US-Präsident Barack Obama

Klimaschutz in den USA

— 20.05.2009

30 Prozent weniger Schadstoffe bis 2016

Yes, he can! US-Präsident Barack Obama setzt, trotz Wirtschaftskrise, in Sachen Klimaschutz Zeichen. Bis 2016 soll der Schadstoffausstoß von Autos und Kleinlastwagen um 30 Prozent gesenkt werden.

(dpa/bp) US-Präsident Barack Obama will auch beim Klimaschutz und Energiesparen neue Standards setzen: Autos in den USA sollen bis 2016 deutlich weniger Benzin schlucken als bisher und sauberer werden. Obama bezeichnete am 19. Mai 2009 in Washington die neuen Vorschriften für die Autoindustrie als eine "historische Übereinkunft" im Ringen um Energie-Unabhängigkeit und Reduzierung "gefährlicher Umweltverschmutzung". Amerika habe "Jahrzehnte lang zu wenig getan", sagte der US-Präsident. Früher wäre eine solche Übereinkunft über die zu ergreifenden Umweltschutzmaßnahmen unmöglich gewesen. Dies sei nun "der einzigartigen Zusammenarbeit" zwischen US-Umweltbehörden, Umweltschutzverbänden, den US-Bundesstaaten, dem Kongress, der Autoindustrie und den Gewerkschaften zu verdanken, betonte Obama.

1,9 Milliarden Barrel Öl und 900 Millionen Tonnen C02 weniger

Der Schadstoffausstoß neuer Autos und Kleinlastwagen soll den neuen Vorgaben nach bis 2016 um 30 Prozent gesenkt werden. Dies ermögliche die Einsparung von 1,8 Milliarden Barrel Öl, sagte Obama. Der Ausstoß von CO2 soll um 900 Millionen Tonnen reduziert werden. Der Verbrauchsstandard für die Autos werde auf 35,5 Meilen per Gallone Benzin angehoben, was einem Treibstoffverbrauch von etwa 6,6 Liter pro 100 Kilometer entspricht. Obamas Vorstoß bedeutet, dass der der ursprünglich für 2020 festgelegte Grenzwert um vier Jahre vorgezogen wird. Obama will nicht nur seine Ernsthaftigkeit im Kampf gegen den Klimawandel belegen, sondern auch der angeschlagenen US-Autobranche klare Vorgaben für ihre notwendigen Umstrukturierungen und Zukunftsstrategien geben. In einer Zeit "der historischen Krise der US-Automobilindustrie" geben die neuen Standards nach den Worten Obamas Planungssicherheit, "um Autos für das 21. Jahrhundert zu bauen".

Arnold Schwarzenegger: "Historische Entscheidung"

Mit den neuen Auflagen werden die Autos den Angaben zufolge etwa 600 Dollar (441 Euro) pro Fahrzeug teurer. Allerdings wird schon das 2007 in Kraft getretene Energiegesetz Autos in den USA in den kommenden Jahren um etwa 700 Dollar verteuern. Macht unterm Strich rund 1300 Dollar Mehrkosten pro Fahrzeug. Obama betonte, dass die zusätzlichen Kosten bei der Anschaffung angesichts des niedrigeren Verbrauchs schon nach drei Jahren wieder eingespart wären. Die neue US-weiten Regeln für Autos orientieren sich an den strengen Umweltauflagen Kaliforniens. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, einer der Vorreiter in den USA für mehr Klimaschutz, sprach von einer "historischen Entscheidung" Obamas. "Heute sehen wir, was passiert, wenn Kalifornien in der Energie- und Umweltpolitik das Heft in die Hand nimmt", erklärte der republikanische Politiker slebstbewusst, der bei der Vorstellung der neuen Richtlinien im Rosengarten des Weißen Hauses wie einige andere Gouverneure auch anwesend war. GM-Chef Fritz Henderson nannte die Bemühungen um Energieeffizienz und Kampf gegen den Klimawandel "nationale Prioritäten". Umweltorganisationen wie der "National Resources Defense Council" bezeichneten Obamas Pläne als "bahnbrechend".

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