Aral/BP erwartet 2009 keine erheblichen Spritpreissteigerungen.

Kraftstoffmarkt

— 06.05.2009

Preise steigen nur leicht

Der Mineralölkonzern BP schätzt, dass die Spritpreise 2009 aufgrund der Krise nicht wesentlich steigen. Selbst reagiert man mit Stellenkürzungen. Allein in Deutschland fallen 320 Jobs weg.

(dpa) Der Mineralölkonzern Deutsche BP, zu dem auch die Tankstellenmarke Aral gehört, erwartet im laufenden Jahr nur moderate Preissteigerungen an den Zapfsäulen. Der Rohölpreis werde sich nach jetziger Lage voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte von derzeit 40 bis 50 US-Dollar je Barrel (159 Liter) auf 50 bis 60 Dollar erhöhen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP AG, Uwe Franke, am Dienstag in Düsseldorf. Aufgrund des rapiden Preisverfalls in der zweiten Jahreshälfte von 2008 hatte die Deutsche BP die Vorräte deutlich niedriger bewerten müssen und einen Ergebniseinbruch im vergangenen Jahr von 658 auf 119 Millionen Euro verbucht. Der Konzernumsatz stieg zugleich von 41,9 Milliarden auf 42,5 Milliarden Euro.

Allein in Deutschland fallen 320 Arbeitsplätze weg

Das laufende Jahr soll noch schwieriger werden. "Das erste Quartal 2009 hat für uns eine schwarze Null gebracht", berichtete Franke. Die Deutsche BP plant zur langfristigen Kostensenkung eine weitere Straffung des Tochterkonzerns. Ab 2010 sollen die knapp 90 europäischen Service-Center in Budapest (Ungarn) zusammengezogen werden. Dadurch sollen insgesamt 320 Stellen in der Hauptverwaltung in Bochum sowie in Hamburg und Mönchengladbach wegfallen. In Europa wären mehr als 1000 Stellen von der Verlagerung betroffen, sagte Franke. Der Deutsche-BP-Konzern beschäftigte Ende vergangenen Jahres rund 5510 Mitarbeiter, 195 weniger als ein Jahr zuvor. Bereits im Dezember hatte Franke neben Sachkosteneinsparungen in den Gelsenkirchener Raffinerien auch einen sozialverträglichen Stellenabbau im Umfang von 340 Stellen bis 2012 angekündigt. Für Restrukturierungen hat BP zulasten des Ergebnisses bereits Rückstellungen vorgenommen.

Weiterer Rückgang des Kraftstoffumsatzes erwartet

Unberührt von Einsparungen bleibt der Ausbau des Tankstellennetzes. Die geplante Integration von rund 70 Tankstellen anderer Marken ins Aral-Netz sei fast abgeschlossen. 61 seien im ersten Quartal hinzugekommen. 13 stünden noch aus, sagte Franke. Derzeit verfügt BP über 2490 Aral-Tankstellen. Unberührt von diesem Vorhaben geht BP von einem rückläufigen Verbrauch aus. "Wir erwarten, dass der Kraftstoffkonsum 2009 bei weiterhin sinkendem Kraftstoffverbrauch und Fahrleistungen je Pkw abnimmt", sagte Franke. Gebremst werde der Rückgang beim Ottokraftstoff allerdings vorübergehend durch die Neuzulassungen aufgrund der Abwrackprämie. Nach Angaben von Konzernchef Tony Hayward benötigt BP derzeit einen Barrelpreis von mindestens 50 US-Dollar, um profitabel arbeiten zu können.

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