Klimaschutz

Klimaschutz

— 20.02.2007

London: Teures Pflaster für SUVs

Trotz heftiger Proteste hat die englische Hauptstadt die Automaut erweitert. Gerade Besitzer von Geländewagen zahlen satte Gebühren.

Londoner Autofahrer wuren bisher nur im Stadtzentrum zur Kasse gebeten. Nun müssen sie auch in den noblen Vierteln Notting Hill, Kensington und Chelsea tagsüber eine Gebühr von acht Pfund (zwölf Euro) zahlen. Die Fläche, auf der die Maut erhoben wird, wurde damit fast verdoppelt. Londons Bürgermeister Ken Livingstone erhofft sich aus der unpopulären Maßnahme ein um 15 Prozent verringertes Verkehrsaufkommen und weniger Luftverschmutzung. Anwohner der betroffenen Viertel kritisierten die Mauteinführung.

Die Gebührenpflicht war bereits vor vier Jahren im Zentrum eingeführt worden. Seit dem 19. Februar 2007 gilt sie jeweils montags bis freitags zwischen 7 Uhr und 18 Uhr auch in den westlichen Stadtvierteln. Wer ohne Mautplakette fährt, muss mit einer Strafe in Höhe von umgerechnet 223 Euro rechnen, Livingstone setzte die Ausweitung der Zone gegen die heftige Kritik der Betroffenen durch. In Umfragen hatte nur knapp ein Viertel der Anwohner die Ausweitung der Maut unterstützt. In seinem Bemühen für den Umweltschutz plant der Bürgermeister eine erhöhte Tagesgebühr für Geländewagen in Höhe von umgerechnet etwa 37 Euro. Anwohner und Geschäftsleute zeigten sich wenig erfreut über die Ausweitung der Maut. In den entsprechenden Stadtvierteln seien kaum Straßen von Staus betroffen, sagte Gordon Taylor von der Anwohnervereinigung West-Londons. Die Maßnahme sei deshalb "völlig unnötig".

Die Maut löste in Großbritannien auch eine Debatte über den Schutz der Privatsphäre aus: Die Zeitung "Daily Telegraph" berichtete am 19. Februar, die Verkehrsbehörde habe die Daten von fast 1.500 Mautsündern an die Polizei weitergeleitet. Nach Angaben der Londoner Handelskammer klagen zudem viele Händler über einen Rückgang ihrer Geschäfte, da viele Autofahrer wegen der Maut nicht mehr in die Innenstadt führen. Wie die Londoner Verkehrsbehörden meldeten, ging der Autoverkehr im Zentrum seit Einführung der Maut im Jahr 2003 um rund 20 Prozent zurück. Die Ausweitung der Mautzone kostet die Behörden rund 156 Millionen Euro; die Einnahmen aus den Mautgebühren sollen dadurch um 60 Millionen Euro jährlich steigen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.