Kompakte Spar-Diesel: Test — 06.08.2010

Skoda Octavia schlägt VW Golf

Der Skoda Octavia gewinnt überraschend den Vergleichstest der Öko-Diesel. Im Knauser-Kampf haben VW Golf, Opel Astra, Ford Focus und Seat Leon das Nachsehen.

Mit Öko lässt sich gutes Geld verdienen. Das weiß nicht nur der Bio-Bauer. Auch die Autohersteller setzen auf grüne Kisten. Aber im Gegensatz zu den Waren vom Bio-Hof kann man den Öko-Versprechen der Autobauer nicht immer trauen. Denn die im Labor unter optimalen Bedingungen ermittelten Werte für den CO2-Ausstoß lassen sich im realen Verkehrsgeschehen kaum reproduzieren. Mal sehen, ob das unseren fünf vom Öko-Hof wenigstens auf der zusätzlichen Sparfahrt gelingt, die betont zurückhaltend gefahren wird.

Überblick: Alle News und Test zu Öko- und Sparmodellen

Neu im Kreis der kompakten CO2-Zwerge ist der Opel Astra. Wie bei den anderen arbeitet auch beim Rüsselsheimer ein verbrauchsoptimierter Diesel unter der Haube, allerdings mit nur 1,3 Liter Hubraum. Zu den üblichen Sparmaßnahmen zählen weiterhin eine lange Getriebeübersetzung, Schaltanzeigen und Energiesparreifen. Hier wie dort sorgen zudem tiefergelegte Karosse- rien für engeren Asphaltkontakt, was den Luftwiderstand positiv, den Komfort aber negativ beeinflusst. Ford Focus Econetic, Seat Leon Ecomotive und VW Golf BlueMotion haben außerdem eine Start- Stopp-Automatik mit Bremsenergie- Rückgewinnung an Bord, während Opel und der Skoda Octavia Greenline darauf verzichten.

In der Bildergalerie erfahren Sie, wie viel Öko in den grünen Kisten tatsächlich steckt. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Uli Holzwarth

Uli Holzwarth

Fazit

Wer es darauf anlegt, kommt mit diesen Spar-Dieseln bei Schleichfahrt tatsächlich den Werksangaben nahe. Im realen Verkehrsgeschehen liegen sie jedoch mehr oder weniger deutlich darüber. Viel ärgerlicher sind im Alltag aber die Komforteinbußen durch die straffen Federelemente der tiefergelegten Karosserien. Außerdem stören die lang übersetzten Getriebe, beim Hochschalten plumpst der Motor immer wieder ins Turboloch. Die jeweiligen Diesel-Varianten ohne 99-Gramm-Versprechen fahren nicht nur komfortabler, sondern meist auch harmonischer. Sie sind deshalb meine Empfehlung, auch für Sparfüchse. Denn für ein paar Zehntel weniger will ich – wie auch die Motoren – nicht ständig getreten werden.

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Astra-Produktion

Kommentare zum Artikel (78)

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Josl
30.10.2011, 11:00Uhr

Fahre den Astra (EZ. 02/2010, 1.7 CDTI, 92KW) seit 02/2011 und knapp 10'km. In dieser Zeit 11x in der Werkstatt, dazu noch lausige Verarbeitung, klappert an vielen Ecken.
Wollte der Marke 'ne Chance geben, daher seit 2007 3x Opel (Corsa D, Astra GTC, Astra J), zusammen mehr als 30x in der Werkstatt. Na vielen Dank. Qualität ist wenn man trotzdem lacht. Immerhin ist die Werkstatt immer bemüht und freundlich.
Nie wieder Opel.
Davor 15 Jahre VW & Audi, außer Inspektion haben die nie 'ne Werkstatt gesehen.

michael
14.08.2010, 15:57Uhr

alleine schon das Wort ÖKO mit einen Diesel in Verbindung zu bringen ist für mich nicht nachvollziehbar. Der Bezug-CO2 Bilanz über alles zu stellen , finde ich Schwachsinn.
In einigen Jahren denken wir wohl anders darüber.

Eisenbär
14.08.2010, 12:18Uhr

@kaffeeruler

Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich aus beruflicher Natur tatsächlich einige Milliardäre und ich kann Ihnen versichern, dass diese neben ihren Nobelkarossen auch ganz normale Pkw in den Garagen stehen haben: Ford, Volkswagen und auch viele Skoda. Denn im Gegensatz zu den scheinreichen Schicki-Mickis möchte diese Klientel im Eigeninteresse bei einem Stadtbesuch in der Anonymität bleiben. Und gerade der Skoda Superb (Combi) entwickelt sich dabei immer mehr zu einem Renner, denn er eignet sich weitaus besser zum Chauffeurwagen als ein Ford Mondeo... ;-))

Eisenbär
14.08.2010, 12:09Uhr

@kaffeeruler

Ich nehme an ihr letzter Besuch in Tschechien oder der Slowakei ist schon einige Jahre her? Denn sonst würden Sie kaum so abfällig über diese beiden Länder reden. Die Wahrheit ist nämlich, dass sich dort in den letzten beiden Jahrzehnten enorm viel getan hat. Und tatsächlich ist der Lebensstandard in den beiden Ländern gar nicht mehr so weit von anderen mitteleuropäischen Ländern entfernt. In manchen Bereichen, z.B. Konsumgüter, Autos wird schon jetzt beinahe deutsches Niveau erreicht.

Fahren Sie doch selbst einmal hin und sehen Sie mit eigenen Augen.

Eisenbär
14.08.2010, 12:01Uhr

@ Saubermann

Klar werden manche Modelle auch in Kaluga gefertigt, für den russischen Markt, genauso wie Ersatzteile für diese Wagen. Damit werden die hohen russischen Einfuhrzölle umgangen, die ansonsten den Verkauf von nicht in Russland produzierten Wagen in dem Land fast unmöglich machen. Deshalb haben nahezu alle europäischen wie asiatischen Hersteller Werke in einem der GUS-Staaten gebaut. Volkswagen befindet sich dabei in guter Gesellschaft.

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