Kombi-Vergleich Audi A6/BMW 5er/Mercedes E-Klasse

Kombi-Vergleich Audi A6/BMW 5er/Mercedes E-Klasse

— 03.11.2009

Edle Business-Kombis mit Diesel

Deutschlands feinste Frachter heißen T-Modell, Avant und Touring. Ob der neue Mercedes seine Rivalen einpacken kann, klärt ein Dreikampf der dicken Diesel. E-Klasse, Audi A6 und BMW 5er im Vergleich.

Im Fußball kommt der Titel vielleicht nächstes Jahr – Kombi-Weltmeister sind wir schon heute. Deutschland baut die besten Frachter für die feinen Leute. T-Modell , Avant und Touring heißen sie. Und bieten neben Riesen-Kofferräumen jede Menge Luxus. Denn wer mehr als 50.000 Euro ausgibt, der braucht nicht nur Platz für Ladung, sondern auch für seinen Lebensstil. Und da er meist nicht nur beruflich auf der Überholspur unterwegs ist, sind bei Mercedes, BMW und Audi große Diesel eine gern gewählte Antriebsart.

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Das bieten sie: Platz satt und Ausstattung vom Feinsten. Der Mercedes setzt den Kombi-Gedanken am konsequentesten um. Mit 695 bis 1950 Litern bietet er nicht nur den größten Stauraum; unterm kantig gebügelten E-Klasse-Anzug stecken auch die meisten durchdachten Detaillösungen. Die geteilte Rücksitzlehne lässt sich per Zughebel vom Kofferraum aus flachlegen, bildet dann eine nahezu ebene Ladefläche, die 16 Zentimeter länger ausfällt als beim Vorgänger. Im Tiefgeschoss steckt gegen Aufpreis (309 Euro) ein Fixierset. Kinderreiche Kunden können für das Kellerfach aber auch eine Ausklapp-Sitzbank ordern (1083 Euro), auf der zwei Knirpse entgegen der Fahrtrichtung Platz finden – T-Modell-Tradition seit 1978. Die Heckklappe öffnet und schließt elektrisch; die Laderaumabdeckung zieht sich wie von Geisterhand zurück. Echt Oberklasse!

Audi und BMW bieten hinter der Heckklappe weniger als der Mercedes

Kleinster Kombi im Vergleich: der BMW 5er.

Kreative Klapp-Ideen sucht man bei der Konkurrenz vergeblich. Legt man bei 5er Touring und A6 Avant die Lehnen um (funktioniert ganz konventionell mit Entriegelungstasten am Sitz), steigt der Gepäckraumboden nach vorn deutlich stärker an als beim Mercedes. Immerhin: Getränkekisten lassen sich im 5er rutschfest hinterm hochgestellten Ladeboden einklinken (Ablagenpaket, 280 Euro). Und im A6 verhindert eine abwaschbare Plastikwanne, dass man die Auslegware nach dem Waldspaziergang mit dreckigen Stiefeln verschmutzt. Die Zuladung dürfte überall größer sein; vor allem beim BMW stellen die mageren 446 Kilo die Eignung als Transport-Talent infrage.

So fahren sie: Souverän. Die Hochstapelei beim Hubraum (statt 3,5 Litern, wie der Schriftzug suggeriert, sind es nur 3,0!) hat der Mercedes gar nicht nötig. Mit 231 PS ist er zwar auf dem Papier am schwächsten (BMW: 235, Audi: 240 PS). In der Praxis wiegt das höchste Drehmoment des Trios (540 Newtonmeter, Audi/BMW: 500) den Leistungsrückstand aber mehr als auf. Bei Spurts haben die Bayern das Nachsehen. Verblüffend, wie leicht sich fast zwei Tonnen Auto anfühlen können! Das E-Klasse -Fahrwerk erinnert an ein auf den Punkt gegrilltes Steak: nicht zu roh, aber auch nicht durchgegart bis zur völligen Aromafreiheit. Fahr-Feinschmecker kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie jene, die beim Kilometerfressen keinen Appetit auf intensive Kommunikation mit Auto und Straße haben. Die Luftfederung (an der Hinterachse Serie, 1285 Euro für alle vier Räder) ist jedoch kein Allheilmittel gegen Teerflicken und Frostaufbrüche: Kurze Stöße kann die Vorderachse den Passagieren nicht verheimlichen.

Den sportlichsten Kombi findet man im dynamischen BMW 5er

Kein Kurvenkönner: Die Lenkung des Audi A6 ist etwas gefühllos.

Der BMW pflegt mit seiner straffen Abstimmung sein sportliches Image, ohne deshalb gleich den fiesen Fahrbahnscanner zu markieren. Lenkbefehlen folgt der 5er am präzisesten, in schnellen Wechselkurven baut er dank aktiver Stabilisatoren (2360 Euro) extrem wenig Seitenneigung auf. Beim Einparken verlangt das schwergängige Steuer jedoch eine zupackende Hand. Der Audi bringt seine Kraft dank Allrad zwar am entspanntesten auf den Boden. Die stuckerige Vorderachse schmälert jedoch den ansonsten feinen Luftfeder-Komfort (1950 Euro); Dynamikpunkte kostet den A6 die leichtgängige, etwas gefühllose Lenkung.

Weitere Details zu den drei edlen Kombis gibt es es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten finden Sie als Download im Heftarchiv.
Fahrzeugdaten Audi BMW Mercedes
Motor V6, Turbo, vorn längs Reihensechszylinder, Turbo, vorn längs V6, Turbo, vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/4
Nockenwellenantrieb Kette Kette Kette
Hubraum 2967 cm³ 2993 cm³ 2987 cm³
kW (PS) bei 1/min 176 (240)/4000 173 (235)/4000 170 (231)/3800
Nm bei 1/min 500/1500 500/1750 540/1600
Vmax 245 km/h 245 km/h 245 km/h
Getriebe Sechsstufen-Automatik Sechsstufen-Automatik Siebenstufen-Automatik
Antrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Hinterradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/50 R17 Y 245/45 R17 Y 225/55 R16 V
Radgröße 7,5 x 17" 8 x 17" 7,5 x 16"
Abgas CO2 189 g/km 180 g/km 192 g/km
Verbrauch* 9,3/5,8/7,1 l 9,3/5,3/6,8 l 9,4/6,1/7,3 l
Tankinhalt 80 l/Diesel 70 l/Diesel 80 l/Diesel
Vorbeifahrgeräusch 74 dB (A) 73 dB (A) 71 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1900/750 kg 2000/750 kg 2100/750 kg
Kofferraumvolumen 565–1660 l 500–1650 l 695–1950 l
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Messwerte Audi BMW Mercedes
Beschleunigung
0–50 km/h 2,8 s 2,4 s 2,4 s
0–100 km/h 7,6 s 7,3 s 7,0 s
0–130 km/h 12,0 s 11,6 s 11,1 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 4,1s 4,1 s 3,9 s
80–120 km/h 5,0 s 5,1 s 4,7 s
Leergewicht/Zuladung 1944/531 kg 1854/446 kg 1934/566 kg
Gewichtsverteilung v./h. 58/42 % 49/51 % 52/48 %
Wendekreis links/rechts 12,1/12,2 m 11,7/11,6 m 11,3/11,6 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 36,2 m 36,4 m 36,3 m
aus 100 km/h warm 35,2 m 36,4 m 36,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 57 dB (A) 57 dB (A) 54 dB (A)
bei 100 km/h 65 dB (A) 64 dB (A) 64 dB (A)
bei 130 km/h 70 dB (A) 69 dB (A) 68 dB (A)
Testverbrauch – CO2 7,9 l D – 209 g/km 7,5 l D – 199 g/km 7,7 l D – 204 g/km
Reichweite 1000 km 930 km 1040 km
Martin G. Puthz

Martin G. Puthz

Fazit

Keine Frage: Der Mercedes ist der Boss unter den deutschen Edellastern und damit, mangels weiterer Alternativen, der beste Kombi der Welt. Kein anderer bietet solch ein stimmiges Paket aus Platz, Komfort und Antriebsluxus, bei keinem stecken unterm Blech mehr nützliche Detail-Ideen als bei dieser praktischen E-Klasse. Das bringt die Konkurrenz in Zugzwang; A6 Avant und 5er Touring kämpfen gegen das neue T-Modell nahezu auf verlorenem Posten. Die Nachfolger von Touring und Avant müssen mehr bieten als Mini-Zuladung und einfallslose Klappmechanismen. In dieser Preisklasse allemal.

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