Kompakt- und Mittelklasse auf der IAA 2005

Opel Vectra OPC Opel Vectra OPC

Kompakt- und Mittelklasse auf der IAA 2005

— 06.09.2005

Siegertypen und Schrittmacher

Von wegen langweilige Familienkutschen. Auf der IAA zeigen die Hersteller Dampfmacher wie Opel Vectra OPC und VW Golf R32 sowie mutige Studien.

Opel Vectra OPC rennt irre 260 Sachen

Faszination Mittelklasse. Hinter den Kompakten und Kleinwagen belegt die Mittelklasse immerhin Platz drei bei den Zulassungszahlen. Sieger stehen zwar meist ganz oben auf dem Treppchen, dafür holt die Bronze-Klasse mit Leistung auf.

Aus dem Opel Performance Center (OPC) kommt jetzt der Vectra mit mächtigen 18-Zoll-Felgen, Spoiler-Kit und 2,8-Liter-V6-Turbo. 255 PS werden dann an den Vorderrädern reißen. Damit katapultieren sich Limousine und Kombi in weniger als sieben Sekunden auf 100 km/h. Schluß ist beim Vectra erst bei 260 km/h – und damit auch mit der freiwilligen Selbstbeschränkung der Hersteller auf 250 km/h.

Dem Kia Magentis ist da schon lang die Puste ausgegangen, auch wenn die drei Motoren (2.0 CRDi mit 113 PS, 2.0 mit 136 PS und 2.5 V6 mit 169 PS) nicht wirklich schlapp sind. Glattgebügelt ist dafür die Karosserie. Mehr Platz finden fünf Personen in dem 4,73 Meter langen, 1,8 Meter breiten und 1,48 Meter hohen Koreaner.

280 PS im Mitsubishi Lancer Evolution IX

Lexus, die Luxus-Marke von Toyota, schließt sich der sportlichen Welle an: Der IS streckt sich auf 4,75 Meter und wird kantiger, zwei kräftige Ottomotoren treiben die Hinterräder an: V6-Benziner mit 2,5 Litern (220 PS) und 3,5 Litern (310 PS). Ab November steht der ebenfalls flotte und für einen Diesel drehfreudige 2.2 DCAT (dann 180 PS) aus dem Toyota Avensis am Startblock.

Auf Selbstzünder verzichtet die neunte Generation des Mitsubishi Lancer Evolution. Unter dem dezent geänderten Blech schreit der Vierzylinder-Turbo weiterhin laut nach hohen Drehzahlen. Jetzt suchen bei 280 PS (plus 15 PS dank variabler Ventilsteuerung) vier angetriebene Räder nach Haftung. Geschaltet wird über ein eng gestuftes Getriebe, im sechsten Gang geht's bis über 240 km/h. Der Preis soll bei etwa 40.000 Euro liegen.

Auf Sportlichkeit setzt auch Mazda mit dem 6 MPS, wenngleich dieser Japaner nicht genauso kompromißlos daherkommt. Das vierzylindrige Herz des MPS schöpft dank Turbolader starke 260 PS aus 2,3 Liter Hubraum und gibt die Leistung über alle vier Räder ab. Der Preis für die vordere Startreihe: um die 40.000 Euro ab nächstem Jahr.

Weitaus gemütlicher würden Passagiere in dem windschlüpfrigen Citroën C-Sport Lounge reisen – doch diese Studie kommt so nicht auf die Straße. Mit dem niedrigen Dach, den hinten angeschlagenen Fondtüren und Clubsesseln im Inneren bietet der Franzose den richtigen Platz für eine kurze Verschnaufpause. BMW stellt neben dem 3er Touring noch drei neue Motoren vor.

Golf R32: 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Faszination Kompaktklasse. Was dieses Jahr auf der IAA steht, hat mit Mittelmaß wenig zu tun. Selbst bei den sonst biederen Kompakten zerren überdurchschnittlich viele PS an den Rädern.

Ein Höhepunkt dürfte der VW Golf R32 mit dem 3.2-FSI-Sechszylinder und 250 PS sein. Der Allradler mit manuellem Sechsganggetriebe fährt 250 km/h Spitze und spurtet in 6,5 Sekunden auf 100 km/h. Ein DSG-Getriebe (1375 Euro) verkürzt die Zeit auf 6,2 Sekunden. 32.200 Euro kostet allerdings der Spaß. Mit an Bord sind aber 18-Zoll-Aluräder, Klimaanlage, Radio-Soundsystem, Regensensor und Xenon-Scheinwerfer. Für sportliche Vielfahrer und Dieselfreunde bringt VW den 170 PS starken TDI. Tiefergelegtes Fahrwerk und straffere Sportsitze werden beim GT Diesel ähnlich wie beim GTI ausgelegt sein.

Von VW noch nicht genug: Es wird auch einen Golf GT mit Benzinmotor geben. Aus den 1,4 Litern Hubraum des Vierzylinders schöpft der erste Vertreter der doppelt aufgeladenen FSI-Motoren stolze 170 PS. Auch die Tschechen machen ihrem Bestseller Skoda Octavia Beine. Limousine und Combi feiern den Einzug von 2.0-Turbo-TFSI und 200 PS und dürfen sich damit wieder RS nennen. Die Eckdaten: 7,3 Sekunden bis Tempo 100 und 240 km/h Spitze.

Daß es im VW-Konzern auch ruhiger zugehen kann, beweist der Jetta. Freunden der Stufenhecklimousine bietet die viertürige Version des Golf vertrautes Ambiente, gepaart mit einem 527 Liter großen Kofferraum. Sechs Motoren zwischen 102 und 200 PS stehen zur Wahl. Nachteil: hohe Preise ab 18.950 Euro (1500 Euro teurer als der Golf).

Facelift PT Cruiser: mehr Kraft für den Ami

BMW setzt mit einer weiteren Leistungssteigerung bei den Ottomotoren einen drauf: Der 130i mit Sechszylinder und variabler Nockenwellen-Verstellung leistet starke 265 PS. Die Topspeed liegt bei 250 km/h, die 100-km/h-Grenze wird nach 6,2 Sekunden geknackt. Noch Fragen?

Weitaus günstiger, aber weniger edel zeigen die Chinesen mit dem Geely CK-1 Flagge. Der Kompakte kommt als klassische Stufenhecklimousine mit drei verschiedenen Vierzylindern zwischen 1,3 Liter und 1,5 Liter (86 bis 107 PS) nach Deutschland und ist damit im Gegensatz zur Konkurrenz deutlich schwächer motorisiert – dafür aber auch preiswerter. Der unauffällige Wagen kostet in China unter 7000 Euro. Und die Qualität?

Deutlich teurer, hochwertiger, aber auch auffälliger zeigt sich der geliftete Chrysler PT Cruiser. Mit geänderten Scheinwerfern, Frontgrill, Heckleuchten, stark modifiziertem Innenraum und mehr Kraft für den 2,2-Liter-Dieselmotor (150 PS, Euro-4-Norm) kommt der Ami Anfang 2006.

Ford besann sich seiner erfolgreichen Motorsportvergangenheit und schickte den Focus ins Trainingslager. Heraus kommt nun der ST mit aufgeladenem Fünfzylinder und 225 PS, der den Wolfsburgern (Golf GTI und R32) schon auf dem Papier an den Fersen klebt und bis 240 km/h Spitze dran bleibt Der Spurt von null bis 100 km/h dauert keine sieben Sekunden.

Honda Civic: kurze Schnauze, viel dahinter

Nicht viel zahmer werden die neuen Subaru Impreza. Äußerlich erkennbar an geänderten Scheinwerfern und modifiziertem Kühlergrill, schlägt als Basisherz ein 2,0-Liter-Boxermotor mit 160 PS. Der sportliche WRX leistet 230 PS, der Porsche-Schreck WRX STi satte 280 PS. Die Preise beginnen bei etwa 30.000 Euro.

Hondas neuer Civic ist zwar schwächer motorisiert, dafür aber auch erheblich günstiger. Ab 16.000 Euro gibt es den 4,25 Meter langen Kompakten mit dem großen Kofferraum in der achten Generation. Auffällig: die keilförmig gestylte Karosserie mit kurzer Schnauze. Der Einstieg beginnt beim 1,4-Liter mit 86 PS, neu ist der 1,8-Liter mit 140 PS (207 km/h Spitze). Als Diesel flüstert der Leisetreter 2.2 (140 PS). Als Premiere wird beim Viertürer ein Hybrid-Antrieb erwartet.

Umweltbewußt zeigt sich der russische Lada. Unter der alten Karosserie des 2111 steckt modernste Technik: Das Versuchsfahrzeug Antel-2 ist ausgerüstet mit einem Brennstoffzellen-Antrieb und leistet 82 PS, der Wasserstoff im Hochdrucktank reicht für etwa 350 Kilometer.

Seat Leon: schicke Schale, straffes Fahrwerk

Zwar mit konventionellen Antrieben, aber in sportlich-dynamischem Styling mit geschwungenen Seitenlinien präsentiert Seat den kompakten Leon. Fünf verschiedene Motoren zwischen 85 PS bis 185 PS scheuchen den mit straffen Fahrwerken ausgestatteten Spanier über den Teer. Die Preise beginnen bei 15.690 Euro.

Keine Preise, aber eine Menge Ideen zeigen die Verantwortlichen von Mitsubishi in Frankfurt. Der Concept Sportback ist ein fünftüriger Sportler mit einem steil abfallendem Heck auf einer völlig neu entwickelten Plattform. Die soll so flexibel sein, daß auch andere Fahrzeugvarianten darauf gebaut werden können. Man darf gespannt bleiben.

Noch nicht ganz klar ist der Nachfolger des nächsten Hyundai Accent. Auf der IAA steht aber die sportliche Studie HND, die Ausblick auf den nächstes Jahr kommenden Kompakten gewährt.

Der Dodge Caliber verläßt dagegen in Frankfurt die Ebene der Design-Studie. So wie er auf dem Stand zu sehen ist, wird der Ami nächstes Jahr auch zu uns kommen. Mit einer klobigen Front und den breit ausgestellten Radhäusern soll er den kraftvollen und markanten Auftritt der Marke unterstreichen. Als Antrieb dienen drei Ottomotoren mit 1,8 Litern (140 PS), 2,0 Litern (150 PS) und 2,4 Litern (170 PS) und ein 2,0-Liter-Dieselmotor mit 136 PS.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.