Kombi-Vergleich A4/C-Klasse

Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell Audi A4 Avant

Kombi-Vergleich A4/C-Klasse

— 11.04.2008

Avant oder markant?

Der neue Audi A4 ist ein großer Wurf, jetzt will Audi mit der Kombi-Variante drauflegen. Der erste Fahrvergleich mit dem T-Modell der Mercedes C-Klasse klärt, wie die Chancen stehen.

Mann, sieht der gut aus! Denken Sie über Audi, was Sie wollen, aber dieser Bursche ist nun wirklich formal auf den Punkt gebracht. Der Kombiableger des frisch gekürten Auto 1 von Europa ist so ein Typ, auf den man eigentlich neidisch ist. Weil da einfach alles passt, weil man sich sagt: Ja, genau so hättest du den auch gezeichnet. Gut für Audi. Denn der letzte Wurf, der noch komplett aus der Feder von Walter de'Silva stammt (mittlerweile Chefdesigner bei VW), ist so immens wichtig für die Ingolstädter wie kein anderes Modell. Er gehört zu Deutschlands Kilometerfressern, ist eines der Top-Dienstautos der Republik. Er muss einen Vorgänger ersetzen, der einen Anteil von 73 Prozent an der A4-Familie hatte und sich knapp eine Million Mal verkauft hat. Und er trifft auf granatenmäßige Konkurrenz. Zum Beispiel auf die neue C-Klasse von Mercedes, die momentan die Zulassungs-Hitliste stürmt. Aktuell ist der Benz auf Platz zwei! Auch dank des neuen T-Modells, das seinen Anteil von bislang 50 Prozent noch mal steigern will. Grund genug, ihn zur Vorstellung des Avant gleich mitzunehmen.

Der A4 Avant ist größer, schluckt aber weniger als der C-Klasse-Kombi

Beide nebeneinander zeigen, was Kombi-Mode im Jahre 2008 heißt: elegantes Design und trotzdem keine Blender. Schauen wir uns zunächst den Audi an. Hier fällt auf, der ist richtig groß geworden. Zwölf Zentimeter länger als der Vorgänger und sogar zehn länger als der Benz. Weiche Linien, große Schnauze und im Vergleich zum T-Modell ein deutlich schrägeres Heck. Klappe auf. Mehr Ladelänge (maximal 1,77 Meter, plus drei Zentimeter), mehr Ladevolumen (max. 1430 Liter, plus 50 Liter) als bisher, aber – alles umgelegt – keine ganz ebene Ladefläche. Gute neue Details: Der Ladeboden lässt sich wenden und wird zur Plastikwanne, Trennnetz und Abdeckung sind jetzt in separaten Kassetten untergebracht. Leicht angetippt, zieht sich das Rollo in Schienen geführt nach oben zurück, lässt sich aber auch wie bisher horizontal bewegen. Rüber in den Benz. Der ist deutlich kantiger, wirkt neben dem stylischen Avant interessant, nicht altbacken. Obwohl er deutlich kürzer ist, bietet er mit 1500 Litern sogar mehr Stauraum als der Avant. Die Ladefläche ist dann komplett eben, der Laderaum eckiger und dadurch besser nutzbar. Beim Umlegen der geteilten Rücksitzlehnen (Verhältnis 60:40) sind sich beide einig. Das geht ruck, zuck ohne Fingernagel-Killerfallen. Was allgemein auffällt, wenn man so umlegt, klappt und packt: Hier wurde der Premiumaufschlag durchaus in Qualität investiert.

Die C-Klasse weiß mit Komfort und Gelassenheit zu überzeugen

Kommoder Gleiter: Der Mercedes wirkt unaufgeregt und gefällt mit Gelassenheit und Komfort.

Das gilt für beide. Was man auch anfasst, das fühlt sich gut und hochwertig an. Da denkst du nicht: Oh Gott, gleich hab' ich den Hebel in der Hand. Auch beim Fahren ist zu spüren, hier spielt die automobile Oberliga auf. Wobei wir ehrlicherweise nur von einem ersten Schnupper-Vergleich sprechen sollten. Motoren und Getriebe passten noch nicht so ganz. Macht nichts. Der gepunktete Test folgt in Kürze, die ersten Fahrimpressionen jetzt. Hier gilt im Prinzip, was wir schon bei den Limousinen festgestellt haben: Der Audi ist der quirlige Jungdynamiker, der Mercedes der genussvolle Gleiter. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Bewusst auf Komfort abgestimmt, untersteuert der Benz früher, nähert sich Kurven völlig unaufgeregt und ohne großen Ehrgeiz. Motto: kommt Zeit, kommt Kurve. Die Lenkung ist fest, frei von Antriebseinflüssen und dadurch nicht nervös, die Sitze sind groß und kommod – Benz at its best. Eine sichere Bank.

Wer aktiv die Topographie unserer Straßen erforschen möchte, findet im A4 definitiv die bessere Alternative. Hier wird der Fahrer zum Steuermann. Der A4 Avant, der seinen Motor nun etwas weiter hinten trägt und damit die Vorderachse entlastet, schnappt sich jede Kurve, als wäre es die letzte. Trotz eines Mehrgewichts von 65 Kilo gegenüber der Limousine wirkt er leichtfüßig und kompakt, im Vergleich zum Benz straffer, ohne unkomfortabel zu sein. Die Lenkung reagiert extrem direkt, bei ungestümen Ampelstarts oder nasser Fahrbahn zerren allerdings die Vorderräder spürbar am Lenkrad. Das Gegenmittel heißt Allrad, also quattro, kommt aber zunächst nur bei den großen Motoren zum Einsatz. Starten wird der A4 Avant ab dem 25. April 2008 mit zwei Benzinern (160 und 265 PS) sowie drei Dieseln (143, 170 und 240 PS). Die günstigste Einstiegsvariante 1.8 TFSI mit 120 PS fährt im Herbst für 27.550 Euro vor.

Bis dahin gilt: Ein A4 Avant ist stets 1650 Euro teurer als die Limousine und kostet mindestens 30.600 Euro. Das zaubert uns natürlich nicht wirklich ein Lächeln aufs Antlitz, zumal die teuren Extras letztlich ganz andere Zahlen auf die Rechnung drucken werden. Aber – Sie ahnen es – der Blick zu Mercedes erheitert ebenfalls keineswegs. T-Modell-Fahrer kommen erst ab 32.814 Euro hinters Steuer, der Aufpreis gegenüber der Limousine beträgt 1725 Euro. Plus Extras, die im Schnitt stets ein paar Euro über denen von Audi liegen.

Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger

Zwei Kombis, die es können. Beide auf ihre Art. Beide ebenso faszinierend wie teuer. Könnte ich wählen, würde ich den A4 Avant nehmen. Der steckt nicht nur was weg, sondern bringt auch richtig Laune. Diese Kombination wird ein Renner. Jede Wette.
Basismodelle Audi A4 Avant 1.8 TFSI (160 PS) Mercedes C 180 T Kompressor (156 PS)
Grundpreis 30.600 Euro 32.814 Euro
monatl. Leasingrate 363 Euro 394 Euro
Serienausstattung • Elektromechanische Parkbremse
• Alu-Dekoreinlagen
• Vierspeichen-Lenkrad, in Höhe und Reichweite einstellbar
• Radio/CD-Anlage Chorus mit acht Lautsprechern
• Sechs Airbags
• Antriebs-Schlupf-Regelung ASR
• ESP
• Nebelscheinwerfer
• Klimaautomatik
• Gepäckraumabdeckung, Trennnetz, Verzurrösen, Wendeladeboden
• Zwölf-Volt-Steckdose im Gepäckraum
• Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
• Dachreling (schwarz oder Alu)
• elektrische Fensterheber vorn und hinten
• 16-Zoll-Aluräder mit 225/50-R-16-Reifen
• Sechsgangschaltgetriebe
• Fußfeststellbremse
• Dekoreinlagen in Klavierlack-Optik
• Multifunktionslenkrad, in Höhe und Reichweite einstellbar
• Radio-/CD-Anlage mit sechs Lautsprechern
• Sieben Airbags
• Antriebs-Schlupf-Regelung ASR
• ESP
• Nebelscheinwerfer
• Klimaautomatik
• Gepäckraumabdeckung , Trennnetz, zwei Taschenhaken
• Zwölf-Volt-Steckdose im Gepäckraum
• Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
• Dachreling (schwarz)
• elektrische Fensterheber vorn und hinten
• 16-Zoll-Aluräder mit 205/55-R-16-Reifen
• Vordersitze mit elektrischer Höhen- und Lehnenverstellung
• Sechsgangschaltgetriebe
wichtigste Extras • Sitzheizung vorn 330 Euro
• Navigationssystem ab 1760 Euro
• Handyvorbereitung (Bluetooth) 505 Euro
• Licht-/Regensensor 125 Euro
• Seitenairbags hinten 350 Euro
• Xenonlicht 975 Euro
• Schiebedach 980 Euro
• Metalliclackierung 770 Euro
• Lederausstattung ab 1795 Euro
• Servotronic 215 Euro
• Schienensystem mit Fixierset 185 Euro
• Alarmanlage 450 Euro
• elektrische Gepäckraumklappe 490 Euro
• Anhängekupplung 775 Euro
• Gepäckraumschale 63 Euro
• Multitronic 2150 Euro
• Sitzheizung vorn 369 Euro
• Navigationssystem ab 1499 Euro
• Handyvorbereitung (Bluetooth) 392 Euro
• Regensensor 119 Euro
• Seitenairbags hinten 399 Euro
• Xenonlicht 994 Euro
• Schiebedach 1214 Euro
• Metallic-Lackierung 881 Euro
• Lederausstattung ab 1940 Euro
• Parameterlenkung 232 Euro
• Schienensystem mit Fixierset 250 Euro
• Alarmanlage 470 Euro
• elektrische Gepäckraumklappe 417 Euro
• Anhängekupplung 904 Euro
• Gepäckraumschale 68 Euro
• Fünfstufenautomatik 2225 Euro

Autor: Tomas Hirschberger

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