Klagen nehmen zu

Klagen nehmen zu

— 16.08.2002

Anstandsdamen für Taxifahrer

Immer mehr Fahrgäste beschweren sich über mürrische Chauffeure – speziell an Flughäfen. Aufpasser greifen jetzt durch.

Sie jammern, dass niemand mit ihnen fahren will. Und wenn doch, drehen sie teure Ehrenrunden oder lassen die Fahrgäste einfach stehen. Immer mehr Taxifahrer lehnen Kurzstrecken ab. Trotz Beförderungspflicht. Vor allem an Flughäfen, wo die Wartezeiten lang und die Konkurrenz groß ist. In Stuttgart, München oder Frankfurt bringen jetzt Aufpasser den Taxifahrern Manieren bei. Hamburg führt verdeckte Kontrollen durch. Denn: "In der letzten Zeit nehmen die Klagen über unfreundliche Taxifahrer zu", sagt Thomas Grätz (45) vom Bundesverband Taxi- und Mietwagen. Allein in Berlin waren es im vergangenen Jahr 1100, im laufenden sind es bereits 700. Woran liegt's?

"Die Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent eingebrochen. Das ist keine Entschuldigung. Aber die Nerven der Fahrer liegen blank." Es gibt zu viele Taxen für den kleiner werdenden Kundenkreis. Trotzdem machen viele Chauffeure lieber Pause, als eine Kurzstreckenfahrt anzunehmen. Der Verband rät versetzten Fahrgästen zur Anzeige bei der Straßenverkehrsbehörde oder der Taxizentrale. Dann wird es teuer für die Fahrer. Das Bußgeld liegt zwischen 150 und 200 Euro, Wiederholungstätern drohen bis zu 5000 Euro. Vielleicht motiviert das zur nächsten Kurzfahrt. Für zehn Euro.

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