Produktion Fließband

Konjunktur dank Abwrackprämie

— 26.02.2009

Absatz-Boom bei Opel und VW

Die Abwrackprämie kurbelt das Autogeschäft derzeit kräftig an. VW erwartet für Februar 120.000 verkaufte Autos – so viele wie noch nie. Opel verzichtet auf Kurzarbeit und fährt Sonderschichten.

Krise? Welche Krise, möchte man fast fragen. Bei Opel und VW läuft es derzeit richtig rund. Dank der Abwrackprämie verzeichnen beide Hersteller volle Auftragsbücher. Ist die Krise etwa schon passé? Die Opel-Belegschaft hat jedenfalls so viel zu tun, dass man im thüringischen Werk Eisenach auf Kurzarbeit verzichten will. Ab März 2009 wird dort vorerst für vier Wochen wieder in drei Schichten gearbeitet. Zusätzlich sollen vier Sonderschichten geschoben werden. Bis in den April rechnet Opel mit voller Auslastung des Werks. Vor allem der Kleinwagen Corsa sei gefragt, die Aufträge dreimal so hoch wie vor Einführung der Abwrackprämie. Auch im Ausland sei die Nachfrage gestiegen. Im spanischen Werk Saragossa werde rund um die Uhr gearbeitet, berichtet der Opel-Betriebsrat. Ursache sei die Einführung von Abwrackprämien auch in Italien und Frankreich. Für Februar 2009 rechnen die Rüsselsheimer mit 40.000 verkauften Autos – dem höchsten Wert seit fünf Jahren. Bei allem Optimismus bangt die GM-Tochter allerdings immer noch um ihre Zukunft; im Moment hofft das Traditionsunternehmen händeringend auf Finanzhilfen von Bund und Ländern. Ziel ist eine Trennung vom schwer angeschlagenen Mutterkonzern General Motors.

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Auch Konkurrent VW kann sich freuen: Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, rechnen die Wolfsburger für Februar mit 120.000 neuen Aufträgen – für VW ein neuer Monats-Rekord. 80 Prozent der Kunden seien durch die Abwrackprämie angelockt worden, schreibt das Blatt. Vor allem Fox, Polo und Golf ständen hoch im Kurs. Ob die Abwrackprämie das Geschäft allerdings dauerhaft ankurbeln kann, bleibt abzuwarten.

Unterdessen gibt es neue Hiobsbotschaften aus den USA: General Motors hat im vergangenen Jahr den vierten Milliardenverlust in Folge eingefahren. Unter dem Strich stand 2008 ein gigantisches Minus von 30,9 Milliarden Dollar (rund 24,2 Milliarden Euro). Das teilte GM am 25. Februar 2009 in Detroit mit. Allein im vierten Quartal lag der Verlust bei 9,6 Milliarden Dollar. Damit ist das Fiasko um den ehemals grüßten Autobauer der Welt perfekt: Das Minus fiel noch höher aus, als von vielen Experten erwartet/befürchtet.

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