Grafik Kraftstoff aus Pflanzenresten

Kraftstoff aus Pflanzenresten

— 29.10.2013

Echt bio, dieser Sprit

Gibt es irgendwann Biosprit aus Stroh? In Bayern testet das Schweizer Unternehmen Clariant ein Verfahren zur Umwandlung von Pflanzenresten. Die Versuche laufen vielversprechend.

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hat ein Verfahren zur Produk­tion sogenannter Biokraftstoffe der zweiten Generation entwickelt. Anders als bei den umstrittenen Agrar-Kraft­stoffen, die aus Lebensmittelpflanzen wie Raps oder Zuckerrüben gewonnen werden, kommen beim "Sunliquid"- Verfahren nur Pflanzenreste wie Stroh zum Einsatz. Eine Pilotanlage in Strau­bing (Bayern) läuft seit Juli 2012. "Wir sind kurz vor der Kommerzialisie­rung", sagt André Koltermann, Leiter des Biotech & Renewable Center bei Clariant. Mit potenziellen Partnern für den Bau großer Anlagen sei man be­reits im Gespräch. Einen konkrekten Termin nennt Koltermann allerdings nicht.

Biosprit-Bilanz: 1000 Tage E10

Das sächsische Unternehmen Choren scheiterte bis 2011 bei dem Versuch, Diesel aus Holz und Pflanzenresten herzustellen.

Die Grundidee, aus biologischem Abfall Sprit zu machen, ist nicht neu. Das Industrieunternehmen Choren versuchte sich mit einer ähnlichen An­lage in Freiberg (Sachsen) bereits vor einigen Jahren an der Herstellung von Diesel aus Holzschnitzen. Doch das gemeinsame Projekt von Shell, Daimler, VW und der Bundesregierung schei­terte 2011 an technischen Problemen und einem zu teuren Endprodukt. Clariant geht von einem wettbe­werbsfähigen Preis aus, denn "unser Verfahren kommt ohne hohe Drücke, hohe Temperaturen und fossile Ener­gie aus", so Koltermann zu den Unter­schieden gegenüber Choren. Entsprechend niedriger seien daher die Produktionskosten.

Hier geht es zu den alternativen Antrieben

Ebenfalls kostensenkend ist die Vor-Ort-Produktion der benötigten En­zyme. Bei anderen Verfahren wurden sie bislang zugekauft und angeliefert. Zudem gewinnt Clariant aus dem Abfallprodukt Lignin (Pflanzenreste) Energie für die Reinigung des Etha­nols. Clairant beziffert das CO2-Ein­sparpotenzial gegenüber fossilem Benzin auf bis zu 95 Prozent.

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