Kraftstoff E10: Umstellungsprobleme

E10-Zapfpistole E10-Zapfpistole

Kraftstoff E10: Umstellungsprobleme

— 28.12.2010

Biosprit erst im Februar

Im Januar 2011 sollte sie kommen, die neue Bio-Mischung aus der Zapfsäule. Doch jetzt ist klar: E10, der Sprit mit zehn Prozent Ethanol, wird wohl mit mindestens einem Monat Verspätung fließen.

(dpa/cj) Der Winter ist hart, die Zeit ist knapp: Autofahrer werden 2011 länger auf den neuen Biosprit warten müssen als gedacht. E10 kommt nach Angaben der Mineralölbranche flächendeckend erst in den nächsten Monaten an die rund 14.000 Zapfsäulen in Deutschland. "Das wird eine Zeit dauern, denn die Kälte hat auch einen Einfluss auf die Umstellung", sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard, am Dienstag (28. Dezember 2010). Die Bundesregierung und der Bundesrat hatten erst im Dezember den Weg frei gemacht für die Einführung des neuen Super-Sprits mit einer zehnprozentigen Beimischung von Ethanol ab dem 1. Januar. Damit wurde eine EU-Richtlinie umgesetzt. 

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Marktführer Aral geht davon aus, dass seine 2500 Tankstellen ab Ende Januar 2011 für das Bioethanol-Gemisch ausgestattet werden, bei Shell soll dies im Laufe des ersten Quartals geschehen. Zu möglichen Preiserhöhungen durch E10 schweigt sich die Branche weiter aus. Von der Umstellung sei nicht nur die Herstellung in den Raffinerien betroffen, hieß es beim Mineralölverband. Die Tankstellen müssten ihre Kassen und Preismasten dafür vorbereiten, erläuterte Picard. Erst seit dem Bundesratsbeschluss im Dezember konnten die Vorbereitungen konkret anlaufen. "Wir werden das nicht über Nacht schaffen", betonte Aral/BP-Sprecher Detlef Brandenburg.

Auf einen Blick: Das ist neu für Autofahrer 2011

Nach Einschätzung der Hersteller von Biokraftstoffen wären höhere Preise nicht gerechtfertigt. "Da Benzin bereits jetzt E5 enthält, also bis zu fünf Prozent Ethanol, ist die Steigerung auf zehn Prozent gering und kann keine höheren Preise begründen", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann. Neue technische Anlagen müssten auch nicht angeschafft werden, denn die Vorrichtungen zur Beimischung seien wegen E5 schon vorhanden. Baumann: "Natürlich können die fünf großen Mineralölkonzerne die Preise für E10 anheben, dann aber nur, um höhere Gewinne einzufahren." Verständnis zeigte der VDB-Geschäftsführer für mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung des neuen Kraftstoffs an den Tankstellen. Das sei möglicherweise auch den ungünstigen Witterungsbedingungen geschuldet.

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