Koenigsegg kauft Saab — 16.06.2009
Schweden-Hochzeit
Zugeschlagen! Der schwedische Edel-Hersteller Koenigsegg übernimmt GM-Tochter Saab. Das Geschäft soll im dritten Quartal 2009 über die Bühne gehen. Allerdings wurden auch Zweifel an dem Deal laut.
Saab ist einer der weltweit kleinsten Anbieter von Autos aus Serienfertigung mit einer Jahresproduktion von 93.000 Wagen im vergangenen Jahr 2008. Seit dem Einstieg von GM vor knapp 20 Jahren hat das schwedische Unternehmen bis auf zwei Jahre stets Verluste eingefahren. Für 2009 wird ein Minus von drei Milliarden Kronen (276 Millionen Euro) erwartet. Bei Koenigsegg wurden 2008 ganze 18 Sportwagen gefertigt, von denen keines weniger als umgerechnet rund 700.000 Euro kostete.
GM-Europachef Carl-Peter Forster nannte den Käufer "eine fantastische Mischung aus Innovation, Unternehmergeist und Finanzkraft". GM wird Saab unter anderem für eine bestimmte Zeit mit Antriebstechnologien versorgen. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass die nächste Generation des Saab-Modells 9-5 weiterhin am Produktionsstandort Trollhättan vom Band läuft. GM erlässt auch 75 Prozent der Saab-Schulden – dabei verzichtet die bisherige Konzernmutter auf insgesamt neun Milliarden Kronen.
Der bisherige Saab-Vorstandschef Jan Åke Jonsson meinte: "Durch diese Einigung bekommen wir die Möglichkeit, das Potenzial unseres Markennamens mit Hilfe neuer, spannender Autos mit ausgeprägt schwedischem Charakter maximal auszuschöpfen." Positiv äußerte sich auch der Saab-Betriebsratschef Paul Akerlund: "Eine gute Lösung. Finanziell stehen wirklich kräftige Muskeln dahinter."
Neben dem norwegischen Unternehmer und Designer Bård Eker ist auch der US-Finanzier Augie K. Fabela beteiligt. Der Mitgründer des russischen Telekom-Konzerns Vimpelcom übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat. Christian von Koenigsegg, Mehrheitseigner bei dem nach seiner Familie benannten Unternehmen, soll 42,5 Prozent der Aktien im neuen Saab-Konsortium halten. Weitere Einzelheiten über den finanziellen Hintergrund des Konsortiums wurden nicht mitgeteilt. In ersten Kommentaren von Branchenbeobachtern hieß es, dass Saab nun möglicherweise verstärkt auf exklusive Modelle und weniger auf möglichst hohe Absatzzahlen setzen wolle. Wie schon nach den ersten inoffiziellen Berichten über die Koenigsegg-Übernahme äußerten sich die meisten Kommentatoren betont skeptisch über die Erfolgsaussichten.
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Kommentare zum Artikel (2)
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koenigeggs hat sich über nomen. saab ist zwar nicht riesig, aber zum vergleich von koenigeggs gigantisch. koe. muss doch selbst teile aufkaufen, also kann saab woll kaum teile von koe... erwarten. man sieht es ja beim neuen 9-5, wieder teile von opel und nicht eigene. saab bruchte einen großen autokonzern oder ein land der ihn unterstützt und mit teilen versorgt, wie z.B. dubai, vw, ford, usw. ford wären die besten, haben aber schon volvo. ford hat volvo einene eigenständigkeit gegeben nicht wie gm die saab versklaft haben. mal sehen ob saab überlebt oder untergeht.
Toll, so wird das Unternehmen wieder mit Herz geführt werden und nicht nur nach rationellen Überlegungen.
Neue Modelle werden wieder die SAAB-Identität tragen und keine schnöden OPEL-Abkömmlinge sein.
Somit wird diese Geschichte eine Erfolgreiche sein.
Ich freue mich auf innovative neue Modelle.