Krebskranker David im Bugatti Veyron

Krebskranker David im Bugatti Veyron

— 19.12.2014

Starker Junge, starkes Auto

AUTO BILD ließ einen Kindertraum wahr werden: Der krebskranke 13-jährige David durfte mit einem namhaften Chauffeur im schnellsten Serienauto der Welt mitfahren – einem Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse.

1200 PS, 16 Zylinder, und in 2,6 Sekunden von null auf 100 km/h: David Knezevic könnte die Eckdaten seines Traumautos noch im Schlaf runterrattern. Der Teenager aus Offenbach hat viele Youtube-Filme über den Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse gesehen. Wie Achterbahnfahren, nur dreimal schneller – so stellt sich David eine Tour im schnellsten Sportwagen der Welt vor. Sein persönlicher Geschwindigkeitsrekord liegt bei 260 km/h – im Porsche vom Vater eines Freundes. Der Veyron schafft 431 km/h.
Krebskranken Kindern helfen
1800 Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs. Die Betroffenen können finanzielle Unterstützung dringend gebrauchen. Wer krebskranken Kindern helfen will, kann hier spenden:
Deutsche Kinderkrebsstiftung
Commerzbank AG Köln
IBAN: DE48 3708 0040 0055 5666 00
BIC: DRES DE FF 370

Deutsche Kinderkrebshilfe
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE23 3705 0299 0000 8282 82
BIC: COKSDE 33XXX
Stichwort: "Kinder-Krebshilfe"
Ein starkes Auto, das einem starken Jungen imponiert. Denn David ist wie dieser rollende Goliath eine Kämpfernatur. Sein Gegner heißt Krebs. Vor eineinhalb Jahren riss ein Gehirntumor den 13-Jährigen, der Longboard fährt, Rapmusik hört und Basecap trägt, aus seinem normalen Leben. So erzählen es die Damen vom Verein "Main Lichtblick". Sie hatten sich an AUTO BILD gewandt, nachdem sie mit Davids Herzenswunsch, einmal Bugatti zu fahren, bei Luxusauto-Händlern gegen verschlossene Türen gerannt waren.

Zwischen Coolness und Überwältigung

David bestaunt ein Modell vom teuersten Auto der Welt: einem Bugatti Atlantic, der 2010 für 30 Millionen Dollar den Besitzer wechselte.

Nun steht David in den heiligen Hallen in Molsheim, in die sonst nur die Reichen dieser Welt kommen, vor dem rund zwei Millionen Euro teuren Objekt seiner Sehnsucht. "Hoho", entweicht es David, der zwischen Coolness und Überwältigung schwankt. Seine Ohren nehmen nur noch Wortfetzen von Geschäftsführer Christophe Piochon (38) auf: Carbon-Karosserie, Siebengang-DSG-Getriebe, Keramikbremsen. Piochon führt David durchs Werk, erklärt Bugattis Historie und die Technik des Veyron. Immer wieder drückt David die Hand seiner Mutter. Vor einer Rohkarosse schenkt Piochon ihm eine gebrauchte Titanschraube: "Die kostet etwa 140 Euro."

Mit dem Monster auf die Autobahn

Davids Blick gleitet über das Treiben der 23 Mitarbeiter, die hier acht Veyron gleichzeitig per Hand fertigen. Als Pierre-Henri Raphanel, Bugattis Weltrekordfahrer, dann die Tür zu Davids Traumwagen öffnet, greift dieser nach seinem Asthmaspray – die Aufregung. Tief inhalieren, und los geht's über elsässische Dörfer und Landstraßen. So, als gönne er David ein Aufwärmtraining. Doch dann steuert der Franzose das Monster plötzlich auf die Autobahn und fragt: "Ready?" David nickt, und Raphanel drückt das Gaspedal durch.

Kräfteverhältnis: Zehn Golf in einem Veyron

Als Weltrekordfahrer Pierre-Henri Raphanel im Bugatti aufs Gaspedal drückt, pocht das Herz von David Knezevic schneller und schneller.

Die Geschwindigkeit presst David in den Sitz, das Blut schießt ins Gesicht und die Augen weiten sich. Sein Herz pocht schneller und schneller im Takt der steigenden Tachonadel. Bei 303 km/h geht Raphanel vom Gas. Der Rausch hält an. Als David eine halbe Stunde später aussteigt, wirkt er wie weggebeamt. "Cool", lautet sein Fazit recht nüchtern. Gekribbelt und gekitzelt habe es im Bauch, dazu das Adrenalin. Jugendliche hätten beim Vorbeifahren geschrien. "Ich aber nicht", versichert er und streicht über den grün-gelben Lack. Wie soll er jetzt nur wieder in den Miet-Golf seiner Mutter steigen? Von dessen Kraft stecken doch zehn Stück in so einem Veyron. Am Heck angekommen, haucht ihm der 16-Zylinder zum Abschied noch mal warm ins Gesicht. "Alter, komma her, das musst du spüren", ruft David dem Fotografen zu. Das klingt plötzlich gar nicht mehr nüchtern.

Autor: Daniela Pemöller

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