Kompakt-SUVs mit Diesel: Vergleich — 24.08.2011
Dem Yeti auf der Spur
Der Yeti und selten? Von wegen, der Skoda steht an jeder Ecke. Jetzt wollen Mitsubishi ASX und Suzuki Grand Vitara ein Stück von dessen Erfolg. Welche Chancen haben die beiden Japaner?
Überblick: Alle News und Tests zum Suzuki Grand Vitara
Nicht umsonst trägt der 4,58 Meter lange Suzuki den Zusatz Grand im Namen, mit knapp 30 Zentimeter Abstand zum Mitsubishi ist er der Größte im Vergleich. Er tritt wuchtiger und bulliger auf als ASX und Yeti, im Gelände kann er am meisten. Mit dem manuell sperrbaren Zentraldifferenzial, der größeren Bodenfreiheit und der Untersetzung kommt er dort viel weiter als die beiden anderen. Einen entscheidenden Platzvorteil bringt ihm seine Größe jedoch nicht, der Skoda ist vorn zum Beispiel spürbar luftiger gebaut. Im Vitara sitzt der Fahrer etwas zu hoch und zu weit weg von den Armaturen, das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen. Gemütlicher geht es dafür im geräumigen Fond zu, die Passagiere ruhen hier ganz locker auf weichen Polstern. Im schlanker und vor allem flacher geschnittenen Mitsubishi können sie nicht so gut entspannen – sie sitzen wesentlich beengter. Der Raum ist hier knapp, und jeder, der auch nur in die Nähe des europäischen Größendurchschnitts kommt, muss den Kopf einziehen. Vorn passt die Sitzposition dafür umso besser, auch für Große, die auf bequemen Sitzen untergebracht sind – allerdings mit etwas zu kurzer Lehne.Überblick: Alle News und Test zum Skoda Yeti
Immer wieder überraschend, wie intelligent der Skoda seinen Innenraum nutzt: außen knuffig und kompakt, innen fast schon riesig. Die kasten förmige Karosserie macht das möglich, sie bringt den Vorteil eines großzügigen Raumgefühls und der durchweg höchsten Kopffreiheit. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer angenehm aufrecht auf straff gepolsterten Sitzen mit viel Seitenhalt. In der zweiten Reihe bietet der Yeti zwar auch nicht mehr Platz als der Vitara, ist aber wandlungsfähiger. Die drei (zierlichen) Einzelsitze lassen sich längs verschieben, umklappen und auch relativ einfach ausbauen. Angetrieben wird der Yeti vom Zweiliter-TDI mit 140 PS aus dem VW-Bestand. Der Diesel läuft lebhaft und geschmeidig, wenn auch nicht so leise wie in manchem Auto aus Wolfsburg. Hier hat Skoda offenbar an der Dämmung gespart. Der TDI verbrauchte im Test gerade mal 6,6 Liter – sparsam, doch der Mitsubishi lag mit knauserigen 6,1 Litern noch einen halben Liter drunter. Respekt. Gerade im direkten Vergleich fährt sich der Skoda ausgesprochen agil, zuckt um die Kurven wie der Yeti auf der Flucht vor Messner.Die Kehrseite seines Sporttalents ist die straffe bis strenge Federung. Gar nicht mal unangenehm, potenzielle Käufer sollten sich aber darauf einstellen. Der Mitsubishi liegt bei gemäßigtem Tempo ruhig, wird bei höherer Geschwindigkeit aber schaukelig. Stolz sind die Japaner auf den neuen Diesel, eine Eigenentwicklung. Der 1,8-Liter arbeitet mit variabler Ventilsteuerung, noch eine Seltenheit bei Selbstzündern. Der Aufwand hat sich gelohnt, der Vierzylinder zieht ab 1500 Touren kräftig an und dreht bissig, lärmt und rasselt dabei allerdings vernehmlich. Der ASX ist erstaunlich flott und zügig unterwegs, fährt sich mit seiner indirekten Lenkung aber nicht so agil wie der Skoda. Auf so etwas wie Handlichkeit legt auch der Suzuki keinen gesteigerten Wert. Der Grand Vitara ist als Geländewagen ausgelegt, und genau so benimmt er sich auch: bedächtig.
Überblick: Alle News und Tests zum Mitsubishi ASX
Die träge Lenkung und das hakelige Fünfganggetriebe passen in dieses Bild. Übertrieben freundlich federt er auch nicht, nimmt Querfugen und Bodenwellen poltrig. Sein brummiger 1,9-Liter-Diesel (von Renault) müht sich mit seinen 129 PS nach Kräften, Yeti und ASX zu folgen – allerdings vergeblich. Kein Wunder, der Vitara trägt knapp 130 Kilo mehr auf der Hüfte als der Mitsubishi. Alles halb so schlimm, abgesehen von den Bremswerten: Der Suzuki steht mit warmen Stoppen erst nach 42,1 Metern – viel zu spät für ein modernes Auto. 27.990 Euro kostet der Grand Vitara als Comfort, in diesem Vergleich am wenigsten – dabei ist schon echte Gelände-Technik mit drin. Stolze 31.690 Euro verlangt Mitsubishi für den ASX Instyle, hier gehören aber auch Feinheiten wie das Festplatten-Navi und das Panorama-Dach dazu. Der Skoda liegt mit den 29.990 Euro für die Experience-Ausstattung in der Mitte, günstige Versicherungstarife senken die Kosten. Damit ist er mal wieder nicht zu packen.Hintergrund: So testet AUTO BILD
| Fahrzeugdaten | Mitsubishi | Skoda | Suzuki |
|---|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer | Vierzylinder, Turbo, vorn quer | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 2 pro Zylinder/1 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen | Zahnriemen | Zahnriemen |
| Hubraum | 1798 cm³ | 1968 cm³ | 1870 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 110 (150)/4000 | 103 (140)/4200 | 95 (129)/4000 |
| Nm bei 1/min | 300/2000 | 320/1750 | 300/1750 |
| Vmax | 198 km/h | 190 km/h | 170 km/h |
| Getriebe | 6-Gang manuell | 6-Gang manuell | 5-Gang manuell |
| Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 215/60 R 17 H | 225/50 R 17 Y | 225/65 R 17 H |
| Radgröße | 6,5 x 17" | 7,0 x 17" | 6,5 x 17" |
| Abgas CO2 | 150 g/km | 157 g/km | 179 g/km |
| Verbrauch* | 6,9/5,0/5,7 l | 7,1/5,3/6,0 l | 8,1/6,0/6,8 l |
| Tankinhalt | 60 l/Diesel | 60 l/Diesel | 66 l/Diesel |
| Vorbeifahrgeräusch | 74 dB (A) | 73 dB (A) | 73 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1400/745 kg | 1602/473 kg | 1748/422 kg |
| Kofferraumvolumen | 419–1219 l | 405–1760 l | 398–1386 l |
| Grundpreis (wird bewertet) | 31.690 Euro | 29.990 Euro | 27.990 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | |||
| Messwerte | Mitsubishi | Skoda | Suzuki |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 3,6 s | 3,3 s | 4,1 s |
| 0–100 km/h | 10,8 s | 10,4 s | 12,7 s |
| 0–130 km/h | 17,8 s | 18,9 s | 22,8 s |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h | 6,7/9,3 s (4./5. Gang) | 8,2/11,7 s (4./5. Gang) | 8,0 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 9,7/11,6 s (5./6. Gang) | 12,0/16,2 s (5./6. Gang) | 13,9 s (5. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1620/440 kg | 2000/700 kg | 1748/422 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 61/39 % | 60/40 % | 53/47 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,5/11,4 m | 10,5/10,6 m | 11,3/11,4 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 40,6 m | 37,6 m | 40,2 m |
| aus 100 km/h warm | 40,0 m | 36,1 m | 42,1 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 61 dB (A) | 59 dB (A) | 60 dB (A) |
| bei 100 km/h | 70 dB (A) | 69 dB (A) | 69 dB (A) |
| bei 130 km/h | 73 dB (A) | 73 dB (A) | 71 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,1 l D – 162 g/km | 6,6 l D – 174 g/km | 7,3 l D – 193 g/km |
| Reichweite | 970 km | 910 km | 900 km |
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Kommentare zum Artikel (28)
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hmm? Jeder findet scheinbar seinen am Besten. Das liegt daran, dass alle drei Spass machen. Da ich wohl einer der wenigen bin, der regelmässig alle drei fährt kann ich das wohl sagen. Alle drei sind kein Fehlkauf. Wenn ich mich nur für einen entscheiden müsste wäre es nicht so leicht. Wahrscheinlich würde ich dann aber doch den Yeti nehmen, da er am Komplettesten ist, also in jeder Situation Spass macht. Aber ich fahre den Elegance, weiss also nicht, wie sich die unterklassigen Ausstattungen anfühlen.
@ tom2345 Du hast ja überhaupt keine ahnung!!! Ich kaufe so einen. Fahre nen Grand Vitara. Der besteht auf jeden fall im gelände,dank seiner Untersetzung. Benutze ihn dafür nämlich. Und ein gutes Zugfahrzeug ist er auch noch. Ich ziehe mit ihm einen Wohnwagen von 2000kg.....
kann nur sagen dass der yeti auch ein sehr schönes auto ist und vor allem ganz gut abzieht - habe jetzt allerdings nicht den suzuki und den mitshubishi als vergleich - rein optisch ist der yeti aber eher ein familienauto während die anderen da schon eher einen sportlicheren eindruck machen..
Also da gebe ich hier den meisten Recht. Obwohl ich den Yeti auch gut finde aber was Fahrspass angeht kommt er an den ASX nicht ran. Und dann wieder einmal der Vergleich Äpfel mit Birnen was die Ausstattung angeht. Wenn man beim ASX das Topmodell nimmt ist das kalr das er der teuerste ist . Dafür gibt es aber eine Lederausstung, Eine Rückfahkamera, Ein Panorama Glasdach und eine super Soundanlage von Rockford Fosgate. Ich kann nur sagen mit dem ASX ist Mitsu ein echt guter Wurf gelungen.
Habe seit Mai 2011 einen ASX Diesel mit 150 PS der doch meine Erwartung übertrifft. Anscheinend können eure Tester wirklich nur VW für gut halten ( gibt vielleicht a Leberkässemmel dazu!) Übrigens hat er eine Steuerkette drin und keinen Zahnriemen. Bremsen besser wie in meinem vorhergehenden MB 270 CDI- und der war ned schlecht!
Also verehrte Tester, bitte objektiv bleiben-bringt euch mehr!