Zapfsäule für E10-Kraftstoff

Kraftstoff E10 wird teurer

— 13.01.2015

E10-Preisvorteil ist futsch

Die Einführung des Kraftstoffs E10 vor vier Jahren galt als Flop. Er konnte sich nicht als Standardsorte durchsetzen. Jetzt verliert der ungeliebte Sprit auch noch seinen Kostenvorteil.

(dpa) Die Kraftstoffsorte E10 mit zehn Prozent Ethanol ist seit dem Jahresbeginn um zwei Cent je Liter teurer geworden. Der Abstand zum Superbenzin E5 ist damit von bisher vier auf nur noch zwei Cent geschrumpft, sagten Sprecher von Mineralölfirmen heute (13. Januar 2015) in Hamburg und Bochum. Hintergrund seien höhere Preise für das zugemischte Ethanol, das sich im Gegensatz zu herkömmlichem Treibstoff aus Mineralöl in den vergangenen Monaten kaum verbilligt habe. "Grund für diese Entscheidung sind die relativ gestiegenen Preise für Ethanol", sagte Shell-Sprecherin Cornelia Wolber.
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Während der Preis für die Tonne Rohbenzin in den letzten sechs Monaten von 1005 auf 453 Dollar gesunken sei, habe sich der Preis für die Tonne Ethanol im gleichen Zeitraum nur von 846 auf 677 Dollar pro Tonne ermäßigt. Damit sei der Preisabstand von zwei Cent je Liter nicht mehr zu halten. Das bedeutet für die Autofahrer, dass sie im Vergleich zu anderen Spritsorten keinen so großen Kostenvorteil mehr haben, wenn sie E10 tanken. Der Verbrauch liegt für den Kraftstoff etwas höher. Deshalb hatten die Mineralölkonzerne bei der Einführung von E10 einen Preisabstand zu Superbenzin E5 eingebaut, um den Sprit für die Autofahrer attraktiv zu machen.

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'Was tanken Sie?'

Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Die Kunden akzeptierten E10 überwiegend nicht, weil sie Schäden an den Motoren oder eine geringere Leistung befürchteten. Zudem geriet Benzin aus Pflanzen generell in die Kritik, weil es hier eine zunehmende Konkurrenz zu Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion gibt. Der Marktanteil von E10 liegt für den Gesamtmarkt stabil bei rund 15 Prozent, bei den großen Anbietern bei 20 Prozent. Ursprünglich sollte E10 die dominierende Kraftstoffsorte auf dem deutschen Markt werden. Die Mineralölunternehmen sind nach den Vorgaben des Gesetzgebers gehalten, in diesem Jahr 3,5 Prozent an CO2 oder anderen Klimagasen einzusparen. Dazu ist E10 mit Ethanol eine Möglichkeit.

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