Handy-Zubehör lässt Autos Fußgänger orten

Kollisionswarner im Handy kommuniziert mit Pkw

— 24.01.2014

Handy als Lebensretter

An der Technischen Universität München wurde jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem Fahrerassistenzsysteme Radfahrer und Fußgänger orten können, selbst wenn diese durch große Hindernisse verdeckt sind.

Bremsassistenten und Abstands- beziehungsweise Kollisionswarner sind großartige Innovationen, doch sie haben ein Problem: Auch sie sind, genau wie der Fahrer selbst, auf "Sichtkontakt" angewiesen, um reagieren zu können. Das könnte sich in Zukunft ändern. Verantwortlich dafür sind die Forscher der Gruppe "Kooperative Transponder" an der Technischen Universität München. Unter der Ägide von Professor Erwin Biebl entwickelten die Wissenschaftler eine neue Methode zur Abstandsmessung, mit der die Entfernung innerhalb weniger Millionstel Sekunden gemessen werden kann, und somit eine zentimetergenaue Ortung per sichtlinienunabhängigem Funk möglich ist.
Kampf dem toten Winkel: Abbiege-Assistent für Lkw?

Dazu müssten nur geringe Hardware-Änderungen an den Handys, die die meisten Menschen ohnehin mit sich herumtragen, vorgenommen werden. Dann könnten die Mobiltelefone zu Transpondern werden, mit denen der Sicherheits-Assistent des Autos per Funk kommunizieren kann. Der Vorteil: Diese Technologie kann einen Fußgänger oder Radfahrer auch aufspüren, wenn er zum Beispiel hinter einem geparkten Auto hervor oder aus einer Seitenstraße kommt. Ein nicht näher genannter "großer Hersteller von Mobiltelefonen" habe schon Interesse gezeigt, so die Universität. Alternativ könnten die Transponder auch in Schulranzen oder in Kleidung integriert werden.

Keine unnötigen automatischen Vollbremsungen

Wichtig war den Forschern auch, dass Benutzer des Systems nicht in ständiger Angst vor der automatischen Vollbremsung leben müssen. Die hochpräzisen Entfernungsmessungen ermöglichen dies problemlos, so dass "die Wahrscheinlichkeit für unnötige Vollbremsungen extrem gering gehalten werden" kann, "damit die Fahrer das System als zuverlässig empfinden und benutzen". Das codebasierte Verfahren zur Abstandsmessung ist auf der Welt einzigartig.

Autor: Jonathan Blum

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