Wartung von Klimaanlagen

Klimaanlage im Auto: Desinfektion und Reinigung

— 12.08.2016

Wenn die Klimaanlage stinkt

Die Klimaanlage im Auto benötigt regelmäßige Wartung. Was Sie über Klima-Service, Reinigung und Desinfektion wissen sollten – und wie eine Klimaanlage überhaupt funktioniert.

Eine Klimaanlage im Auto gehört mittlerweile in den meisten Fällen zur Serienausstattung. Sie sorgt nicht nur für angenehme Temperaturen im Fahrzeug, sondern auch für mehr Sicherheit. Denn Statistiken belegen, dass mit zunehmender Innenraumtemperatur das Unfallrisiko deutlich ansteigt, da die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers bei Hitze abnimmt. Kein Wunder also, dass die Mehrzahl der Autokäufer bei ihrem künftigen Auto nicht mehr auf eine Klimaanlage verzichten wollen. Was die meisten Autofahrer jedoch nicht wissen: Auch eine Klimaanlage muss regelmäßig gewartet werden. So einen Klimaservice bieten viele Werkstätten bereits ab 50 Euro an. Vernachlässigt man die Wartung der Klimaanlage, drohen dagegen Schäden, deren Behebung mehr als 1000 Euro kosten kann.
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Klimaanlagen sind nicht wartungsfrei

Klimaanlagen sind nicht wartungsfrei, denn mit der Zeit beginnen sie zu stinken, lecken und streiken. Ein regelmäßiger Klima-Service schafft Abhilfe.

Damit die Klimaanlage langfristig richtig funktioniert, ist eine regelmäßige Wartung Pflicht. Beim Klimaservice werden die Funktionen der wichtigsten Bauteile wie Kühlmittelverdichter (auch Verdichter oder Kompressor genannt), Kondensator, Verdampfer und Expansionsventil geprüft. Schläuche und Dichtungen können ebenfalls altern, austrocknen und dadurch undicht werden. Hersteller raten daher zu einem jährlichen Check der Klimaanlage in einer Fachwerkstatt. Ein guter Termin für den Klimaservice ist das Frühjahr, vor der kommenden warmen Sommerzeit und bevor die Klimaanlage wieder volle Leistung bringen muss. Es gibt keine langen Wartezeiten in den Werkstätten und das Auto ist bestens gerüstet für heiße Tage. Das Wichtigste dabei ist es, eine ausgewiesene Fachwerkstatt aufzusuchen, die über die notwendigen Voraussetzungen verfügt: ein spezielles Klimaservicegerät sowie geschultes Fachpersonal. Bei falscher Wartung können erhebliche Schäden entstehen, daher dürfen nur entsprechend geschulte Mechaniker an einer Klimaanlage arbeiten.
Diese Dienstleistungen gehören zum regelmäßigen Klimaservice
• Wartung mit Funktions- und Sichtprüfung
• Kältemittel-Austausch
• Öl für den Kompressor ergänzen
• Desinfektion, um Bakterien und Pilze zu entfernen
• Bei Bedarf Reparatur der Anlage

Beim Klima-Service wird die Klimaanlage komplett überprüft. Die Kosten: zwischen 50 und 100 Euro.

Nicht bei jeder Inspektion wird automatisch auch die Klimaanlage überprüft. Spätestens wenn die Kühlleistung nachlässt, sollte die Anlage hinsichtlich eines möglichen Kühlmittelverlusts überprüft werden. Auch ohne Leck verlieren Klimaanlagen im Laufe der Zeit eine gewisse Menge Kühlmittel, durchschnittlich etwa acht Prozent pro Jahr. Dadurch nimmt nicht nur die Kühlleistung ab. Auch die Wahrscheinlichkeit teurer Folgeschäden steigt, denn das Kältemittel sorgt nicht nur für die Kühlung. Mit Hilfe des zugesetzten Öls schmiert es auch den Verdichter und schützt Dichtungen vor dem Austrocknen. Wird ein neuer Verdichter fällig, können inklusive Einbau mehr als 1000 Euro zusammen kommen. Nur ein Bruchteil davon wird für den Klimaservice fällig: Je nach Fahrzeugmodell und Aufwand liegt der Preis für die Wartung zwischen 50 und 100 Euro.

Auch die Umwelt wird geschont

Mit UV-Licht wird bei der Wartung nach Leckagen im Kältemittelkreislauf gesucht. Ohne Wartung bleiben Undichtigkeiten meist unentdeckt.

Ein weiterer Punkt spricht für einen regelmäßigen Klimaservice: Austretendes Kühlmittel belastet die Umwelt. Eine regelmäßige Wartung ist daher auch eine Maßnahme für den Umweltschutz, da hier Undichtigkeiten entdeckt und beseitigt werden. Zudem profitiert die Gesundheit von einer keimfreien Klimaanlage, Bakterien und Pilzen wird der Garaus gemacht. Dagegen macht mit Keimen belastete Luft aus der Klimaanlage nicht nur müde, sie kann auch Augen und Atemwege reizen. Deswegen sollten vor allem Allergiker die Klimaanlagenwartung nicht vernachlässigen.

Klimaanlage desinfizieren leicht gemacht

Innenraumfilter regelmäßig wechseln, sonst wird es wie hier im Beispiel bald unappetitlich. Links daneben zum Vergleich ein neuer Innenraumfilter.

Wer will kann seine Klimaanlage auch selber reinigen, um die Entstehung von Pilzen, Gerüchen und Bakterien zu vermeiden. Verdampfer, Schächte und Luftkanäle werden dabei desinfiziert. Zusätzlich sollte der Innenraumfilter getauscht werden. Der Wechsel des Innenraumfilters ist oft etwas aufwendiger, da er in vielen Fällen hinter der Verkleidung der Spritzwand im Motorraum verbaut ist. Doch mit etwas Geschick und Geduld lässt sich der Filterwechsel auch in Eigenregie vornehmen. Der Preis für einen Aktivkohle-Innenraumfilter liegt zwischen etwa zehn und 30 Euro.

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Riecht es muffig aus der Klimaanlage, sind Bakterien und Pilze schuld, die sich zwischen Verdampfer und Gebläse einnisten. Desinfektionssprays helfen.

In etwa der gleichen Preisspanne bewegen sich Reinigungssprays, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Die Anwendung ist einfach: Der Schaum aus der Dose wird mit einem längeren Schlauch im Motorraum direkt in den Verdampfer gesprüht. Nach einer halben Stunde Einwirkzeit startet man den Motor, öffnet alle Lüftungsdüsen, dreht die Klimaanlage voll auf und lässt sie einige Zeit laufen, damit sich der Wirkstoff gut verteilen kann. Im Gegensatz zum Schaum wird das Spray im Fahrzeuginnenraum bei laufendem Motor, geschlossenen Fenstern und eingeschaltetem Umluft-Gebläse auf höchster Stufe und Temperatur in den Fußraum gestellt (im Ansaugbereich der Klimaanlage) und per Knopfdruck aktiviert. Nach etwa 15 Minuten ist der Sprühnebel aus der Dose komplett entwichen. Eine Füllung reicht für die komplette Desinfektion der Klima- und Lüftungsanlage. Während der Desinfektion darf man sich nicht im Inneren des Autos aufhalten. Im Anschluss muss der Innenraum gründlich gelüftet werden.

So funktionieren Klimaanlagen

Ein Gas, das man komprimiert, erwärmt sich. Umgekehrt kühlt es sich ab, wenn es sich wieder ausdehnt. Dieses Prinzip nutzen Klimaanlagen. Das Kühlmittel wird vom Verdichter angesaugt und komprimiert, anschließend wird es in einem nachfolgenden Wärmetauscher abgekühlt. Dadurch geht das Gas in einen flüssigen Zustand über. Ein Trockner filtert anschließend eventuell vorhandenes Wasser aus dem Kühlmittel. Dann gelangt das Kühlmittel zu einem Expansionsventil, von wo aus es dosiert in den Verdampfer abgegeben wird. Dadurch, dass das Kühlmittel hier nicht mehr unter Druck steht, geht es beim Durchlaufen des Verdampfers wieder in den gasförmigen Zustand über. Für diesen Aggregatwechsel wird Wärme benötigt. Diese wird der Luft entzogen, die den Verdampfer anströmt. Dadurch ist die Luft nach dem Verdampfer stark abgekühlt und gelangt über die Lüftungsdüsen in den Innenraum. Vom Verdichter wird die Kühlflüssigkeit (jetzt im gasförmigen Zustand) wieder angesaugt und der Kreislauf beginnt von vorne.

Klimaanlage: So prüft und repariert der Profi

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Grundsätzlich funktionieren alle Klimaanlagen im Auto nach diesem Prinzip. Lediglich bei der Bedienung gibt es Unterschiede. Zwei Bedienversionen sind üblich: Die Klimaautomatik mit automatischer Regelung sowie die manuell zu bedienende Klimaanlagen. Bei letzteren wird nur im eingestellten Temperaturbereich gekühlt. Die Klimaautomatik dagegen hält die gewünschte Temperatur mittels Sensoren auch bei veränderten Außenbedingungen. Noch komfortabler sind Mehrzonen-Klimaanlagen: Sie ermöglichen eine separate Einstellung für Fahrer und Beifahrer, bei luxuriösen Autos sogar im Fondbereich. Inzwischen ist die Klimaanlage mit zahlreichen Sensoren verknüpft. So variieren einige Systeme ihre Leistung in Abhängigkeit des Sonnenstands.
Automatische Kälte spart Sprit: ADAC-Klimaanlagentest

Mehrkosten der Klimaanlage

Die Benutzung der Klimaanlage erzeugt immer einen Mehrverbrauch. Denn der Klimakompressor erhöht den Arbeitswiderstand des Motors und damit den Kraftstoffverbrauch. Allerdings wurde die Arbeitsweise der Kompressoren in den letzten Jahren technisch optimiert. Sogenannte geregelte Kompressoren passen ihre Leistung an den Kühlbedarf an. Dadurch verringert sich der Arbeitswiderstand des Motors. Zudem sollen laut ADAC manuelle Klimaanlagen mehr verbrauchen, als automatisch gesteuerte Systeme (Klimaautomatik), die nach Vorwahl der gewünschten Temperatur die Kühlleistung selbsttätig variieren. Die Höhe des Mehrverbrauchs ist aber nicht nur von der Art des Kompressors abhängig, sondern auch von den Betriebsbedingungen und der Motorleistung des Autos. Außerdem variiert der Mehrverbrauch zwischen Autobahnfahrten (0,4 bis 1,2 L/100 km) und Fahrten im Stadtverkehr (2,0 bis 5 l/100 km). Verschiedene Verbraucherschutzorganisationen plädieren dafür, den Mehrverbrauch durch die Klimaanlage in den Fahrzeugdaten mit auszuweisen.
Tipps für den richtigen Einsatz von Klimaanlagen:
• Vor dem Einschalten der Klimaanlage vorhandene Hitze im Fahrzeug über offene Türen und Fenster abziehen lassen.
• Während des Betriebs Fenster und Schiebedach schließen. Türen möglichst selten und nur kurz öffnen.
• Umluftbetrieb vermindert die Verunreinigung des Pollenfilters und reduziert dadurch den Reinigungs- und Austauschzyklus.
• Bereits vorgekühlte Innenluft kann mit geringerem Energieeinsatz auf die gewünschte Temperatur gekühlt werden als warme Außenluft.
• Die gewünschte Temperatur sollte nicht zu gering sein und maximal 5°C unterhalb der Außentemperatur liegen, so dass der Luftstrom nur leicht kühlt.
• Fünf bis zehn Minuten vor Ende der Fahrt Klimaanlage ausschalten. Das verhindert Restfeuchtigkeit am Verdampfer und wirkt der Keimbildung entgegen.
Neben den Betriebskosten für Kraftstoff verursacht eine Klimaanlage außerdem Werkstattkosten für Kühlmittelersatz und dem Verschleiß der Verdichterwellen. Viele Autofahrer glauben, Betriebskosten sparen zu können, indem sie ihre Klimaanlage ständig abgeschaltet lassen. Doch langfristig führt die Nichtbenutzung zu Schäden an der Anlage. Denn der Kompressor der Klimaanlage wird auch bei abgeschalteter Anlage per Riemen vom Verbrennungsmotor angetrieben, ohne dabei zu arbeiten. Ist die Anlage nie aktiv, können die Lager der Verdichterwelle zu wenig Schmierung erhalten und undicht werden, wodurch sie permanent Kältemittel verlieren. Eine dann erforderliche Abdichtung des Systems und die Nach- oder Neubefüllung mit Kühlmittel sind teuer. Auch im Winter sollte die Klimaanlage daher nicht ständig abgeschaltet bleiben. Besser ist es, sie auf eine Temperatur einzustellen, die etwas über der Außentemperatur liegt. Die Steuerung fordert dann keine Kühlung an und der Kompressor läuft ohne Mehrverbrauch mit.

Autor: Brigitte Oesterle

Stichworte:

Klimaanlage

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