fuß geht oder maximal Fahrrad fährt, hat sich das Straßenbild in der von der politischen wie wirtschaftlichen Elite bewohnten Hauptstadt Pjöngjang verändert. Vor allem die Zahl der über die chinesische Grenze gekommenen Autos nimmt zu. Dongfeng, BYD und Landwind sind genauso anzutreffen wie chinesische VW Jetta. Einen nordkoreanischen Autohersteller gibt es auch: Der staatliche Ryonbong-Konzern ist seit 1998 am Joint Venture "Pyeonghwa" (dt. Frieden) beteiligt. Das wurde gegründet, um deutsche, italienische und chinesische Lizenzen auf die Räder zu stellen und tut das offiziell bis heute. Faktisch gehen Beobachter aber davon aus, dass die Bänder seit 2012 still stehen und stattdessen importierte Autos mit dem Pyeonghwa-Logo beklebt werden. In der Hauptstadt soll es einen einzigen Händler geben. Hier wird der gesamte Neu- und Gebrauchtwagenhandel im Land kontrolliert.

Gepflegte Mercedes und nicht bezahlte Volvo

Mercedes-Youngtimer: Sie sind in den Straßen der nordkoreanischen Hauptstadt anzutreffen.

Auf den Straßen von Kims Schattenreich ist vielmehr betagtes Blech anzutreffen. Darunter sind neben chinesischen Lkw und rumänischen Dacia einige Mercedes-Old- und -Youngtimer. Wie die Strichacht, W 123 und W 124 oder W 210 nach Nordkorea kamen, ist unklar. Geschweige denn, wie die Besitzer ihre Ersatzteilversorgung sicherstellen. Fest steht, dass einige Exemplare erstaunlich gepflegt dastehen. Ähnlich nebulös ist, ob der Kaengsang 88 eine dreiste Kopie des 190er Mercedes war oder ein aus CKD-Bausätzen zusammengeschraubter Lizenzbau. Mehr als ein Foto scheint es vom Fahrzeug nicht zu geben, geschweige denn Informationen. Schlussendlich müssen beim Blick auf die Autos in Nordkorea die 1000 Volvo 144 erwähnt werden, die das Land 1974 gekauft aber nie bezahlt hat. Auch sie fahren noch:

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