Kindersitze, Teil 2

Kindersitzgruppen und i-Size-Norm

— 07.06.2016

Welcher Kindersitz ab wann?

Welcher Kindersitz ist der richtige für mein Kind? Alles über die unterschiedlichen Kindersitzgruppen und die neue i-Size-Norm.

Für junge Eltern ist die Einteilung der Kindersitze in unterschiedliche Klassen oft verwirrend. Doch das Thema ist Pflicht für alle, die ihr Kind sicher mit dem Auto transportieren wollen. Denn der Gesetzgeber schreibt für die Mitnahme von Kindern im Auto sogenannte Rückhalteeinrichtungen vor. Bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr oder bis zum Erreichen einer Größe von 1,50 Metern sind Kinder in Kindersitzen zu sichern, die für ihr jeweiliges Gewicht geeignet sind.

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Die Europäische Union unterteilt die Kindersitze in fünf verschiedene Gewichtsklassen (ECE Regelung R 44/04, Kinderrückhaltesysteme). Seit 2013 gibt es mit der ECE-Regelung R 129 eine weitere Verordnung, die die bestehende Regelung ergänzt. Die sogenannte i-Size-Norm orientiert sich anstelle des Gewichts an der Größe der Kinder und fordert ein rückwärtsgerichtetes Fahren, mindestens bis zum 15. Lebensmonat (ECE R44 bis 12 Monate oder 13 kg). Auch Kinder die älter als 15 Monate sind, sollen nach der i-Size-Norm am besten in "Reboardern", also rückwärtsgerichteten Sitzen untergebracht werden, optimalerweise bis zu einem Alter von etwa vier Jahren.
Kindersitz-Klasse (ECE R 44/04) Körpergewicht/Größe des Kindes Sitzposition
Klasse 0 bis 10 kg rückwärtsgerichtet
Klasse 0+ bis 13 kg rückwärtsgerichtet
Klasse I 9 kg – 18 kg vorwärtsgerichtet
Klasse II 15 kg – 25 kg vorwärtsgerichtet
Klasse III* 22 kg – 36 kg vorwärtsgerichtet
i-Size (ECE R 129) bis 105 cm rückwärts-/vorwärtsgerichtet
*Kindersitze der Klasse drei sind Sitzerhöher ohne Rückenlehne. Die Sitze zeigen bei Tests eine mangelhafte Crashsicherheit. Als Alternative dienen Sitze der Gruppe 2/3 (siehe Tabelle unten)
Falsche Bedienung: Fehler bei der Kindersicherung

Die von der europäischen Regelung deklarierten Klassen werden von den Kindersitzherstellern häufig in Kindersitze-Gruppen zusammengefasst (siehe Tabelle unten). Denn die meisten Kindersitze werden von den Herstellern als sogenannte "mitwachsende" Kindersitze konzipiert. Diese sind dann nicht nur für eine der fünf Gewichtsklassen ausgelegt, sondern passen sich – zum Beispiel durch herausnehmbare Polsterungen – der Größe des wachsenden Kindes an und decken so bis zu drei Gewichtsklassen ab.
Kindersitz-Gruppe Körpergewicht des Kindes Altersbereich
Gruppe 0/0+ (Babyschale) bis 13 Kilogramm bis 15 Monate
Gruppe 0/1 bis 18 Kilogramm bis 3 Jahre
Gruppe 1 9 kg – 18 kg 9 Monate – 3 Jahre
Gruppe 2/3 15 kg – 36 kg 3 – 12 Jahre
Gruppe 1/2/3 9 kg – 36 kg 9 Monate – 12 Jahre

Besser gegen die Fahrtrichtung: Bei einem Frontalaufprall in vorwärtsgerichteten Kindersitzen sind vor allem kleine Kinder deutlich höheren Belastungen ausgesetzt.

Die Empfehlung der ECE-Regelung R 129 zum längeren rückwärtsgewandten Fahren ist vor allem ein Resultat der Unfallforschung. Bei Autounfällen im Straßenverkehr kommt es in der Mehrzahl der Fälle zu einem Frontalaufprall. Und die optimale Position des Kindes ist in diesem Fall gegen die Fahrtrichtung gerichtet. Denn so wird der Körper durch die bei solch einem Unfall auftretenden Kräfte deutlich geringer belastet. Im Gegensatz dazu führt eine zur Fahrtrichtung gewandte Sitzposition bei einem frontalen Aufprall zu übermäßig starken Belastungen im Halswirbelsäulenbereich. Grund dafür ist der von Kleinkindern überproportional große und damit schwere Kopf. In Verbindung mit der im Halsbereich noch schwach ausgeprägten Muskulatur ergibt sich für die Kleinen ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko. Unabhängig von der Einteilung in Gewichts- und Größenklassen sollten Eltern bei der Wahl des Kindersitzes in erster Linie darauf achten, dass der Sitz zur Anatomie ihres Kindes passt. Denn die körperliche Entwicklung der Kinder orientiert sich nicht an Normen und kann bei Kindern im gleichen Alter stark variieren.

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