Klein- und Kompaktwagen auf der IAA 2005

Fiat Grande Punto Fiat Grande Punto

Klein- und Kompaktwagen auf der IAA 2005

— 08.09.2005

Nachwuchskräfte

Winzig war gestern: Die Kurzen und Kompakten wachsen über sich hinaus. Zur IAA nach Frankfurt rollen viele große Nachwuchstalente.

Neue Minimode nicht mehr zwergenhaft

Daß die Minimode der kommenden Saison alles andere als zwergenhaft ist, beweist die IAA 2005 eindrucksvoll. Unter den neuen Winzlingen befinden sich große Nachwuchstalente. Eines davon: der Fiat Grande Punto. Stattliche 19 Zentimeter ist der nun gar nicht mehr so kleine Italiener gewachsen. Trotzdem wirkt er im Vergleich zum (noch weiter gebauten) Vorgänger kompakter. Das liegt vor allem an der neuen Front mit ihren weit in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfern, die stark an einen Maserati erinnert.

Zum Marktstart im Oktober gibt es vier Ausstattungsvarianten, zwei Benzinmotoren (1.2 mit 65 PS, 1.4 mit 77 PS), zwei 1,3-Liter-Diesel mit 75 und 90 PS sowie zwei 1,9-Liter-Diesel mit 120 und 130 PS. Alle Motoren erfüllen die Euro 4-Norm. Einen Diesel wird es für die Stufenheckvariante des Chevrolet Kalos nicht geben. Künftig heißt der Viertürer auch nicht mehr Kalos, sondern wie in vielen anderen Märkten Aveo. Auf Jetta-Größe (4,31 Meter lang) bietet er fünf Reisenden viel Platz. In China fährt der koreanische Chevy wahlweise mit einem 1,4-Liter- oder einem 1,6-Liter-Benziner. Welche Motoren hierzulande ab Anfang 2006 geplant sind, erfahren wir auf der IAA.

Hyundai unterzieht seinen Bestseller Getz einer Leistungsoptimierung inklusive optischer Frischzellenkur. Besonders gelungen sind die mandelförmigen Frontscheinwerfer. Zum Verkaufsstart Ende September ersetzt ein neu entwickelter 1,4-Liter- mit 95 PS den 1,3-Liter-Benziner (85 PS). Als Diesel kommt ein Vierzylinder zum Einsatz, der aus 1,5 Liter Hubraum 88 PS (bisher 82 PS) schöpft.

Neuer Clio kommt wieder als Sportvariante

Keine Veränderungen an den Motoren erfuhr der renovierte Ford Fiesta. Die Neuerungen beschränken sich ausschließlich auf die Optik. Vor allem im Innenraum wurde nachgebessert und das rauhe Plastik endlich durch wertigere Kunststoffe ersetzt. Die Karosserie-Modifizierungen betreffen Bugschürze, Kühlergrill sowie Scheinwerfer und Heckleuchten, die dann ab Oktober mit einer kleinen, beulenartigen Ausbuchtung versehen sind.

Elf Zentimeter länger als der Vorgänger 206 (bisher 3,84 Meter), bietet der Peugeot 207 deutlich mehr Platz auf allen Sitzen. Eine Vorgeschmack audf die neue Front liefert die Designstudie 20Cup mit 170 PS starkem Vierzylinder aus der Kooperation BMW-PSA. Als fünfte Karosserievariante debütiert zudem der 206 Sedan. Die kleine Stufenhecklimousine ist vorläufig nur für außereuropäische Märkte bestimmt. Interessenten des Renault Clio haben es besser. Der Klassenkamerad ist bereits ab diesem Monat für rund 11.000 Euro zu haben.

In der um stattliche 18 Zentimeter längeren und knapp sechs Zentimeter höheren Karosserie genießen die Passagiere Platzverhältnisse wie in der Kompaktklasse. Drei Benziner stehen als Antrieb zur Wahl. Ein 1.2 16V mit 75 PS, ein 1.6 16V mit 88 PS sowie ein 1,6-Liter mit 112 PS. Die Dieselpalette umfaßt drei 1,5-Liter-dCi-Triebwerke mit 68, 86 und 106 PS. Alle Motoren erfüllen die Euro-4-Norm. Ein Partikelfilter kommt voraussichtlich 2006. Auch eine Sport-Version des Clio ist für 2006 geplant. Das Concept-Car Clio Sport gewährt darauf bereits einen Vorgeschmack. Ein Diffusor am Heck, Luftansaugelemente an den Vorderkotflügeln sowie Sportlenkrad, Chromarmaturen und Ledersitze unterstreichen den sportlichen Kern.

Toyoyta spendiert dem Yaris mehr Platz

Weniger sportlich, dafür mit flexiblerem Innenraumkonzept präsentiert sich Konzernbruder Nissan Note. Der Fünftürer ist zehn Zentimeter länger als der Clio und zielt auf Käufer, die Nutzwert und Variabilität vorziehen. Als Diesel offerieren die Japaner den 1.5 dCi von Renault mit 68 und 86 PS. Zudem stehen ein 1,4-Liter-Benziner mit 88 PS und ein 1,6-Liter mit 110 PS zur Wahl. Die Markteinführung ist für Frühjahr 2006 geplant.

Noch in diesem Jahr sollen die aufgefrischten Modelle von Daihatsu Cuore und Toyota Yaris kommen. Was der Cuore dann zu bieten hat, verrät Daihatsu erst auf der IAA, der Yaris präsentiert sich bereits vorab mit selbstbewußterer Optik mit tief herabgezogener Frontschürze und ausgeprägteren Flanken. Angetrieben wird der Japaner wahlweise von einem 1,0-Liter mit 71 PS, einem 1,3-Liter mit 87 PS oder der sportlichen 1.5-TS-Variante mit 110 PS. Auf Dieselseite bleibt alles beim alten. Nicht so bei den Abmessungen. Der Yaris wächst um elf Zentimeter. Mit nun 3,75 Metern bleibt er aber ein Gnom im Kleinwagensegment.

Ebenso knapp bemessen ist die von Smart und dem Trendlabel Bellybutton entwickelte Studie des forfour – mit integriertem Wickeltisch und Falt-Buggy an Bord: ein Familienmobil der besonderen Art. Viel interessanter: ein erster Ausblick auf den Nachfolger des Smart fortwo, der 2007 an den Start gehen soll. Weiterhin zweisitzig, will man zeigen, was auf wenig Raum möglich ist. Trotz 14 Zentimeter Plus an Länge bleibt der Cityfloh allerdings deutlich unter der Drei-Meter-Marke.

Lada zeigt, wie modern russische Autos sind

Lada schließlich zeigt mit den neuen Modellen 1118 (Stufenheck) und 1119 (Fließheck) wie modern russische Autos sein können: Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze und ein 1,6-Liter mit 89 PS der die Euro-4-Norm erfüllt für weniger als 10.000 Euro – das klingt gar nicht antiquiert. Und mit einer Fahrzeuglänge von 4,04 Metern dokumentiert auch der Lada 1118 eindringlich, daß Kleinwagen auf der IAA groß rauskommen.

Pünktlich nach vier Jahren Laufzeit kommt das Facelift des Citroën C3. Auf dem Programm stehen aber nur leichte Retuschen an Front und Heck. Dazu ergänzen eine Variante mit bivalentem Erdgasantrieb und ein 109 PS starker Dieselmotor (HDi100) die Palette. Neu wird ein besonders sparsames Modell mit Start/Stopp-Automatik sein. Neben der turnusgemäßen Modellpflege des Mazda2 gewähren die Japaner mit einer Studie einen ersten Ausblick auf das künftige B-Segment.

Der Nachfolger wird nicht mehr wie bisher vom Ford Fiesta abgeleitet und zugleich zu einer richtigen Modellfamilie ausgebaut – mit einer sportlichen Version, einem Minivan und sogar einem Cabrio. Was erwartet uns sonst noch bei den Kleinen? Wahrscheinlich eine Studie des legendären Mini Clubman und das Kleinwagenkonzept Endo von Toyota – denn Kreativität kennt bekanntlich keine Grenzen.

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