Kommentar: Digitalisierung im Cockpit

Die Highlights der CES 2018: Cockpits von morgen

Kommentar: Digitalisierung im Cockpit

— 11.01.2018

Hört auf, die Digitalisierung zu verteufeln!

Wut auf Displays, Sorge vor Ablenkung, der Wunsch zurück zum vollanalogen Auto – viele Leser schimpfen über die Digitalisierung im Auto. Doch dafür gibt es keinen Grund! Ein Kommentar von Robin Hornig.

"Schrott", "braucht kein Mensch", "ich kaufe kein modernes Auto mehr"! Wenn ich die Kommentare vieler Leser zu den CES-Neuheiten wie dem Mercedes MBUX und anderen Cockpit-Studien auf Facebook lese, wird mir mulmig. Gehören wirklich so viele unserer Leser zu den Ewiggestrigen, die jegliche Digitalisierung verteufeln?

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Noch erschreckender, wenn ich auf den Profilen der Nörgler sehe, dass viele in meinem Alter sind, Mitte 30. Gehören nicht gerade wir zu der Generation, die mit Atari, später Playstation und XBox aufgewachsen ist? Haben nicht wir die Anfänge des Mobiltelefons Ende der 90er mitbekommen? Natürlich können wir nostalgisch davon schwärmen, wie schön es war, mit Lego zu spielen, aber wir wissen doch auch, wie begeistert wir Super Mario und Tetris zockten. Und mir kann keiner ernsthaft versichern, er wünsche sich die Telefonzelle zurück! Wir haben die Anfänge der Digitalisierung miterlebt und sollten deren Vorteile am ehesten zu schätzen wissen.

Die Highlights der CES 2018: Cockpits von morgen

Natürlich mag so manch modernes Cockpit mit zahlreichen Touchscreens und Kameras befremdlich wirken. Aber meist nur, weil die Hersteller selbst noch unsicher sind, wie sie die Digitalisierung ins Auto bringen sollen. Hier auf der CES in Las Vegas zeigt Mercedes mit dem MBUX beeindruckend, wie gut Sprachsteuerung und Touchscreens im Auto funktionieren – und wie viel Arbeit sie einem ersparen! Wer Sorge vor Ablenkung hat, der sollte Sprachsteuerung lieben. "25 Grad" oder "mir ist kalt" ist schnell gesagt. Manuell die Heizung höherzuschalten erfordert zumindest für einen kurzen Moment, eine Hand vom Lenkrad zu nehmen und den Blick von der Straße abzuwenden. Da kann es schon passiert sein!

Künstliche Intelligenz macht einem das Leben im Auto leichter

Künstliche Intelligenz (KI), die ab jetzt nach und nach in die Autos kommt, macht es uns leichter, schützt aber auch uns und andere, wenn man an Auffahrwarner und Co denkt. Aber vielleicht ist die Ablehnung der Digitalisierung auch ein deutsches Problem? Hier auf der CES setzen sich Amerikaner und Asiaten mit riesiger Begeisterung mit der neuen Technik auseinander. Nur ein bisschen von diesem Enthusiasmus würde ich mir bei unseren Lesern wünschen. Traut euch, gebt der Digitalisierung eine Chance!

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