Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

Kommentar: Nur zwei Deutsche in der Formel 1

Versagt Mercedes’ Juniorprogramm?

Mercedes-Junior Pascal Wehrlein steht 2018 ohne Cockpit da. Scheitert das Juniorprogramm von Mercedes? Ein Kommentar.
Nun ist es also amtlich: 2018 fahren mit Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg nur noch zwei deutsche Piloten in der Formel 1. Das letzte freie Cockpit ging an Sergey Sirotkin, einen Russen mit Millionen-Mitgift. Pascal Wehrlein ist damit endgültig raus aus der Königsklasse. Vorbei die Zeiten also, als – wie 2010 – sieben deutsche Fahrer fast ein Drittel des Feldes ausmachten.
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Wehrlein steht 2018 ohne Cockpit da

Dabei gehört Wehrlein seit Jahren zum Mercedes-Juniorkader, galt lange als Kronprinz eines Nico Rosberg oder Lewis Hamilton und damit als die deutsche Überlebensversicherung in der höchsten Motorsportkategorie. Doch erst wurde dem Silber-Juwel nach Rosbergs Rücktritt der farblose Finne Valtteri Bottas vorgezogen, nun muss er sich von Neuem hochkämpfen in die Königsklasse.
Aus deutscher Sicht muss dabei die Frage erlaubt sein: Versagt hier Mercedes’ Nachwuchsförderung? Wie viel ist dem Silberpfeil-Team das eigene Juniorprogramm, in dem DTM-Meister Wehrlein 2016 in die Formel 1 befördert wurde, überhaupt noch wert? Und vor allem: Warum wird mit Esteban Ocon ein Franzose mehr gefördert als der ebenso talentierte und schnelle Schwabe Wehrlein?

Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

In Formel-1-Kreisen ist es ein offenes Geheimnis, dass Mercedes Ocon den Force India-Sitz auch in den kommenden beiden Jahren bezuschusst. Bei Williams indes schien Mercedes-Sportchef Toto Wolff nicht mal ansatzweise den ernstgemeinten Versuch unternommen zu haben, Wehrlein inklusive eines Motoren-Rabatts zu empfehlen. Anders lassen sich Aussagen der Williams-Bosse, wonach man mit Mercedes über den Deutschen nicht mal verhandelt habe, kaum erklären.
Bleibt zu hoffen, dass der Ex-Sauber-Pilot sich in diesem Jahr erneut für ein Formel-1-Cockpit empfehlen kann. Eine Rückkehr in die DTM wäre dabei aber der falsche Schritt. Dort kann Wehrlein als Meister 2015 im Jahr des Mercedes-Abschieds nur verlieren. Er muss ins Ausland und sich dort freischwimmen.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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