Kindersitze im Test

Zehn Kindersitze im Test Zehn Kindersitze im Test

Kindersitze im Test

— 30.08.2005

Sitzprobe für groß und klein

Kindersitze im harten Familienalltag. Welcher paßt, welcher nervt, welcher bietet optimalen Schutz? Stärken und Schwächen von zehn neuen Sitzen.

Einfache Sitzkissen? Sicher nicht.

Von Birgit Meyer Spätestens mit dem Vorschulalter wird die Familienkutsche zum Taxi. Die Kleinen wollen zum Ponyreiten, zum Fußball, zum Ballett – und das bleibt so bis ins Teenageralter. Weil die Kinder oft auch in Autos anderer Eltern mitfahren, ist jetzt ein flexibler Kindersitz gefragt. Der sollte reichen, bis die Kleinen zwölf Jahre alt oder 150 Zentimeter groß sind. So will es das Gesetz. Tatsache ist aber leider: Je älter das Kind, um so weniger wird auf eine ordentliche Sicherung im Auto geachtet. Viele Eltern lassen ihre größeren Sprößlinge sogar ganz ohne Sitz fahren. Nicht selten mit fatalen Folgen.

Doch schwere Verletzungen können Kinder auch erleiden, wenn sie in einem nicht zu ihrer Körpergröße und ihrem Gewicht passenden Sitz angeschnallt werden. Denn das Verletzungsrisiko erhöht sich bei locker oder falsch sitzenden Gurten. Die Kinder rutschen heraus. Dabei kann es zu schweren Prellungen und Quetschungen kommen. Manche Kinder werden sogar vom Gurt stranguliert.

Aber auch korrekt gesicherte Kindern kommen bei schweren Unfällen nicht immer ganz ohne Verletzungen davon. Die sind jedoch meistens vergleichsweise harmlos. Fatal: Noch erfüllen auch einfache Sitzkissen die gesetzliche Vorschrift. Aber wirklich sicher sind sie nicht. Bei ihnen fehlt der Seitenhalt, der Gurt wird nicht optimal geführt, einige dieser Polster zerbrechen gar beim Unfall. Deshalb hat AUTO BILD ausschließlich Modelle der Gruppe II/III mit Rückenlehne getestet. Darin können Kinder vom dritten Lebensjahr an in Fahrtrichtung mitfahren.

Große Ohren sind gut fürs Kind

Kind und Sitz werden mit einem Dreipunktgurt im Auto festgeschnallt. Klingt einfach, ist es aber oft nicht. Die Schwierigkeiten beginnen schon mit der Rückenlehne: Bei einigen Sitzen im Test läßt sie sich abnehmen, das Unterteil kann dann separat verwendet werden. Doch damit entfällt beim Seitenaufprall jeglicher Schutz für Kopf und Körper. Deshalb haben wir diese Sitze abgewertet. Die schlechteste Note kassiert hier der Hauck traxx. Sein Unterteil fällt schon beim Tragen des Sitzes ab.

Ein wichtiges Kriterium sind die Kopfstützen. Sie müssen in der Höhe verstellbar sein und über große "Ohren" mit Ösen für die Schultergurte verfügen. Die halten die Dreipunktgurte in der richtigen Position. Die "Ohren" schützen Kopf und Wirbelsäule. Nur fünf Sitze bieten eine ausreichende Höhe für Kinder bis zwölf Jahre (Concord, Cybex, Maxi-Cosi, Recaro und Römer).

Schlecht: Der Graco Junior Plus wird vom Hersteller nur für Kinder bis zu einer Körpergröße von 145 Zentimetern empfohlen. Gewissenhafte Eltern müssen also für die letzten fünf Zentimeter noch mal einen neuen Sitz kaufen. Gut: Die meisten getesteten Sitze lassen sich mit einem Handgriff in der Höhe verstellen. Beim Concord lift protect wächst sogar der Seitenschutz für den Körper mit. Nur bei HTS müssen mehrere Schrauben verstellt werden. Beim Recaro liegt der Einstellknopf nicht nur gut versteckt, er sitzt leider auch noch so ungünstig, daß die Kinder zum Einstellen der Rücklehne aussteigen müssen. So läßt sich die Gurtführung schlecht ideal anpassen.

Flaschen können zu Geschossen werden

Spitzenreiter beim Komfort ist der Cybex. Er bietet mit seiner in die Kopfstütze integrierten Schlafstütze eine einzigartige und fast schon geniale Lösung. Durch sie kann der Kopf beim Schlafen nicht gefährlich nach vorn kippen. Prima: Bei Maxi-Cosi sind die Seitenwangen auch in der Breite verstellbar. Leider ist die Bodenplatte für die Liegeposition etwas zickig. Gut gemeint, aber schlecht gemacht: die ausklappbaren seitlichen Getränkehalter von Römer und Graco. Sie halten die Trinkflaschen nicht sicher fest. Folge: Die Flaschen werden beim Crash zu gefährlichen Geschossen. Kinder können sich zudem die Finger klemmen.

Trotz dieser Mängel sind alle Test-Sitze besser als keiner. Und deutlich sicherer als Sitzerhöher ohne Lehne. Merke: Korrekt angeschnallte Kinder haben beim Crash eine siebenfach höhere Chance, heil davonzukommen.

Den kompletten Artikel samt Ergebnistabelle und Tips zum Kauf erhalten Sie zum Preis von 1,00 Euro über unser Heftarchiv. Klicken Sie bitte auf diesen Link, dann gelangen Sie zum Download-Bereich.

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